IWF warnt vor Zinserhöhungen und deren Auswirkungen

Asunción: Eines der größten Risiken für Schwellenländer, darunter auch Paraguay, sind die steigende Aufnahme von Krediten und Zinsen. Der Internationale Währungsfond (IWF) gab nun eine Warnung heraus.

Darin fordern die Experten strikt die Einhaltung der Schuldenobergrenze.

„Trotz der niedrigen Raten bei den Zinsen haben aber die Schuldverschreibungen in vielen Volkswirtschaften zugenommen. Der Trend setzt sich ungehindert fort und dürfte noch weiter ansteigen“, sagte Tobias Adrian auf einem Kongress in Washington, USA. Er ist Leiter der Abteilung für monetäre Märkte im IWF.

„Das schlimmste Risiko besteht darin, dass die Zinsen ansteigen“, warnte Adrian. Die Vereinigten Staaten richten ihre Politik auf eine Erhöhung der Benchmark Rate aus. Das dürfte sich, zusätzlich zum Anstieg des Dollarkurses, auch auf das globale Finanzsystem auswirken.

Amilcar Ferreira, ein weiterer Analyst der internationalen Finanzmärkte, meinte, dass trotz der vermehrten Schuldenaufnahme in Paraguay kein größeres Risiko für das Land bestehen würde. Er betonte aber, die Empfehlungen vom IWF müssten berücksichtigt und die Haushaltsobergrenze eingehalten werden.

Aktuell beträgt der Saldo bei den Schulden in Paraguay sieben Milliarden US Dollar. Das entspricht rund 24% vom Bruttoinlandsprodukt (BIP). Im Haushaltsplan 2018 sind 298 Millionen USD für Zinszahlungen vorgesehen, 55 Millionen USD mehr als dieses Jahr.

Im Rahmen eines Treffens zwischen der Weltbank und dem IWF wurden die Wirtschaftsprognosen für Paraguay auf 3,8% bzw. 3,9% angepasst. Ferreira ist der Ansicht, dass diese Zahl sogar bis zum Ende des Jahres auf 4,2% angehoben werden könnte.

Wochenblatt / ABC Color

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3 Kommentare zu “IWF warnt vor Zinserhöhungen und deren Auswirkungen

  1. “ Haltet den Dieb, schreit der Dieb “ Die Industrieländer haben die Mehrheit im IWF und sind viel stärker verschuldet als die Entwicklungsländer. Wenn es keine Geldgeber geben würde bekämen auch die Schuldner keinen Kredit. Aber die Dummheit kennt keine Grenzen und so konnte Argentinien eine Anleihe auf US$ mit einer Laufzeit von 100 Jahren auflegen, wo sie schon mehrmals Staatsbankrott erklärt hat. Selbst Österreich hat nun auch eine Anleihe auf Euro mit Laufzeit von 100 Jahren verkauft bei einem Zins von etwas über 2 % pro Jahr.

  2. Paraguay ist vom 5. Weltland direkt zu den Schwellenländer aufgestiegen und hat den Status vom 3. Weltland ausgelassen. Demnächst geht es von den Straßen, vergleichbar mit deren des imperium romanum, direkt zum eigenen Satelliten im Weltall.
    Spaß beiseite, im ernst, obwohl ich nicht Ernst heiße:
    Schon morgen wird das Abladen von Gütern mit Gabelstapler erledigt, anstatt stundenlanger Arbeit, jeden Ziegelstein, jeden Zementsack einzeln vom Lastwagen abzuladen. Vielleicht möchte Deutschland dazu ein paar Gabelstapler anno 1957 spenden?