In einem Netz aus Lügen

Asunción: Die Staatsanwaltschaft glaubt dem Abgeordneten José María Ibáñez (ANR) seine Version nicht, dass die drei von ihm angegebenen Angestellten im Parlament wirklich da arbeiten. Favio Gómez Chamorro, einer von ihnen, erklärte gegenüber der Tageszeitung Abc Color, dass sie zu dritt seit etwas mehr als drei Jahren auf sein Wochenendhaus in Estanzuela, Areguá, aufpassen und nicht im Abgeordnetenhaus Tereré servieren oder sich als Chauffeur betätigen.

Zu Beginn ihrer Tätigkeit, die allen drei zusammen, Mann, Frau und Schwager, 2.500.000 Guaranies einbringt, wollten sie beim Fürsorgeinstitut IPS eingeschrieben werden, um krankenversichert zu sein. Obwohl sie das niemals wurden, war die Überraschung groß als sie ihre Namen in der Kongress Datenbank der Angestellten fanden. Außerdem kam zum Vorschein weswegen ihr „Patron“ ihre persönlichen Dokumente eingefordert hatte. Er ließ sie als feste Angestellte im Kongress notieren, fälschte ihre Unterschrift und kassierte pro Kopf 2.500.000 Guaranies, was abzüglich der Ausgaben für die drei ein Monatsplus von 5.000.000 Guaranies ausmacht. Der doppelte Betrug könnte auch ihm teuer zu stehen kommen. In weiser Voraussicht meldete er über soziale Netzwerke, dass er sich falls das nötig sein wird, der Justiz stellt.

Um die Unterschriftenfälschung seinem Arbeiter gegenüber zu verheimlichen bat er ihn und die anderen zwei in sein Haus um das „angeblich“ zu reinigen. Der Chauffeur, der sie abholte, machte jedoch Halt vor der Nationalen Aufbaubank (Banco Nacional de Fomento). Da bei der Bank die Fälschung doch noch auffiel, mussten die Arbeiter sich persönlich vorstellen, damit Abgeordneter Ibáñez weiterhin ihren Lohn kassieren kann. Die Ehefrau des Gesetzgebers, ein Ex Model, erklärte daraufhin sich des Problems anzunehmen.

(Wochenblatt / Abc)

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5 Kommentare zu “In einem Netz aus Lügen

  1. Die Frage ist, wohin das alles führt, da viele der „ehrenwerten Politiker“ auf die selbe Art und Weise wie Ibáñez ihre Angestellten bezahlen. Die nächsten Kandidaten stehen bereits auf der Liste.

    Dazu kommen noch jede Menge einflussreicher Personen, die sich sonstwelche Vergünstigungen beim Staat verschaffen. Zum Beispiel bei ANDE wo über 10% des Stroms nicht fakturiert wird. Der Strom löst sich aber nicht in Luft auf, sondern dient als Antrieb von Maschinen und Geräten in Fabriken oder dient als Energie für Kühlsysteme für Lagerhäuser die Schmuggelgut beherbergen. Oder ganz einfach um Konkurrenten aus dem Weg zu räumen.

    IPS ist ein anderer Korruptionspool. Hier verschwinden monatlich Millionen von US$ auf unerklärliche Weise. Ja es gibt sie noch die Wunder in Paraguay. Nach einer gewissen Zeit tritt der Präsident mit dem ganzen Aufsichtsrat zurück und der nächste Kandidat fürs Präsidentenamt, samt eigenen Aufsichtsrat, wartet bereits. Der Startschuss erfolgt und die Plünderungen gehen neuen Rekorden entgegen.

    Es gibt keine Staatsanwaltschaft oder gar Richter die sich der Sache annehmen und den Betrug an die Beitragszahler aufzuklären. Der Grund ist einfach. IPS ist sehr großzügig was die Behandlung gewisser Leute betrifft. Da werden Rechnungen von Privatspitälern beglichen oder gar Behandlungen im Ausland finanziert. Und wer von den „Autoritäten“ will für sich und die seinen darauf schon verzichten.

    Der normale Beitragszahler, der immerhin 9% seines Lohnes an IPS abliefern muss (Arbeitgeber 16%) wartet oft Wochen oder Monate auf eine einfache Untersuchung. Um einen praktischen Arzt zu konsultieren muss man Tage vorher einen Termin reservieren oder kurz nach Mitternacht dort sein um eine Nummer zu bekommen.

    Man könnte noch viel über IPS schreiben, aber lassen wir es vorerst einmal dabei.

  2. Es reicht ohnehin schon Asuncioner, aber wo will man hier anfangen.
    Die Aufklärung der Bürger unterhalb der Oberschicht fehlt.
    Seit Cartes im Amt ist hat sich die Aufklärung im Fernsehen schon deutlich verbessert, Handys und Mundpropaganda tuen ein übriges.
    Solange die Justiz nicht politisch unabhängig ist und eine Strafverfolgung mit Verurteilung beginnt, wird es wohl erstmal so bleiben wie es ist.
    Nur weitere Proteste der Bevölkerung im ganzen Land könnten einen Wandel herbeiführen.

    1. Vor allem muss der Druck auf die Justiz zunehmen. Vor einem Jahr hätte sich noch niemand vorstellen können was sich im Moment abspielt. Und in der Tonart wird es weiter gegen.

      1. Ja, es scheint sich etwas zu bewegen. Schaue zwar nur die News im TV, aber die Paraguayer scheinen sich nicht mehr alles gefallen zu lassen und demonstrieren mit ihren Paraguayflaggen. Weiter so.

  3. wie heisst doch ein chefberater von cartes?
    heisst er nicht dario filartiga???
    dieser war als praesident von IPS zusammen mit seiner
    frau giselle mousques (señora 20%) mit der groesste
    „raeuber“.
    nicht cartes sondern die presse (ABC von zuccollillo und
    ULTIMA HORA von vierci)habe die politische landschaft
    von paraguay ins rollen gebracht. normalerweise sind diese beiden
    keineswegs philanthropen sondern eiskalte geschaefts-
    maenner mit riesigen interessen in allen bereichen.
    informierten personen war es immer klar, dass die
    „strohmaenner“ nur einen teil des angegebenen gehalts
    bekommen, den anderen teil erhaelt der „chef“ bzw“chefin“. dieses system funktioniert bis in die
    untersten raenge. so kenne ich einen fall, wo eine
    putzfrau 1 ooo ooo G im monat verdient,obwohl sie eigentlich „salario minimo“, 1 682 ooo,verdienen
    muesste. den rest kassiert ihr vorgestzter. solche
    faelle gibt es sicher zu tausenden.
    hoffentlich laesst sich die bevoelkerung durch ein
    paar „bauernopfer“ nicht von ihren protesten abbringen.

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