Infrastruktureller Notstand in Boquerón ausgerufen

Filadelfia: Nur 11 Jahre nach dem Neubau der Departementsverwaltung ist das Gebäude einsturzgefährdet. Es wurden schon zwei Ausschreibungen abgebrochen, um Gelder in Renovierungen fließen zu lassen.

Der neue Gouverneur Darío Medina (ANR Cartes-Flügel) hat seinen Posten bezogen und sieht als dringendstes Problem die Renovierung der Schaltzentrale an. Begonnen wurde der Bau in 2007 in der Amtszeit von Gouverneur David Sawatzky (ANR), pausiert unter seinem Nachfolger Walter Stoeckl (PLRA) und schlussendlich eingeweiht unter der Leitung von Edwin Pauls im Jahr 2013. Bei US-Boschafter Lee McClenny soll der Zustand des Gebäudes so wenig Vertrauen hervorgerufen haben, dass dieser es fast nicht betreten hätte, als er kürzlich vor Ort war.

Die aufgelisteten Mängel sind bröckelnder Putz, ein undichtes Dach, undichte Zwischenböden und Rissen in den Wänden. Laut Medina kann diese Situation zum Wohn der Angestellten und der Einwohner nicht mehr hingenommen werden. Um den Ausgaben dafür Herr zu werden, wurden die Ausschreibungen für zwei andere Sachen schon ausgesetzt. Es war geplant Maschinen für den Straßenbau zu erwerben und die Verbindung Neuland-Agropil zu erneuern. Beides bleibt nun in der Warteschleife. Auch der ehemalige Gouverneur kannte das Problem, sah jedoch andere Sachen als notwendiger an. Pauls verlegte laut Medina sein Büro in einen anderen Teil des Gebäudes um davon nicht betroffen zu werden. Die Gesamtstruktur des Gebäudes sei gut, dennoch könnte es sein, dass eine Wand im Untergeschoss absinkt, da ihr ein notwendiges Streifenfundament fehlt.

Der Neubau kostete rund 12 Milliarden Guaranies. Was die Reparaturen kosten werden, ist noch nicht bekannt.

Wochenblatt / Abc Color

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4 Kommentare zu “Infrastruktureller Notstand in Boquerón ausgerufen

  1. Wie ich immer sage privatisierter Staat. Auftraggeber ist der Politiker, der gleichzeitig eine Baufirma hat oder zumindest ein guter Bekannter, der zahlende Kunde ist der Steuerzahler. So kommt man dem Ideal des ewigen Wachstums am nächsten. Zu bemngeln ist aber schon, dass es bereits 2013 eingeweiht wurde. Jett haben wir 2018, das sind 20 Quartalszahlenberichte, die sicher mager ausgefallen sind, also los gehts zackig.

  2. Ist das ein anschauliches Beispiel für paraguayische Qualitätsarbeit durch professionelle Fachkräfte? Sage keiner, das wäre ein Einzelfall! Vor allem ist zu beachten, daß die Bauüberwachung vermutlich von einem Ingenieur gewissenhaft durchgeführt wurde. Irgendwie schon sehr seltsam.

  3. Ein Land der Korrupten, Dummkoepfen, Bildungsfernen, Bildungsresistenten, aber irgendwie halt doch lieb.

  4. Hannelore Fleischmesser

    Reply

    Was ist daran außergewöhnlich? Die Beschreibung trifft so ziemlich auf jedes öffentliche Gebäude zu. Aber ja, es wird renoviert. Nach zwei Monaten wird zwar der Deckenverputz herunter fliegen, aber es wird wieder für mindestens 3 Jahre ohne Lebensangst betretbar sein.

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