IWF besteht auf dringende Strukturreformen in Paraguay zur Steigerung der Produktivität

Asunción: Paraguay verzeichnete in den letzten zehn Jahren ein bedeutendes Wirtschaftswachstum, das mit dem Rohstoffboom zusammenhängt. Die Herausforderungen seien heute jedoch anders, weshalb Strukturreformen dringend erforderlich sind, um die Produktivität zu steigern, mahnen Experten vom IWF an.

Das Defizit in der Infrastruktur, die schlechte Qualität der Bildung und das Humankapital sind Hindernisse, die die Produktivität des Landes beeinträchtigen. Das spiegelt die Ökonomin Natasha Che in einer Rede wider, als sie sich kürzlich als Mitglied auf einer ansässigen Mission des Internationalen Währungsfonds (IWF) in Paraguay befand.

Sie betonte die Notwendigkeit einer stärkeren produktiven Diversifizierung, weil die internationalen Bedingungen für Rohstoffe kein gutes Bild ergeben würden.

Trotz seiner hohen Produktivität bietet der primäre Sektor (Landwirtschaft) nur geringe Beschäftigungsmöglichkeiten. Daher müssen Reformen in Betracht gezogen werden, die eine Erhöhung des Bildungsniveaus und die Qualität der Arbeitskräfte ermöglichen. Des Weiteren soll der Bereich Infrastruktur forciert werden, denn hier bietet der Markt viele Beschäftigungsmöglichkeiten. Die Ressourcen, so Che, würden in dem Sektor nicht richtig genutzt.

Mit Blick auf die Zukunft könnte das günstige Außenumfeld nicht vorhanden sein. Das nachhaltige Wachstum müsse von einer weiteren Steigerung der Produktivität, einem schnelleren Boom des nicht-landwirtschaftlichen und Energiesektors herrühren, sagte die IWF-Ökonomin Che während einer Tagung in der Zentralbank von Paraguay.

Natasha Che verwies auch auf die Notwendigkeit, die Effizienz öffentlicher Einrichtungen für eine schnellere Anwendung und Umsetzung von Gesetzen zu verbessern, was die Investitionen im Land oftmals verlangsame.

Che bezog sich auf Länder, die vor zehn Jahren sowohl in Bezug auf das Einkommen als auch auf die wirtschaftliche Basis ähnlich waren. „Ich erwähne insbesondere den Fall Island, ein Land, das 50% seines Exports auf Fisch konzentrierte und nun auf 20% reduziert hat. Dann diversifizierte das Land seine Wirtschaftssektoren, aber Paraguay ist nach wie vor von der Landwirtschaft abhängig. Jedes Land hat natürlich seine eigene Situation. Strukturelle Veränderungen sind notwendig, damit Paraguay seine Produktivität steigern und ein größeres Wachstum anstreben kann“, sagte Che.

Der IWF senkte die Wachstumsprognose für 2019 von 4,2% auf 3,5%. Diese Korrektur ist auf eine Trockenheit zurückzuführen, die die Sojabohnenernte verringern wird. Che betonte aber, dass dieser negative Effekt durch eine Korrektur der Währungskrise (Argentinien und Brasilien) “teilweise“ kompensiert werde.

Wochenblatt / ABC Color / IP Agencia Paraguay

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2 Kommentare zu “IWF besteht auf dringende Strukturreformen in Paraguay zur Steigerung der Produktivität

  1. Paraguay wird zwei Millionen Arbeitsplätze schaffen, um dann etwa auf die gleiche Einsicht des IWF zu kommen. Dann stellt man noch zwei Millionen weitere Amigos ein, die die zwei Elektriker und die zwei Straßenarbeiter verwalten. Mit etwas Glück werden diese dann bald fertig mit der Metro in Asuncion, so dass die Enkel unserer Enkel sie auch benutzen werden können.

  2. Humankapital!!! Wenn ich sowas schon lese, kommt mir das kot…… Der IWF soll sich mal um seine korrupte Cheffin kümmern anstatt überall das Maul aufzureissen.

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