Inflation und die trüben Aussichten in Argentinien

Asunción: Während der argentinische Peso jeden Tag mehr an Wert verliert, druckt man in Argentinien fleißig weiter Geld, als gäbe es das Wort Inflation nicht. Dies hat jedoch schlimme Folgen.

Obwohl der argentinische Peso die Währung ist, die in der Region seit Anfang 2023 gegenüber dem US-Dollar am meisten an Wert verloren hat und damit gegenüber seinen Handelspartnern an Wettbewerbsfähigkeit einbüßt, setzt sich in Paraguay der Trend eines “starken Rückgangs” fort. Heute startete die Währung des Nachbarlandes mit einem niedrigeren Wert in den Tag, nur noch 12 Guaraníes pro Einzelhandelseinheit im Verkauf, während der Kauf im Durchschnitt nur noch 9 Guaraníes kostet, so die Börsennotierung.

In der Vergangenheit fiel der argentinische Peso innerhalb von 8 Tagen von 14 Guaraníes auf 12 Guaraníes, während er in den letzten 30 Tagen um 4 Guaraníes gesunken ist. In den letzten 6 Monaten wurde die Währung mit 23 Guaraníes pro Einheit gehandelt, was einem Unterschied von 11 Punkten zum aktuellen Kurs entspricht.

Vor einem Jahr hatte der argentinische Peso einen Wert von 30 Guaraníes pro Einheit, ein Kurs, der bis Ende Oktober 2022 beibehalten wurde. Seit November begann er jedoch stark zu fallen und lag zum Jahresende bei 23 Guaraníes.

Argentinien erlebt derzeit einen kritischen Moment in Bezug auf seine Währungspolitik. Der Dollar stieg in nur fünf Tagen rapide an, was dazu führte, dass der offizielle Wechselkurs über 350 Pesos stieg und die Abwertung 20 % erreichte. Und das nach den Vorwahlen am Sonntag, dem 13. August.

Welche Auswirkungen wird das haben?

In Anbetracht der Tatsache, dass das Nachbarland ständig von Paraguayern an der Grenze aufgesucht wird, wird erwartet, dass Argentinier in unser Land kommen, um ihren Peso in Guarani zu tauschen und dann den Wechsel von Guarani in Dollar vorzunehmen. Dies erklärte der Wirtschafts- und Finanzanalyst Stan Canova.

“Es gibt Argentinier, die nur nach Paraguay kommen, um ihren Peso in Guarani und dann Guarani in Dollar zu tauschen. Denn sie kaufen ihre Waren hier, um mit Argentinien Geschäfte zu machen, weil sie zu einem viel höheren Preis verkaufen”, sagte er.

Paraguay könnte von diesem Peso-Verfall in Bezug auf die Überweisungen der in Argentinien lebenden Paraguayer betroffen sein. Das Land ist auch anfällig für einen Anstieg des Schmuggels aufgrund des Wechselkurses, der von an der Grenze lebenden Landsleuten ausgenutzt werden wird, um argentinische Produkte und Lebensmittel zu kaufen.

“Die Landeswährung, der Guaraní, gewinnt an Boden, und das bedeutet, dass die Produkte in Argentinien billiger werden, und wir sehen natürlich, dass der Schmuggel einen Aufwärtstrend haben wird”, warnte der Wirtschaftswissenschaftler Manuel Alarcón vor einigen Tagen.

Der Marktanalytiker und ehemalige stellvertretende Wirtschaftsminister warnte auch vor einer möglichen Flucht von Dollars nach Argentinien. “Dies könnte sich auf den Devisenmarkt auswirken und zu einer größeren Nachfrage und folglich auch zu einer gewissen Abwertung des Wechselkurses auf dem lokalen Markt führen”, sagte er.

Der Wertverfall hat aber auch andere Gesichter im Nachbarland. Gestern wurde ein Supermarkt und eine Fleischerei in Mendoza von mehreren Menschen überfallen und alle Waren gestohlen. Obwohl die Polizei 19 Personen festnahm, sind die Leute dennoch frustriert weil ihr Geld nichts mehr wert ist bzw sie davon nichts mehr kaufen können.

Wochenblatt / La Nación / Clarin

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3 Kommentare zu “Inflation und die trüben Aussichten in Argentinien

  1. Aber Mitgliedschaft bei den BRICS beantragen! Bei solchen Mit-Mitgliedern muß sich die USA nun wirklich nicht fürchten. Dazu China, was ebenfalls u.U. kurz vor dem Zusammenbruch steht (siehe Immobilienblase und Pleite des größten Immobilienentwicklers im Land, sowie in deren Gefolgschaft zwei weitere große Immobiliengesellschaft) dann Mitgliedschaft von Russland mit einem Verbrecher vorne dran, der erst vor zwei Tagen wieder sein dreckiges Mörderhanwerk in Tchernihiw mit mindestens 7 Toten und 150 Verletzten Zivilisten mitten in einer friedlichen ukrainischen Stadt bewiesen hat. Und zu guter letzt ein Kummunist wie Lula der schon mehrfach bewiesen hat, daß er von Staatsfinanzen keine Ahnung hat.

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  2. Diese ständigen Wirtschaftskrisen in Argentinien sind doch absoluter Alltag dort. Glaube auch nicht wirklich dran, dass der neue Präsident da was ändern kann oder gar will. Wie in Paraguay gibt es da eine Politikerkaste, die völlig abgeschieden vom Volk lebt und es wirtschaftlich prächtig geht – und führen eine irrsinnige Sozialpolitik um immer wieder gewählt zu werden, die das Land aber total in die Knie zwingt.
    Für mich ist Argentinien ein Failed State. Mit allerbesten Voraussetzungen, Meerzugang, ein großes Land, verschiedene Klimazonen – und die kriegen nichts auf die Reihe.
    Meine Empfehlung an das argentinische Volk wäre, dass die sich von Italien oder Spanien kolonialisieren lassen sollten.

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  3. Von Kommunisten sollte man nichts anderes erwarten als die Herabwirtschaftung des Landes. Aber die meisten Menschen sind halt strunzdumm und kapieren gar nichts.Deshalb geht es immer weiter bergab…

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