Jetzt auch Paraguay?

Asunción: Nachdem sich Panama von Taiwan abgewendet und Peking zugewendet hat, gibt es Befürchtungen, dass weitere Unterstützer des asiatischen Inselstaates sich von Chinas Macht anziehen lassen. Um Geld soll es dabei nicht gehen.

Seit 1949 sieht sich Taiwan als eigenständig und unabhängig von Kontinentalchina. Die Regierung in Peking erkennt Taiwan nur als Teil Chinas an. Eine weitere, Zweistaatenlösung ist vollkommen ausgeschlossen. Wer diplomatische Beziehungen zu Taiwan unterhält, und das sind rund 20 Länder der Erde, der kann keine diplomatischen Beziehungen mit China eingehen. In Lateinamerika waren es bisher 11 Länder die Taiwan den Rücken stärkten. Grund dafür war eine über lange Zeit hoch dotierte Scheckbuch Diplomatie, die jedoch heutzutage nicht mehr aktiv sein soll. In 56 anderen Staaten, darunter die USA, Kanada, Russland und die meisten Staaten der Europäischen Union, ist Taiwan „halboffiziell“ mit Kulturbüros vertreten.

Chinas Einfluss machte sich in Panama bemerkbar. Nachdem ein paralleler Kanal in Nicaragua in Auftrag gegeben wurde, merken spätestens die Panamaer, dass es gesünder ist mit den Chinesen zusammen zu arbeiten. Dies macht auch deswegen Sinn, da China nach den USA die zweitgrößte Menge durch den Panama Kanal schifft.

Paraguay hingegen ist das einzige südamerikanische Land, welches Taiwan er Aufnahme der diplomatischen Beziehungen im Jahr 1957 ununterbrochen zur Seite stand. Ende der 1980er Jahre begann China auch Paraguay überzeugen zu wollen. Diese Einladungen und Anreize wurden bis 2002 gemacht, bis die paraguayische Regierung die Führung in Taipeh öffentlich beruhigte. Paraguay wird durch Wohnungsbauprojekte und Kredite aus Taiwan begünstigt. Selbst der paraguayische Kongress wurde mit taiwanesischen Mitteln erbaut. Der spanische Think Tank “Real Instituto Elcano“ nannte Paraguay ein “Schlüsselziel für Peking“ damals wegen der Verschiebungen in der Führung des südamerikanischen Landes. Die heutige taiwanesische Regierung sagt, dass es nicht mehr im Scheckbuch Diplomatie-Geschäft ist.
Inwiefern trotzdem finanzielle Interessen eine Rolle spielen und wie wichtig Paraguay für China ist sollte zuerst beantwortet werden, bevor man über einen Richtungswechsel nachdenkt.

Wochenblatt / Forbes

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2 Kommentare zu “Jetzt auch Paraguay?

  1. Wenn es nicht um´s Geld geht, um was geht es dann? Taiwan hat seine Schuldigkeit getan (u.a. Finanzierung/Geschenk des Kongressgebäudes) nun ist Rot-China dran. China schwimmt ja regelrecht in Geld & Gold und möchte seine überregionale Bedeutung mittels teilweise sehr aggressiver Expansionspolitik ausweiten. Das kann einerseits von Vorteil sein (siehe kommunistisches Nicaragua) andererseits muß aber klar sein, daß China zu einer der größten, indirekten Kolonialmacht heran wächst. Überall wo die Chinesen investieren bringen sie zu großen Teilen ihre fleißigen und disziplinierten Arbeiter selbst mit. In Zukunft wird China für die vielen, vielen Menschen immer enger und benötigt Raum – Paraguay hätte genug Platz um wenigstens 20-30 Mio. locker aufzunehmen. Hört sich heute vielleicht an wie eine Art Verschwörungstheorie, dennoch ist das nicht gänzlich auszuschließen. China denkt langfristig strategisch! (siehe neue Seidenstraße und weltweiter Ausbau von riesigen Frachthäfen)

  2. Wenn ich so nen Schmarren lese dass es nicht um Geld geht dann krieg ich nen Lachkrampf. Ja um was geht es sonst?
    Na ja lieber Vorredner klar sind die Chinesen fleissig und diszipliniert wie die Ameisen. Die Paraguayer…….na ja, Schwamm drueber…..Also bleibt locker.

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