Itaipú: Die Büchse der Pandora

Asunción: Während viele über den Ex-Staatspräsidenten Horacio Cartes hergezogen haben scheint sich ein Wandel in der Bürgerschaft zu vollziehen: Marito Abdo Benitez hat die Büchse der Pandora mit dem Geheimpakt von Itaipú geöffnet.

Mehrere internationale Medien äußerten sich besorgt zu den Rücktritten des nationalen Kanzlers Luis Castiglioni, des paraguayischen Botschafters in Brasilien, Hugo Saguier Caballero, des Präsidenten des staatlichen Energiekonzernes ANDE, Alcides Jiménez und des Direktors des binationalen Wasserkraftwerks Itaipu, José Alberto Alderete.

Diese Rücktritte erfolgten nach dem Beschluss der Exekutivgewalt, die Aufhebung des im Mai unterzeichneten bilateralen Gesetzes in Bezug auf die Vertragsbedingungen des binationalen Wasserkraftwerks Itaipú zu beantragen und die Verhandlungen an technischen Instanzen zurückzugeben.

Der Senat hat seinerseits in einer außerordentlichen Sitzung das Projekt gebilligt, das den Präsidenten der Republik, Mario Abdo Benítez, auffordert, den Geheimpakt über Itaipú abzulehnen.

Nachdem das Fass schon lange brodelte, aufgrund der schlechten wirtschaftlichen Situation im Land, scheint dies nun die Spitze des Eisbergs von den fatalen Entscheidungen unter der Regie des jetzigen Staatspräsidenten Mario Abdo Benitez zu sein. So viel auch über den Ex-Präsidenten Cartes gemeckert wurde, dies wäre ihm sicher nicht passiert. Viele Bürger sehnen sich nach ihm zurück und bei genauer Analyse haben sie wohl nicht ganz Unrecht, wenn man das politische Chaos unter Benitez genauer betrachtet.

Wochenblatt / ADN Paraguayo

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6 Kommentare zu “Itaipú: Die Büchse der Pandora

  1. Cartes wird nicht Gelobt. Falsch. Man lobt einen Hund, wenn er gut Stöckchen holt. Es ist viel schlimmer geworden. Farblosigkeit gepaart mit Unfähigkeit einiger „Mitarbeiter“ und das macht sich nun bemerkbar. Und wer Profitiert davon?

    1. Ich denke nicht, dass etwas schlimmer geworden ist. Wenn man bei 0 angekommen ist, geht es nämlich nicht weiter (mal abgesehen von Europa, wo sie ja auch das Minuswachstum erfunden haben.)

  2. Kuno Gansz von Otzberg

    Antworten

    In der Tat scheint der Landessegen irgendwie schief zu haengen. Zuerst die israelis brueskieren mit dem Botschaftsdebakel, einen Araber als Praesident von dem man sich einen zweiten Stroessner erhoffte ohne in betracht zu ziehen dass man heute weder das Volk noch den damaligen Zeitgeist mehr hat und dann die wirtschaftliche Flaute.
    Die Rezession mag der groesste Verursacher des generellen Unmutes zu sein. Nun unter Stroessner hatte man 2 bis 3 Millionen Menschen, die noch nicht dermassen in ihrer Wesensart vom modernen Wirtschaftswachstum beeinflusst waren. Wie mirabilis Dr. Hans Werner Sinn schon treffend sagte: “rauf mit dem Gehalt und Lebensstandard ist kein Problem aber mit beiden runter zu gehen nach dem Rauf kommt einer Krebstherapie gleich nach der man nie genau weis ob man ganz gesund ist oder nicht die eine Gesellschaft nur,selten durchhaelt“.
    Paraguay ist schlichtweg zu teuer geworden im Vergleich zum Ausland wobei die Ansprueche immer weiter nach oben getrieben werden trotz des Abschwungs. Schluss ist mit Lustig, wusste auch schon Merkel.
    Auch unter den Mennoniten klotzt sich die reiche Chiqueria immer groessere mauerumgebene Palaeste auf wo viele des Mittelstandes ums nackte wirtschaftli he Ueberleben kaempfen. Z.B. nach der letzten Mindestlohnerhoehung ist der Milchpreis nicht gestiegen, wie ich mitbekommen habe und gerade dieser Sektor ist sehr Arbeitnehmerintensiv. Ich nehm an so mancher Bauernhof wird bald in finanzieller Schieflage geraten und dichtmachen muessen. Darauf warten dann wieder die Reichen um sich Laendereien billigst unter den Nagel zu reissen, usw…

  3. Jefe ANDE nur fünf Tage Jefe der ANDE, das müsste nach europäischen Verhältnissen wegen Nichteinhaltung des 5-Jahresvertrages eine Abgangsentschädigung von 65 Millionen Euro machen, naja, hierzulande gibt man sich auch mit 6,5 Euro zufrieden.

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