Ein Flüchtling und seine “deutsche“ Brennerei

Areguá: Er floh aus der Ukraine als der Bürgerkrieg ausbrach und wollte die Welt verändern. Über Uruguay kam er nach Paraguay. Sein Rum, den er nun in Paraguay produziert, findet internationale Akzeptanz.

Timm Hogerzeil wurde in Johannesburg, Südafrika, geboren. Er lebte 20 Jahre in Deutschland und kannte 20 Länder. Vor mehr als drei Jahren kam er nach Paraguay, auf der Flucht vor dem Krieg in der Ukraine.

Hogerzeil besuchte Länder in der Region wie Peru, Brasilien, Argentinien und Chile. Er zog es aber vor in Paraguay zu bleiben weil ihn die Qualität der Früchte überzeugte, die im Land wachsen. Darüber hinaus mochte der Rumhersteller die “chaotische Umgebung“ und das Fehlen strikter Regeln im rechtlichen und administrativen Bereich. Das war für ihn als Unternehmer eine günstige Gelegenheit.

Hogerzeil hat seine Brennerei in Once Guazu bei Areguá. Dort richtete er sich eine kleine Fabrik ein. Ursprünglich wurden alkoholische Getränke aus Früchten wie Mangos, Mandarinen, Orangen und weiteren produziert. Im Laufe der Zeit rückte das Zuckerrohr in den Mittelpunkt des Interesses von dem gebürtigen Südafrikaner. Er begann Rum zu produzieren.

Hogerzeil verwendet bei der Herstellung von Rum nur organische Stoffe. Die Verarbeitung erfolgt vollständig von Hand. Etwa 7.000 Flaschen könnte die Fabrik im Monat produzieren, jedoch ist die Anzahl wesentlich geringer aufgrund der nicht maschinellen Herstellung.

Den Brennofen für die Destillation ließ sich Hogerzeil aus Deutschland liefern. Ebenso kommen die Flaschen aus der BRD, weil sie aus doppeltem Glas hergestellt werden und sie so transparenter werden. Die Korken bezieht der Rumhersteller aus Portugal, alle Etiketten werden in Brasilien gedruckt und nach Paraguay geliefert.

Fast die gesamte Produktion von dem hochprozentigen Getränk geht an einen Käufer in Ciudad del Este. Einige Kartons mit Flaschen werden nach Deutschland exportiert, dann erfolgt von dort aus eine Verteilung in ganz Europa.

Hier in Paraguay gibt es nur wenige Verkaufsstellen, die den Rum überhaupt im Sortiment haben. Hogerzeil ist Fanatiker von dem Steampunk Stil, eine literarische Strömung, die in den 80er Jahren begann. Die Wurzeln des Steampunks finden sich in den Romanen und Geschichten von Jules Verne. Der Unternehmer widmete seinen Rum diesem berühmten Schriftsteller.

Wochenblatt / El Omnivoro

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17 Kommentare zu “Ein Flüchtling und seine “deutsche“ Brennerei

  1. Im Grunde genommen ist jegliche Werbung für Alkohol pervers. Dies gilt in höchstem Maße für Hochprozentiges, wie Zuckerrohrschnaps, beschönigend Rum genannt. Für was benötigt man solcher Art „Getränke“? Doch nur, um seine Sinne zu betäuben (für was soll das gut sein?) und auf Dauer seine Gehirnzellen, sowie die Leber zu zerstören. Niemand käme auf die Idee, Werbung für Marihuana u.a. Drogen zu machen – doch für Alkohol schon. Dabei gibt es weltweit wesentlich mehr Alkoholabhängige, zerstörte Beziehungen und Ehen, Gewalt, Mord & Totschlag, Beschaffungskriminalität, politische Fehlentscheidungen bis hin Kriegen, allein aufgrund von Alkoholgenuß. Man schaue sich nur um, was Alkohol aus den Menschen macht und zu welchem Leid das in den betroffenen Familien von Alkoholikern führt. Mit wenig Alkohol fängt es an und am Ende und zunehmendem Alter werden die benötigten Mengen immer mehr. Und dennoch wird munter weiter die Werbetrommel für Alkoholisches gerührt und deren Folgen ignoriert. Wie krank ist das eigentlich?

    1. Jesus Christus hat zwar keinen Zuckerrohrschnaps gebrannt, aber er hat Wasser in Wein verwandelt, wahrscheinlich in weiser Voraussicht, dass der Konsum alkoholhaltiger Getränke helfen kann grosszügig über deine Kommentare hinweg zu sehen…..nüchtern sind sie einfach unerträglich.

      1. Ja, so ist das auch bei den Alkoholikern. Sie finden immer einen Grund zum Trinken. Weil alles so schön ist – oder weil alles so schlecht ist. Wegen mir müssen Sie nicht trinken, einfach mit guten Argumenten antworten. Mir ist bewußt, daß ich mit meinem Kommentar in „ein Wespennest“ gestochen habe. Das war auch genau meine Absicht, denn nach meinen Beobachtungen gibt es unter uns Dachlern leider viele zu viele Alkoholiker. Ich verurteile sie ganz bestimmt nicht (bin kein Abstinenzler) , es sind bedauernswerte Menschen die eigentlich Hilfe bedürfen. Doch was ich an ihnen verurteile ist die Tatsache, daß sie genau erkennen, was sie mit ihrem zu viel an Alkohol in ihren Familien und sich selbst angetan haben und dennoch keine Hilfe annehmen wollen. Schuld haben immer die anderen. Ich hatte in Deutschland leider schon viele traurige Schicksale mit ansehen müssen. Immer war der falsche Umgang mit Alkohol schuld. Leider können nur wenige mit Alkohol richtig umgehen. Einmal angefangen finden sie kein Ende mehr. Und wer täglich nach seinem Alkohol giert ist bereits in einem Abhängigkeitsverhältnis. Man muß das nicht schön reden und schon gar nicht diejenigen verurteilen, die vor den Gefahren und Auswirkungen warnen.

        1. Kannst du auch nur einmal beim Thema bleiben?
          Thema ist, dass ein Einwanderer allem Anschein nach qualitativ hochwertigen Rum produziert und so einen offensichtlich bestehenden Bedarf deckt, der sonst nur durch Importware gedeckt wird.
          Du kommentierst wie so oft an Thema vorbei und siehst in Allem nur das Negative. Würde der Mann Kuchen backen, dann würdest du uns hier einen Vortrag über Fettleibigkeit halten, würde er Wurst herstellen, dann käme ein Vortrag über Krebs der durch exzessiven Genuss von geräuchertem Fleisch entsteht.
          Würde der Mann nur von Luft und Liebe leben, dann würdest du über die schlechte Luft schwafeln……..
          Deine Kommentare haben immer den gleichen Inhalt. Einfach nur traurig…..

          1. Du bringst es zum zweiten Mal auf den Punkt! Aber ohne Manni gäbe es weniger zu lachen….

      2. Sehr guter Beitrag Albert!
        Man muss sich nur am Kopf fassen.Bei rund 28-45€ die Flasche sind sie selbst beim Mindestlohn spätestens in der Mitte des Monats absolut Trockengelegt

    2. Simplicus
      Der liebe Got gab Menschen den Alkohol, um sie zu führen .Mit der Auflage in Sinn und Massvoll zu trinken.Das heißt nicht Saufen oder Alkoholismus.Dazu verführt der Teufel!
      Ein Gläschen guter Rum/Conjak/Brandy/Whisky mit einer anstandigen Zigarre bringt auch sie auf anständige Gedanken.
      Nebenbei das sind keine Bretterknaller, da überlegst jeder bei jeden Glas.
      Der Rum kostet auch sein Geld hab keine Angst, der ist nicht zum Kippen.Preis zwischen 29 und 45€ in Europa.
      Neben bei an Marihuana/Hanf ist noch keiner verstorben mitlerweile bekommt man dieses sogar weil es schlecht als
      Medizin. Sinn voll angendet ist es doch wieder besseres Wissen was Gutes!

    3. Wochenblatt-Unkraut

      Antworten

      Ich hab bis heute auch noch keinen vernünftigen Grund gefunden, warum man überhaupt Alkohol trinkt. Reine Sucht, reine Angewohnheit.
      Selbst als ich mir als jugendlicher noch die Lampe gefüllt habe, habe ich dadurch doch keine Frauen kennen gelernt. Jedenfalls nicht solche, die ich mir unter Nicht-Alkoholikerinnen vorstellte. Na, mit irgendwas musste ich ja die Zeit überbrücken, doch es hat nicht geklappt.
      Hätte wohl besser auch in dieser verlorenen Zeit Sport getrieben, da lernt man einfach vernünftigere Frauen kennen.
      Ja, und sonst, für was könnte Alk noch gut sein. Genuss? Rum? Schnaps? “ I gloub i mues glei spein.“

  2. Was ist eine Sucht/süchtig?
    Also alles was man zuviel und übertrieben macht, geht doch unter Sucht.
    Und jede Sucht kann für andere Personen belästigend sein.
    So ist es auch wenn man im Wochenblatt unter den Kommentaren immer den Namen „Simplicus/Manni“ lesen muss, weil der so süchtig ist, sein angebliches „wissen zu verbreiten“

  3. Alkohol ist gut. Am besten in großen Mengen. Kurz vor dem Delirium fängt man dann man sogar an paraguaysche Kindergarten-Musik auf 120 dB zu ertragen. Mit ein wenig mehr wird es dann erträglich.
    Aber das ist keine paraguaysche Eigenheit. Millionen Deutsche ertragen mit dieser Methode auch Modern Talking und Musikantenstadel.

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