Junge Menschen setzten auf Arbeit

Asunción: Auf einem Rundgang über die zwei größten öffentlichen Bauten in der paraguayischen Hauptstadt wurde festgestellt, dass, trotz der Umstände im Land, junge Menschen den Schwerpunkt auf die Arbeit setzten.

Es gibt mehr als 400 Arbeiter, die sowohl beim Metrobus-Projekt als auch im Bereich der Costanera im Norden der Stadt arbeiten. Die meisten von ihnen kommen aus dem Landesinnern und eine große Anzahl von Jugendlichen ist erst 19 Jahre alt.

Für Ingenieur René Gómez kommt die Mehrheit der Angestellten aus dem Inland, weil sie die Arbeit mehr wertschätzen würden. Er sagte weiter, dass die jungen Leute der Hauptstadt leider wenig Interesse an schwerer körperlicher Betätigung hätten, weil sie den Schwerpunkt auf ein Studium oder leichtere Arbeiten setzen.

Die Bauleiter der Projekte erwähnten auch, dass es viele junge Menschen und Kinder gebe, die in Quartieren in der Nähe der Baustellen leben und Baumaterialien, Maschinen, Werkzeuge oder sogar Teile der fertigen Arbeiten zerstören würden. „Es sind junge Menschen, die unter dem Einfluss von Rauschgift handeln, viele von ihnen sind auch Minderjährige, es ist eine Schande“, sagte Gómez.

Ernsthaft, meist schüchtern, versuchten viele der jungen Arbeiter die Kameras zu meiden und nur einige wollten auf Anfrage ihre Namen preisgeben, aber jeder hatte etwas zu erzählen. Sie waren sich alle einig, dass es Arbeit im Land gebe, aber dass viele junge Leute ihre Hände nicht “schmutzig machen“ wollen.

Im Gespräch mit einem von ihnen, den wir “Luis“ nennen, weil er die Anonymität vorzog, erwähnte er: „Es gibt immer Arbeit, überall und aller Art, nur ist es nicht immer in einem Büro, wie manche denken“. Er ist 19 Jahre alt und kommt aus Ypané. Luis lebt bei seinen Eltern und ging bis zur siebten Klasse in die Schule, aber dann kam er nicht weiter und begab sich auf Arbeitssuche. „Diese großartigen Werke helfen uns zu wachsen, wir lernen viel. Ich mag diesen Job“, sagte er lächelnd.

“Pedro“ (20), ein anderer Arbeiter, der uns gebeten hat, seinen Namen so zu nennen, sagte, dass er auch in Ypané lebe und seit drei Jahren auf der Baustelle arbeitete. „Jeden Tag lernen wir, nichts ist einfach, aber wir können nicht stehen bleiben“, sagte er. Er fügte, dass er eine sieben Monate alte Tochter habe und diese eine gute Zukunft bekommen solle.

José Redes, 32, ein Mann mit Berufserfahrung, war derjenige, der uns ein wenig mehr von seinem Leben erzählt. „Ich bin aus La Colmena. Bevor ich diesen Job bekam, reichte ich meinen Lebenslauf ein, stellte ich mich als Mauer vor und hier bin ich“, erklärte er. Redes sagte weiter, dass er zwei Kinder habe, mit einer Partnerin zusammenlebe und schon einige Jahre zuvor in Spanien gearbeitet hätte.

„Ich fordere junge Leute auf, das Smartphone beiseite zu legen und sich nach einem Job umzusehen. Wenn sie wollen, werden Sie einen finden. Die Regierung ist die gleiche wie die vorherige, aber sie werden dir das Essen nicht zum Haus bringen. Du musst früh aufstehen und wenn du eine Schaufel bekommst, musst du damit arbeiten“, sagte Redes.

Wochenblatt / ABC Color

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3 Kommentare zu “Junge Menschen setzten auf Arbeit

  1. Zwischen den Zeilen des Artikels ist klar zu erkennen, daß überall auf den Baustellen des Landes „gut ausgebildete Fachkräfte“ zum Einsatz kommen. Damit ist doch alles klar. Oder?

  2. Es ist toll, dass diese Jungs beschaeftigt sind, da kommen sie nicht auf andere dumme Gedanken. Aber es werden andere Zeiten kommen, wo nicht mehr so viel gebaut wird (u.a. wegen der Ueberschuldung Paraguays) – und was machen sie dann? Die Kriminalitaetsrate wird sprunghaft ansteigen.

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