Jugendliche gegen unerlaubte Wahlwerbung

Morgen finden die parteiinternen Ausscheidungen für alle politischen Gruppierungen sowie die Vorwahlen für Kommunen und Departamentos gleichzeitig statt. Laut dem Wahlgesetz darf 48 Stunden vor dem Wahltag nicht mehr öffentlich politisch geworben werden. Die Parteien hatten bis Freitagmorgen 00:00 Uhr Zeit, sämtliche Straßenwerbung zu entfernen, Spots in Radio in Fernsehen dürfen nicht mehr gesendet werden.

Ein Blick auf eine beliebige Straße in Paraguay zeigt, dass so gut wie kein Kandidat sich an dieses Gesetz gehalten hat, so wie bei jeder Wahl. Der früheste erlaubte Zeitpunkt für Werbung war der 26. Juli, dennoch hängen Transparente schon seit Monaten über den Straßen und Hauswände sind mit Kandidatenwerbung bemalt.

In diesem Wahlkampf gibt es ein Novum. Jugendliche haben sich landesweit über soziale Netzwerke organisiert, um auf eigene Faust öffentliche Plätze von jeglicher unerlaubten Reklame zu befreien. Zu diesem Zweck rückten sie mit Leitern, Pinzetten, Scheren und Streichutensilien aus. Die Bewegung startete in Ciudad del Este und breitete sich schnell nach Concepción, Fernando de la Mora sowie nach Asunción aus.

Auch in Hernandarias schlossen sich Jugendliche der Aktion an. Hier kam es allerdings zu Ausschreitungen. Die jungen Leute wurden von einer Gruppe von Personen behindert, die behaupteten, sie seien für die Entfernung der Werbung angeheuert worden, allerdings erst nach den Wahlen, die Aktivisten würden ihnen die Arbeit weg nehmen.

Nachdem eine große Gruppe von Personen die Jugendlichen bedrängte und versuchte, die Leiter, die sie benutzten, umzustürzen, zogen sie weiter, um in einem anderen Stadtteil ihre Arbeit fortzuführen. Dabei wurden sie von ihren Widersachern verfolgt und es eilten Lokalpolitiker hinzu. Der Bruder des Kandidaten Freddy Chamorro für die Bewegung Honor Colorado der ANR, schlug einen jungen Mann blutig. Die Journalistin Teresa Fretes, die für die Lokalzeitung Vanguardia aus Ciudad del Este schreibt, fotografierte dies.

Als Ángel Chamorro dies merkte, entriss er der Reporterin ihren Fotoapparat und ging damit zu seinem Fahrzeug. Fretes folgte und trommelte gegen das Fenster des Wagens ein, worauf der Politiker die Kamera zurück gab, aber den Speicherstick zuvor entnahm, berichtet Fretes.

Das Opfer des Angriffs erstattete Anzeige wegen Körperverletzung und die Pressevertreterin wegen Diebstahls bei der nächstgelegenen Polizeistation. Die Staatsanwaltschaft muss nun um die beiden Fälle kümmern.

Quelle: ABC Color, Vanguardia

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