“Ich wusste, dass ich homosexuell bin, bevor ich das Wort überhaupt kannte“

Asunción: Der britische Botschafter in Paraguay, Matthew Hedges, outet sich über seine sexuelle Einstellung. „Als sich aufwuchs und offen gegenüber meiner Sexualität wurde, veränderte sich auch meine Gesellschaft“, sagte er.

Am internationalen Tag gegen Homophobie, Transphobie und Biphobie verfasste der britische Diplomat Matthew Hedges in der Zeitung ABC Color einen Leserbrief und sprach über seine Homosexualität.

Unter dem Titel “Schluss mit LGBT + Diskriminierung“ argumentiert der Vertreter des Vereinigten Königreichs, dass sein Land im Laufe der Jahre offener geworden sei und sich derzeit nicht auf das Tabuthema beschränke.

„Vor fast 30 Jahren hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) endlich Homosexualität von der Liste der Geisteskrankheiten ausgeschlossen. Aber Jahrzehnte später gibt es noch immer eine irrationale Phobie oder Angst vor LGBT-Menschen in verschiedenen Ebenen unserer Gesellschaft und unserer Gemeinschaften“, sagte Hedges.

Er argumentierte weiter, dass diese Ablehnung der Schwulengemeinschaft zu hohen Mordraten von Transgender-Menschen, Ausgrenzung im Bildungs- und Berufsbereich und Menschenrechtsverletzungen geführt habe. Und er fügt hinzu, dass der LGBT-Sektor aufgrund der jeweiligen sexuellen Bedingungen für die Aktionen leide.

„Ich wusste, dass ich schwul war, bevor ich das Wort schwul kannte. Es war nicht etwas, was ich suchte und annahm“, sagte der Diplomat. Er fügte hinzu, dass Homophobie auch mit der Definition einhergehe. „Im Vereinigten Königreich, in den 1980er Jahren, habe ich gesehen, dass ich ein schlechter Mensch war“, erklärte Hedges.

In der Tat, als er seine berufliche Karriere begann, hatte er in seinen Akten ein besonderen Vermerk, dass er schwul war, das darauf hinwies, welche Länder er besuchen konnte und welche nicht.

„Nach einem Jahr war dieser Eintrag verschwunden. Und heute ist meine Regierung sowohl ein Arbeitgeber, der seine LGBT-Mitarbeiter voll unterstützt, als auch ein starker Anwalt für internationale Rechte“, sagte Hedges.

Abschließend betonte er, dass “diese Kämpfe nicht allein gewonnen werden können“ und sagte weiter, dass “die Vereinigung verschiedener Organisationen, einschließlich der Arbeitgeber, zusammenarbeiten müssen, um diese irrationale Angst abzuweisen“.

Wochenblatt / Hoy

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9 Kommentare zu ““Ich wusste, dass ich homosexuell bin, bevor ich das Wort überhaupt kannte“

  1. Was soll das? Jeder Mensch hat das Recht so zu leben wie er möchte oder wie es seinen Neigungen entspricht. Jedenfalls solange das in seinen „eigenen vier Wänden“ geschieht und andere Menschen damit nicht beeinträchtigt werden. Doch dieses permanente und aufdringliche Getue um homosexuelle Neigungen geht einem so langsam auf den Geist. Diese von der Mehrheitsnorm abweichenden Menschen meinen offensichtlich sie wären so etwas wie die „sittliche Elite“ der Menschheit und glauben jedem und jeder ungefragt erzählen zu müssen wie ihre Sexualität geprägt ist. Dabei interessiert das im Grunde kein Mensch, außer vielleicht die Frage, was deren Beitrag zum Erhalt und der Förderung einer Gesellschaft ist, unter den Kriterien „Existenz und Nachwuchs eines Volkes“ sowie der Fürsorge und Verantwortung der Jungen für die Alten.

    1. Zitat Manni:
      “Was soll das? Jeder Mensch hat das Recht so zu leben wie er möchte oder wie es seinen Neigungen entspricht. Jedenfalls solange das in seinen „eigenen vier Wänden“ geschieht und andere Menschen damit nicht beeinträchtigt werden. Doch dieses permanente und aufdringliche Getue um homosexuelle Neigungen geht einem so langsam auf den Geist. “

      Das Gleiche zählt auch für Religion, das “permanente aufdringliche Getue“ nervt da genau so!!!

    2. PS
      Es ist immer wieder seltsam, dass sich manche Leute gezielt Nachrichten, zu denen sie NICHT gezwungen werden sie zu lesen, suchen, um sich dann zu beschweren, man würde ja damit ungefragt belästigt. Ganz besonders trifft das auf Nachrichten zum Thema „Homosexualität“ zu, das anscheinend manche Leser magisch anzieht, die meinen zu wissen, dass die Natur es doch anders vorgesehen hat. Woher kommt das Interesse, wenn man das Thema nicht mag oder es einen nicht interessiert? Etwa Neid? Ich mag keinen Sport. Über Sport wird sehr viel berichtet, obwohl mich keiner fragt. Gehe ich nun hin und spamme alle Sportnachrichten voll? Oder lasse ich einfach die Sportnachrichten links liegen? Das Thema interessiert mich nicht, dann lese ich es auch nicht oder schalte um. PUNKT!
      Wer mit seiner Sexualität im Reinen ist, hat auch kein Problem mit dem Sexualleben anderer und interessiert sich einfach nicht dafür!

    3. Das geht auf den Geist, ungefragt mit homosexuelle Neigungen belästigt zu werden.Das sollen sie für sich behalten!
      Das ist abartig jeden Tag von Vögel nöffentlich belästigt zu werden. Die normalen werden schon bestraft wenn wenn sie sich so verhalten.Wegen Sexueller Belästigung! Das geht einen auf den Sack.

  2. @ Simplicus:
    Was soll das? Natürlich leben heterosexuelle Menschen in ihren eigenen 4 Wänden und beeinträchtigen nicht andere damit. Selbstverständlich tritt Merkel bei den Wagner-Festspielen ohne Ehemann auf.
    Die morgige Hochzeit zwischen Harry und – wer ist nochmal die Braut? – geschieht natürlich auch hinter verschlossenen Türen, dass keiner was mitbekommt.
    Heterosexuelle leben so diskret, daran sollten sich die Homosexuellen ein Beispiel nehmen. Ich nehme an, SIE halten sich selbstverständlich auch zurück, reden nicht über ihr Familienleben oder ihre Partnerin. Immer dieses ungefragte erzählen wie man seine Sexualität auslebt, das machen Heterosexuelle natürlich nie. Selbstverständlich trägt jedes heterosexuelle Paar auch zur Arterhaltung bei, manche heiraten auch im Rentenalter, weil ein Kind unterwegs ist.

  3. @Simplicus

    Mir persönlich gehen ja Leute auf den Geist, die sich jeden Beitrag über dieses Thema reinziehen, am besten keinen auslassen, und sich dann beschweren, dass darüber geschrieben wird.

    Kennen Sie jemanden, der ständig Oliven isst, und dann jedesmal allen Anwesenden lang und breit und zudem ungefragt mitteilt, dass er Oliven nicht mag? Ist irgenwie bizarr. Und aufdringlich ist es zudem.

    1. Schöne Metapher mit den Oliven.
      Es gibt ja allem Anschein nach Leute, die noch nie Oliven gegessen haben und dann trotzdem mit einem Grossteil ihres Vermögens Oliven kaufen und sich dann tagtäglich darüber beklagen wie schlecht Oliven doch schmecken.

  4. Nicht umsonst haben die öffentlichen Medien ihr Unwort des Jahres 2014 erhalten. Da wird nachhaltig rhetorisch gebastelt, bis aus weiß schwarz gemacht und das Oberste nach unten verzerrt ist. Selbst die Biologie kann nun schon gebogen werden: Alle Achtung zu dieser „Leistung“, die schon mindestens seit Goethe funktioniert:
    „Man muß das Wahre immer wiederholen, weil auch der Irrtum um uns herum immer wieder gepredigt wird, und zwar nicht von Einzelnen, sondern von der Masse.
    In Zeitungen und Enzyklopädien, auf Schulen und Universitäten, überall ist der Irrtum obenauf, und es ist ihm wohl und behaglich im Gefühl der Majorität, die auf seiner Seite ist.“

    Normalität kommt selten gut an im Journalismus. Wären gleichgeschlechtliche Beziehungen normal, müsste man darüber nicht berichten. Aber: Steter Tropfen höhlt den Stein.
    Hetero-Homo-Trans-Gender…alles in einen Topf und im nächsten Schritt kann man sich ja nun (s)ein Geschlecht aussuchen.

    Mal sehen, wie lange Paraguay noch aushalten darf: https://marialourdesblog.com/nix-gender-paraguay-entfernt-gender-schulbuecher/

    Und in 10 Jahren heisst der Artikel dann: “Ich wusste, dass ich intersexuell bin, bevor ich das Wort überhaupt kannte“

    Etwas Gutes hat die Sache aber doch: Wie langweilig wären doch die Kommentarfunktionen, wenn die Befürworter widernatürlicher Agenden homosexuelle Eltern gehabt hätten.

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