Santi distanziert sich von Milei und verhandelt mit Uruguay über Paraguays Meereszugang via Hafen von Montevideo

Asunción: Der historische Wunsch Paraguays nach einem souveränen Zugang zum Atlantik nimmt erneut Gestalt an – dieses Mal mit Uruguay als strategischem Partner. Der ehemalige uruguayische Präsident Luis Lacalle Pou belebte die Debatte während einer Veranstaltung in Santa Rita (Alto Paraná) wieder und versicherte, dass Investoren bereitstünden, um einen paraguayischen Hafen in uruguayischen Gewässern zu errichten.

Darüber hinaus ist eine Zone für die Treibstoffentladung in uruguayischem Hoheitsgebiet im Gespräch. Die Initiative wird vom aktuellen uruguayischen Präsidenten Yamandú Orsi unterstützt und knüpft an Bestrebungen an, die bereits unter Ex-Präsident Mario Abdo Benítez verfolgt wurden.

„Ich werde nicht sterben, ohne gesehen zu haben, dass Paraguay einen Meereszugang in Uruguay hat“, betonte Lacalle Pou. Er argumentierte, dass sein Land aufgrund der Geografie „natürlicherweise der Ausgang zum Meer für Paraguay sein sollte“.

Paraguays Präsident Santiago Peña, der gemeinsam mit Lacalle Pou an der Konferenz teilnahm, gab grünes Licht und bekräftigte: „Uruguay ist zweifellos unser Tor zum Meer.“

Alternative zum Konflikt mit Argentinien

Hinter der Rhetorik stecken handfeste wirtschaftliche Interessen. Die paraguayischen Reeder blicken verstärkt auf den Hafen von Montevideo, da die Spannungen mit Argentinien bezüglich der Wasserstraße (Hidrovía) anhalten. Ein eigener Hafen in Uruguay würde die Abhängigkeit von argentinischen und brasilianischen Häfen verringern und effizientere Routen für die wachsende paraguayische Agrarindustrie bieten.

Laut Quellen der nationalen Hafenbehörde (ANNP) gegenüber LPO ist ein Hauptgrund für die Gespräche der langwierige Streit mit Argentinien über den Treibstoffumschlag im Paraná Guazú. Diese Problematik wurde zwar per Abkommen bis April 2027 vertagt, sorgt aber weiterhin für Unsicherheit.

Konkrete Schritte: Zone für den Güterumschlag

Die paraguayische Kammer der Fluss- und Seereeder (Cafym) hat bereits offiziell die Genehmigung für alternative Entladeplätze in uruguayischen Gewässern beantragt – eine Art Freihandelszone für den Güterumschlag.

Schnellere Bürokratie: Laut ANNP reiche eine Genehmigung der uruguayischen Marinepräfektur aus, um diese Operationen zu ermöglichen, was deutlich unkomplizierter wäre als der Umgang mit argentinischen Hürden.

Status: Obwohl die Cafym-Direktion das Projekt als effektiv bewertet, wird es derzeit noch als „im Anfangsstadium“ eingestuft.

Der Streit um die Wasserstraßen-Gebühren

Die Spannungen mit der Regierung von Javier Milei in Argentinien sind erheblich. Streitpunkte sind:

Gebührenerhöhungen: Argentinien erhebt Gebühren pro Nettotonne Fracht auf der Wasserstraße.

Ausschreibungen: Die internationale Ausschreibung für die Verwaltung des Abschnitts zwischen Buenos Aires und Confluencia sorgt in Paraguay für die Sorge vor steigenden Logistikkosten.

Paraguay argumentiert, dass in den für sie entscheidenden Abschnitten (Santa Fe bis Confluencia) bisher keine Verbesserungen an der Infrastruktur vorgenommen wurden, die eine Gebührenerhöhung rechtfertigen würden – ein Standpunkt, den die argentinische Regierung zurückweist.

Wochenblatt / LPO

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