Ist südamerikanisches Rindfleisch zu billig in Deutschland?

Asunción: Nachdem bei einer Supermarktkette in Deutschland ein Angebot lanciert wurde, was laut dem Bayerische Vieh- und Fleischhandelsverband, viel zu billig ist, fragt sich die Branche, was die Gründe dafür sein könnten?

Der Preis von 15,99 Euro was Lidl diese Woche für ein Kilo Entre-côte verlangt, sei die Hälfte dessen, was man für ein vergleichbares Stück Fleisch aus deutscher Erzeugung bezahle, so Verbands-Chef Philipp Reiners.

„In Südamerika überprüfen Kontrolleure unseres Lieferanten alle Produktionsstufen, um die Einhaltung der Produktqualität zu gewährleisten“, so ein Sprecher des Unternehmens.

Während die Verteiler südamerikanischen Rindfleischs erklären: “In Südamerika überprüfen Kontrolleure unseres Lieferanten alle Produktionsstufen, um die Einhaltung der Produktqualität zu gewährleisten“, sprechen die Mitglieder des Bayerische Vieh- und Fleischhandelsverbandes, dass in Uruguay die Tiere nicht nur auf der Weide gehalten werden. In sogenannten Feedlots bzw. Fressplätzen verbringen die Tiere in der Regel ihre letzten 100 Tage. Dieses System wird auch schon seit mehreren Jahren in Paraguay angewandt, wie dass folgende Video zeigt. Zudem sagte Norbert Dueck, Leiter des landwirtschaftlichen Dienstes der Kooperative Chortitzer im Vorjahr, “dass dieses Produktionssystem als moderne Rinderzucht angesehen wird“.

Im Gegensatz dazu werden Rinder in Deutschland mit Futter aus Südamerika gefüttert, welches hauptsächlich aus Argentinien, Paraguay und Brasilien stammt und ebenso wenig als Bio angesehen werden kann.

Paraguay exportiert Rindfleisch in die Europäische Union im Umfang von 1.000 t jährlich laut Hilton Quota.

Wochenblatt / La Nación / Focus / Lidl

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7 Kommentare zu “Ist südamerikanisches Rindfleisch zu billig in Deutschland?

  1. Es müsste an d.Mindestlohn gekoppelt sein…willkommen bei kilo rinderrippe für 30euro..und ? Natürlich zuzüglich der transport..zoll..ect

  2. „Der Preis von 15,99 Euro was Lidl diese Woche für ein Kilo Entre-côte verlangt, sei die Hälfte dessen, was man für ein vergleichbares Stück Fleisch aus deutscher Erzeugung bezahle, so Verbands-Chef Philipp Reiners.“
    Herr Reiners hat vergessen zu erwähnen, dass es überhaupt kein vergleichbares Stück Rindfleisch in Deutschland gibt.
    Ich hab mir das vor Jahren angesehen. Was da in die Fleichtheken kommt, sind ausrangierte Milchkühe. Diese haben in ihrem kurzen Leben nie eine Weide gesehen.

  3. Kuno Gansz von Otzberg

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    Das mit den Feedlots duerfte die Margen bedeutend druecken da intensiv Maiz und Kraftfutter sowie Abfaelle aus der Bierproduktion gefuettert wird. Das rentabelste ist die reine Weidehaltung. Zu 97% duerften die Tiere in Suedamerika in reiner Weidehaltung heranwachsen. In Europa duerften die Tiere eben zu 97% im Stall oder Feedlots heranwachsen. Das heisst, der Viehpreis ist auf das europaeische Mastsystem zugeschnitten welches mindestens 2000% teurer ist als die suedamerikanische Weidehaltung. Daher erziehlen die paraguayischen Viehzuechter mit Feedlots auch solch hohe Gewinne da sie relativ geringe Ausgaben haben indem doch 70% und mehr der Tiere auf reiner Weidehaltung grosswerden. Zudem kommt ja das Futter sowieso aus der Region und so ist der Feedlot in Paraguay zudem noch billiger als in Europa.
    Ja die europaeischen Viehzuechter koennten niemals mit den suedamerikanischen Preisen konkurrieren wenn es eine Preisdifferenz gaebe. Die Margen der suedamerikanischen Viehzuechter duerften zwischen 1000% und 2500% liegen wo der Drogenhandel eine Marge von 3900% aufweist, als Vergleich. Die europaeischen Viehzuechter muessen den aktuellen Viehpreis bekommen um ueberhaupt eine „schwarze Null“ zu schreiben, wo die suedamerikanischen Viehzuechter das Fleisch noch mit Gewinn fuer rund 20% des jetzigen Viehpreises verkaufen koennten. Suedamerika mit der spaerlichen Besiedlung und weitem Land befindet sich noch in derselben Situation wie die USA zwischen 1865 und 1900 wo Viehbarone Viehbetriebe besassen die so gross waren wie ein Bundesland der Bundesrepublik und Viehherden in Millionenzahl. Die Groesse des Landes macht die Viehhaltung billig, wobei wenn man die Tiere im Stall halten muss weils eben Landknappheit gibt, wegen Kaelte oder um diese das Jahr hindurch mit Kraftfutter zu fuettern, das Feedlotsystem die Kosten der Viehzucht in die Hoehe schnellen laesst.
    Fiele der Viehpreis um einiges so verschwaende das Feedlotsystem sofort aus Paraguay weil es dann unrentabel werden duerfte. Die hohen Fleischpreise bestimmen eben alles.
    Klar wird weltweit 50% des Fleisches zu Hackfleisch verarbeitet und kann daher schon jetzt durch Laborfleisch ersetzt werden und mindestens 50% aller Agrarerzeugnisse gehen fuer Kraftfutter fuer Tiere in „kalte“ Laender.
    Der Fleischpreis wiederspiegelt in keinem Fall die Kosten in Suedamerika, wiederspiegelt aber die Kosten in Europa und Kanada.
    Macht einen differenzierten Fleischpreis und das Problem verschwindet teilweise.

    1. Kuno Gansz von Otzberg

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      „…moderne Rinderzucht“ bedeutet noch lange nicht technologisch Sinnvoll denn „modern“ wird oft nur als Nachahmung Europaeischer Systeme als „Neues Evangelium“ angesehen das in Europa technisch Sinn macht aber in Suedamerika komplett fehl am Platz ist – es sei denn man verlangt eine kraeftige Preiserhoehung. Gerade durch sowas versucht man den Preis in die Hoehe zu treiben und da die meisten Leute ahnungslos sind, gehen sie diesen „Technokraten“ auf den Leim. Man verteuert das Produktionssystem um den Preis um ein doppeltes hochzuschrauben. Durch solchen (nutzlosen) Technologiehyp sichern sich die Bonzen u.a. ihre Arbeitsplaetze da man Kolonie, Kirche, Kooperative und Gesellschaft damit beeindruckt, zudem man maasslos mit Koloniesgeldern um sich schmeisst.

  4. das wären 115mil Gs. … hier kostet das gleich sagen wir mal max. 30mil (direkt vom betrieb vermutlich nur 20mil) also 1/5 von dem was es oben verkauft wird … also milchmädchenrechnung kann man sagen, x2 für transport, x2 für zoll und x2 für gewinn … d.h. 4x30mil wären 115mil also ungefähr das was eben dann oben der preis ist … vermutlich liegt die marge für LIDL noch etwas höher weil er direkt einkauft und vermutlich mengen kauft … 28tage gereift ist ja auch nett, das passiert ja im container von PY nach DE das ist ungefähr die laufzeit und somit wird ein fabrikationsschritt schon gespart 🙂

  5. Gerade gestern habe ich mir in einem Supermarkt „Lidl“ genau dieses „Entrecóte“ aus Argentinien gekauft. Der Preis war 11,99 Euros pro Kilo, also sogar noch wesentlich billiger, als im obigen Artikel berichtet wurde. Ich habe natürlich gleich zugegriffen, und es hat sich wirklich gelohnt, wir haben gerade vergangene Nacht einen Asado mit Freunden und Nachbarn veranstaltet, und alle waren vom der Qualität und dem Geschmack dieses Fleisches hochbegeistert. Also geht es scheinbar doch, wenn man nur will. Das war sogar noch billiger als im Herkunftsland selbst. Der Preis war also, auf Gs. umgerechnet, ca. Gs. 80.000 pro Kilo. Diesen Preis bezahlt man für dieses Fleisch „tipo Exportacion“ in Paraguay auch, oder sogar noch mehr. Bei unserem letzten Besuch in Paraguay (im Supermarkt Coop in Asuncion, Avda España) im Dez. 2016 bezahlten wir dafür sogar noch mehr, als jetzt in Deutschland.

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