Im Gefängnis und nun Prozesse gegen Männer

Lucia Sandoval saß im Frauengefängnis Buen Pastor ein. Sie war angeblich wegen Totschlag an ihrem Mann zu mehreren Jahren Haft verurteilt worden. Nach drei Jahren hinter Gitter kämpfte sie sich frei.

Die Staatsanwaltschaft beschuldigte Sandoval ihren Mann getötet zu haben. Davor schon zeigte Sandoval ihren Ehemann wegen häuslicher Gewalt an. Dieser bekam vom Gericht die Auflage sich nicht dem Haus der Ehefrau zu nähern. Eines Tages kam es aber zu einem Kampf, nachdem der Mann gegen die Auflage verstieß. Dabei erschoss Sandoval ihn.

Das Gericht verurteilte die Täterin wegen Totschlag. Nach drei Jahren hinter Gittern kam es bei dem Wiederaufnahmeverfahren zu einer überraschenden Wende. Das Gericht hatte Zweifel an dem Tathergang und hob das Urteil auf. Nun muss nur noch die Anklage von der Staatsanwaltschaft fallen gelassen werden. Das sei aber nur eine reine Formsache.

Dies war einer der Gründe warum Sandoval begann Jura zu studieren. „Ich beschloss Jura zu studieren und Frauen zu verteidigen, die Opfer von häuslicher Gewalt sind“, sagte sie. 2011 begann sie ihre juristische Laufbahn und beendete sie im April. Seit August hat Sandoval eine Anwaltskanzlei in Asunción, zusammen mit zwei weiteren Anwältinnen.

Derzeit untersucht die Anwältin acht Fälle von häuslicher Gewalt. „Die Betroffenen haben Vertrauen zu mir und ich kann mich sehr gut in sie hineinversetzen“, sagte sie. Sandoval betonte, sie würde allen Frauen, die Opfer von häuslichen Gewalttaten durch Männer sind, helfen. Im Gefängnis Buen Pastor gibt sie auch rechtliche Beratung für andere Frauen in Notlagen.

Quelle: Ultima Hora

Der Zweck dieses Dienstes ist die Wertsteigerung der Nachrichten und um einen flüssigeren Kontakt zu den Lesern zu etablieren. Kommentare sollten an das Thema des Artikels angepasst werden. Die Kommentatoren sind ausschließlich für den Inhalt verantwortlich, der sachlich und klar sein sollte. Schimpfwörter und persönliche Beleidigungen sowie Rassismus werden nicht geduldet.

2 Kommentare zu “Im Gefängnis und nun Prozesse gegen Männer

  1. Diese Frau macht es vor! Ich denke schon, daß es in Paraguay nicht leicht ist, für Frauen. In dieser ausgeprägten Macho-Gesellschaft ist es höchste Zeit, daß die Frauen endlich mehr zu einem unüberhörbaren Faktor werden. Soweit ich das feststellen kann, sind diese weniger bestechlich, rigoroser und mutiger gegen Druck von „oben“ und daher bestens geeignet für Aufgaben in der Justiz. Die „härtesten“ Staatsanwälte sind in PY tatsächlich Frauen. Und auch in den paraguayischen Familien ist es doch meistens so, daß sich die Männer eher zu Saufgelagen und Amigo-Geschäften befähigt sehen, anstatt im Haushalt mitzuhelfen und sich um die Familie zu kümmern. Die Frauen geraten nach der Heirat in eine Abhängigkeitsfalle aus der sie kaum noch heraus kommen können. Daher ist eine gute Schulbildung und berufliche Ausbildung für Frauen in diesem Lande besonders wichtig.

  2. „Ich denke schon, daß es in Paraguay nicht leicht ist, für Frauen.“

    Kann ich nicht so ganz bestaetigen. Es kommt auch stark auf die soziale Schicht an. In der Unterschicht gebe ich dir vollkommen Recht, dass Frauen ziemlich hilflos sind.

    In den mittleren/oberen Schichten wandelt sich das Bild schon erheblich. Da ist es oft so, dass Frauen, weil sie Frauen sind (besonders wenn sie jung und gut aussehen), meinen, sie koennen sich alles erlauben.
    Letztens sagte mir eine lebenserfahrene paraguayische Frau (!) sie wuerde in Banken und aehnlichen Orten sich viel lieber von Maennern beraten lassen als von den jungen Frauen, da letztere sich einen feuchten Kericht um Kundenzufriedenheit scheren wuerden und einfach nur arrogant und eingebildet seien.

    Konnte ich nur bestaetigen.

Kommentar hinzufügen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.