In Tacumbú hat alles seinen Preis

Asunción: Gerade für Insassen die eben erst nach Tacumbú kamen und nun als Repressalie in andere Haftanstalten verlegt werden, ist der Verlust besonders groß. Wer nicht auf einem Gang schlafen will muss 7.000.000 Guaranies berappen.

Diese Summe kostet aktuell ein Platz in einer Zelle. Wer kürzlich dafür bezahlt hat und nun verlegt wird, hat Pech gehabt. Was vor zwei, drei Jahren noch knapp 2.000.000 Guaranies kostete ist nun mehr als drei Mal so teuer. Diese Summen bekommen Wärter wie auch Häftlinge, die für einen bestimmten Bereich im Gefängnis als verantwortlich eingeteilt wurden. Wenn man eine Matratze haben will, einen Teller, Kleidung oder was auch immer muss man dafür zahlen. Von staatlicher Seite gibt es bis auf das einfache Essen, ganz ohne Teller und Besteck nichts.

Dass man so eine Unterbringung als Strafe ansehen kann ist einfach. Doch wer über finanzielle Mittel verfügt, lebt wie ein König hinter Gittern, wenngleich die Wärter mit einem verdienen.

Der gestrige Gefängnisaufstand war bestenfalls das Überdecken eines Massakers von besagten sechs Toten. Haftbedingungen werden sicherlich nicht verbessert. Eine Schließung von Tacumbú wäre ratsam, würde jedoch den Wärtern keine Vorteile bringen.

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3 Kommentare zu “In Tacumbú hat alles seinen Preis

  1. Ein Skandal, der keiner ist. Sicherlich ganz besonders geschickt hiesig Kindergartenpolitiker und Kindergartenpolizeijustiz den Steuerzahler nicht für Verbrecher bluten zu lassen. Sondern sich diese Gelder selbst zu krallen.
    Dieser Staat mit seinen Kindergartenpolitiker, -polizeijustizler und -insassen ist eben nicht fähig den Bürger vor Kriminellen zu schützen, nicht nur weil fast jeder selbst ein kleiner Ganove bis Pate der Ndrangheta ist, sondern weil dazu eben auch ein funktionierender und humaner Justizvollzug gehört. Dazu kann man die Kindergartenpolitiker, -polizeijustizler und -insassen des Gongo, Sambi und des Paragauy nicht zählen.
    Wie alles hierzulande, einzig auf wer Plata hat zugeschnitten. Etliche vom TV aufgedeckte „Skandale“ von VIP-Zellen mit Fitnessstudio, Bibliothek, Möbel, personal Ghettoblaster Schwuddi 120 dB und Kühlschrank für 12-er Pack Billigpolarbierbücks mit Konsequenz personelle Rochaden und alles bleibt beim Alten.
    Paragauy, ein Land, in welchem diejenigen mit Plata leben wie Könige. Für die meisten jedoch ist das Überleben in der Korruption existenzvernichtend.
    Nun werden wohl ein paar Involvierte vorübergehend suspendiert, doch die armen müssen ja auch arbeiten, um sich Streichhölzl, um den Müll abzufackeln verdienen, und werden dann, nachdem genügend Graus zum Trinken getrunken wurde, in ähnlicher Position weiterwursteln.

  2. Das Problem ist, daß hier aus Faulheit und Dummheit erst einmal jeder eingesperrt wird. Dadurch ist jeder Knast sofort ueberfuellt. Was mich nur wundert ist, das die Familien der Insassen die Familien der waerter nicht in regress nehmen. Das ist in der brd usus sobald sich ein waerter bei den falschen gefangenen unbeliebt macht. Bei der polizei ist das in der brd seit Jahren genau so, so das Polizisten versuchen ihre Identität durch sturmmasken zu verbergen sobald man gegen bestimmte Personengruppen vorgeht.

  3. Schlecht ist natürlich – wegen den Rauchsäulen, die bei dieser Revolte aufgestiegen sind – derjenige, der gestern Waschtag hatte, seine Wäsche nochmals waschen muss (siehe Foto).
    So oder so ähnlich ergeht das uns auch, wenn wir vergessen UNSERE die Wäsche abzuhängen, weil DER Bueneducado-Nachbur gerade seinen Müll abfackeln muss. Besonders penetrant ist dann der Geruch vom abfackelnden, über Monate abfackelbar gelagerten Hund, wieder aus der Wäsche zu bringen, nur weil ER anstatt ner Schaufel mindestens fünf 12-er Pack BilligPolarBier grati bekommt. Aber was willst machen, zurückfliegen nach Westchina nur damit die Wäsche trocknet ist zu teuer und zu langwierig. Kann man ja auch im Haus bei verschlossener Tür und verschlossenen Fenstern trocknen lassen, gemäß Logik hiesig PY-Sonnenbrilly-Willys und -Mayas.

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