Jedem das Seine

Nun die philosophische Überschrift über Moral und Politik passt zu den Vorgängen der letzten Wochen in Paraguay recht treffend. Insbesondere die Begriffe Recht und Gerechtigkeit durch gerechte Güterverteilung sind passend, denn jedem Bürger soll das zugeteilt werden was ihm gebührt.
Erst kam es zu einem Aufstand der Kleinbauern und Kooperativen, dann erhoben sich wieder einmal die Studenten. Die Landwirte und Kooperativen erreichten eine Einigung, auch die Pennäler schafften den Sturz der Bildungsministerin Lafuente.

Laut dem Jesuitenpater Jesus Montero Tirado (li. im Bild) hätte aber vor allem die Mobilisierung der Studenten eine hohe politische Einmischung gehabt. Er fügte an, die Schüler seien durch Interessengruppen manipuliert, die den Sturz der Ministerin herbei führen wollten. „Es gibt deutliche Hinweise, dass die Frente Guasu das Feuer anschürte“, sagte Tirado. Er fügte an, in den Zeiten von Fernando Lugo hätte sich die Zahl der Mitarbeiter verdoppelt. „Das Bildungsministerium (MEC) hatte zwei stellvertretende Minister, Lugo stockte auf fünf auf“, sagte der Jesuitenpater. Er betonte, auch die Zahl anderer Angestellter habe sich deutlich erhöht. „Logisch gibt es politische Gründe für die Rache. Das hat nichts mit Bildung zu tun“, sagte Tirado.

In Guairá, Kolonie Nansen, schaffte es die katholische Kirche vor Jahren, landlosen Bauern landwirtschaftliche Flächen zu schenken. Sie rodeten das Land und verkauften das Holz als Brennholz. Nur wenige dachten jedoch daran, Landwirtschaft zu betreiben, die meisten verkauften ihre Fläche gewinnbringend an deutsche Kolonisten. Sie demonstrierten aber jetzt auch wieder in Asunción für ihre Rechte. „Nicht der Glaube macht selig, nicht der Glaube an egoistische Pfaffen- und Adelzwecke, sondern die Arbeit macht selig, denn die Arbeit macht frei“. (Heinrich Beta 1845 aus Geld und Geist)

Quellen: Hoy, Wikipedia