Kein Mittagessen, weniger arbeiten

Asunción: Die Beamten von der Zentralbank Paraguays (BCP) sind aufgebracht. Sie fordern eine Reduzierung der täglichen Arbeitszeit von acht auf sechs Stunden. Grund: Es gibt kein kostenloses Mittagessen mehr.

Die Gewerkschaft von den Angestellten aus der Zentralbank macht nun mobil. Durch eine Anweisung aus der Chefetage kam es zu Einschnitten. Laut dem Haushaltsplan darf der Catering Service die Summe von 500 Millionen Guaranies jährlich nicht übersteigen. „Ab diesem Moment wird es nicht mehr möglich sein, ein Mittagessen anzubieten“, lautete die Erklärung von der BCP. Es gab jedoch ein Angebot, dass “die Catering Firma den Dienst weiterhin anbietet aber jeder Beamte oder Interessent das Mittagessen nun selber bezahlen muss“.

Die Gewerkschaft der Angestellten reagierte schnell und schickte einen Brief an den Präsidenten der BCP, Carlos Fernández Valdovinos. In dem Schreiben forderten sie als Ausgleichsmaßnahme eine Reduzierung der Wochenarbeitszeit von 36 auf 30 Stunden. Die allgemeine tägliche Arbeitszeit würde dann um 07:00 Uhr beginnen und um 13:00 Uhr enden.

Das Schreiben wurde von drei Verbänden unterzeichnet. Sie argumentierten, es seien systematisch Nachteile für die Angestellten entstanden durch die Beseitigung von früheren kostenlosen Dienstleistungen.

Der Schnitt bei dem Catering Service erfolgt durch ein neues Dekret bei dem Budget öffentlicher Einrichtungen für das Haushaltsjahr 2017. Finanzminister Santiago Peña hatte jedoch versprochen, den Service aufrecht zu erhalten, was nun auch eintraf aber nur nicht mehr kostenlos.

Quelle: ABC Color

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19 Kommentare zu “Kein Mittagessen, weniger arbeiten

  1. Wieso ist Kapitalismus keine Gesellschaftsform? Das ist sogar mir als Wirtschaftswissenschaftler neu. Erbitte Aufklärung. Wie schrieb doch erst vorletzte Woche Huffingtonpost, USA: in den Jahren 1970 – 1990 gab es im „kapitalistischen“ (faschistischen = mein Zusatz) Südamerika mehr politische Gefangene als im gleichen Zeitraum im gesamten Ostblock. Wollen wir wieder den Manchester-Kapitalismus einführen, in dem Kinder 7 Tage die Woche im Bergbau arbeiten und Arbeiter ebenso, die vor lauter Schwerstarbeit den Hintern nicht hochkriegen wenn sie auf den Donnerbalken wollen, wie man dies in vielen Ecken und Enden der Welt, in denen der Frühkapitalismus noch immer herrscht, einführen? Kinderarbeit kenne ich an Webstühlen arbeitend in Pakistan, ohne Ruhetag, Kinderarbeit in Gerbereien in Ägypten usw., natürlich alles ohne jeglichen Unfall- und Arbeitsschutz, Kinder-Goldgräber in Tanzania u.v.a.m.

    1. die definition des kapitalismus beinhaltet nix darueber wie die gesellschaftsordnung auszusehen hat, wat sich in zeiten von neusprech leute dazudichten interessiert mich wenig…

    2. @dvdg, anders herum wird ein Schuh daraus. Der Begriff „Kapitalismus“ wird von den heutigen „Brotgelehrten“ (Schiller) so umgedeutet, daß er als alternativloses Naturgesetz daher kommt, welches alle anderen möglichen Wirtschaftsformen als unmöglich ausschließt. So ist ja auch Ihre Argumentation, „es kann nur einen geben“ und alles andere funktioniert „offensichtlich“ nicht, weil es schon ausprobiert wurde.
      Diese Brotgelehrten sind aber leicht zu durchschauen. Marx definierte den Kapitalismus als Gesellschaftsform und damit ist auch die Frage was zuerst da war, das Huhn oder das Ei, geklärt. Nun schaue man sich nur noch die Definitionen von Gesellschaftsform(ation) und Gesellschaftsordnung an, aber auch „Kapitalismus“ wird in Wiki als Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung benannt.

      1. die wiki sagt verschiedenes je nach sprachversion
        klar is dat kapitalismus ganz eindeutig definiert
        kapital investieren in beliebiege unternehmungen und mit dem gewinn machen wat man will
        ende
        steht nix darueber wie die gesellschaftsordnung aussehen sollte
        in keinen staat der welt leben leute im kapitalismus, denn ueberall gibt es restriktionen in wat man investieren kann und vom gewinn muss man meistens wat abgeben und somit is et nicht frei verfuegbar fuer den investor..
        der einzige kapitalist kann hoechstens offiziell der staat selbst sein, es sein denn der grosse bruder usa oder russland oder wat auch immer, droht mitm finger
        in den meisten faellen is et so, dat die ganzen probleme durch den etatismus entstehen, etatisten egal welcher fraktion bekaempfen dann tapfer die probleme die ie selber produzieren indem sie neue probleme schaffen, am ende sagen die „kapitalismus hat versagt“…
        fuer mich funktioniert et sehr gut, seit ich n teenager war hab ich gearbeitet, kapital gesammelt, investiert, davon gelebt und in neue sachen investiert… kann mir nix besseres vorstellen wat fuer mich und andere normale menschen besser funktionieren koennte
        nicht funktionieren tut et bestimmt fuer versager mit zwei linken haenden die nix nuetzliches gelernt haben und fordern dat andere deren beduerfnisse finanzieren sollen

  2. nochmal, kapitalismus ist keine gesellschaftsform, kapitalismus bestimmt auch nicht wie diese sein soll
    sie kann beliebig sein, gut, schlecht, totalitaer, frei, hat nix mit zu tun…
    waehrend alle kollektivistischen formen immer unfrei und meistens totalitaer sind
    egal ob sozialismus mit oder ohne nationalismus, kommunismus, nationalismus auch ohne sozialismus usw…

  3. In allen staatlichen Einrichtungen weltweit – von einigen Bereichen wie Schulen und Hochschulen, Krankenhäusern und Polizeidiensten abgesehen , herrscht der Schlendrian vor. Es wird geschwafelt, Sessel gepupst, Nasen gebohrt, Erbsen gezählt und Korinthen gekackt. Das trifft auch auf die erzkapitalistischen USA zu. Wenn jemand arbeitet, dann sind es gerade die unteren Chargen, die um ein paar Kröten kämpfen müssen.
    Im Privatsektor wird in den Chefetagen geschwafelt, das mittlere und untere Management als auch die Arbeitnehmerschaft machen ihre Arbeit. Für das Schafeln verdienen die Chefs nicht selten mehr als das Zweihundertfache des Faharbeiters. Im Finanzsektor – das dürfte bekannt sein – wird gelogen und betrogen dass sich die Balken biegen. Die so genannte „freie“ und „kapitalistische“ Welt tut sich damit hervor, dass die Arbeitnehmerrecht stark abgebaut wurden und noch werden und der Anteil dre Arbeitnehmer an der Wirtchaftsleistung, die erwirtschaftet wird, immer kleiner wird. Klar, dass es so auf keinen Fall weitergehen kann. In Rußland haben Oligarchen des mosaischen Glaubens das Sagen, in der Ukraine ebenso, von den USA ganz zu schweigen. Paraguay ist in dr Dritten Welt kein Sonderfall. Einige Wenige reißen sich alles unter den Nagel, an der Infrastrukltur wird gespart und das Volk darbt. In Paraguay gibt sich das Volk mit Terere, Noni und TrakiTraki zufrieden.

      1. Die, die im Kapitalismus leben, sind auch nicht frei. Bespitzelt und manipuliert bis zum geht nicht mehr! Und wer die Klappe zu gewissen Themen nicht hält, kommt für 5 Jahre nach Stammheim. Der „normale“ Mensch wird ausgebeutet, dass die Wände wackeln. Damit ihm das nicht auffällt, wird er von der Regierung und ihren Presstitutes,den Medien, belogen.

        1. inwiefern is man mit kapitalismus nicht frei? kapitalismus bedeutet nur, dat man sein kapital beliebig investieren und mit dem gewinn machen kann wat man will. ende
          kapitalismus is nur ein wirtschaftssystem
          waehrend sozialismus, kommunismus usw gesellschaftssysteme sind, die alle bereiche des lebens umfassen

          1. Der Kapitalismus an sich mag ja frei sein.(siehe Ludwig von Mieses Institut und andere). Aber was man daraus gemacht hat, ist gelinde gesagt ein Desaster. Als Gesellschaftsform hat er in der Praxis genauso versagt wie dr Kommunismus. So muss eine neue Gesellschaftsorm her.

          2. Im Kapitalismus regiert ausschließlich das Kapital und nur wer über dieses verfügt, kann sich, äquivalent zur Höhe des Selbigen, Freiheit erkaufen. Für einen Mittellosen reicht seine Freiheit genau so weit wie ihn seine Beine tragen können, wenn da nicht noch ein Zaun oder Mauer im Weg steht.
            Somit ist Kapitalismus ein Gesellschaftssystem, weil es gesellschaftliche Regeln aufstellt. Kommunismus war immer schon Teil des Kapitalismus und umgekehrt. Im ersteren hält nur der Genosse die Hand auf den Ressourcen und im zweiten der Privatier.
            Sozialismus ist etwas ganz anderes…

  4. Beim Betrachten der Sitzungen der Regierungsmitglieder sehe ich ueberwiegend mehr als wohlgenaehrte und groessstenteils schon aeltere Herrschaften……essend….telefonierend, miteinander plaudernd oder schlafend. Die einzigen die sich da bewegen sind die Kellner die laufend mit Haeppchen und Getraengen durch die Reihen huschen damit auch ja niemand verhungert….. Nach 6 Stunden dieser erschoepfenden Taetigkeiten haben die Regierungsmitglieder sicher Sehnsucht nach einer erloesenden Zigarette oder eben nur frischer Lust. Sowas kann man sich dann schon nett bezahlen lassen…..zumal sogar das edle und teure Geschirr alljaehrlich ausgewechselt und fuer viel Geld neu gekauft wird. Man hats ja…….

  5. Gewerkschaften fallen immer mit überzogenen Forderungen auf,zum Schaden der Allgemeinheit. Preise steigen rapide in die Höhe überhaupt die Lebenshaltungskosten steigen. Dies ist zum Nachteil der Personen die keine feste Arbeit haben und Tagelöhner sind.30 Stunden Wochenarbeitszeit,Essen umsonst da kann man ja von Urlaub sprechen. Paraguay produziert seine eigenen Banditen ,weil viele Tagelöhner gar nicht anders können,wehe es wird mal ein Familien Mitglied krank ,woher soll er das bezahlen? Wo sind da die Gewerkschaften?Es sind ja keine zahlende Mitglieder also ist denen das egal.
    In diesen Fall müssen die Chefs Schwarze Listen führe und die Angestellten die sich besonders Gewerkschaftlich hervor getan haben bei Gelegenheit entlassen,wie man ein Krebsgeschwür heraus schneidet.In England haben die Gewerkschaften so damals gewütet das die Industrie am Boden lag und nichts mehr ging. Dann kam Margret Thatcher und fege mit Eisernen Besen diese Bande raus. Fazit lasst Gewerkschaften nicht zu groß werden,schadet dem Land.

    1. Völlig richtig! Dazu kommt, daß beinahe alle Gewerkschaften rot durchdrungen sind und längst überholten kommunistischen Parolen anhängen. Sie träumen entgegen aller Vernunft den Traum vom „Arbeiterparadies“ bzw. von der Diktatur des Proletariats. Wohin das letztendlich führt sahen wir ganz anschaulich im ehemaligen Sowjetimperium und der DDR. Hier in Südamerika in Venezuela, Kuba und Nicaragua.

      1. Was man dabei nie vergessen darf Manni, es mag für die Bevölkerung von Venezuela schlimm sein. Sie mögen verarmt sein…aber die Familien von Chavez und Maduro, sowie deren 10 000e Funktionäre – die leben jetzt vieeel besser als vorher.

        Der Kommunismus hat schon immer der Partei am meisten gedient.

      2. die sind unbelehrbar, wenn irgendwo sozialisten ne revolte machen und siegen, dann schreien sie weltweit hurra es lebe die revolution, schaut wie toll endlich sind die leute frei und zufrieden und dann nach einiger zeit wenn der sozialismus endet so wie er immer endet, mit der totalen pleite, dann sagen die immer, ne ne, dat war kein richtiger sozialismus
        bisher is jedes kollektivistische experiment gescheitert, egal wie oft sie’s versuchen et wird immer scheitern, weil et eine menschenfeindliche ideologie is, die totale enteignung und versklavung, dat ganze funktioniert nur solange dat kapital, wat am anfang zusammengeklaut wurde reicht

  6. Bei solchen dreisten Forderungen, wuerde ich als Chef ganz unverfroren sagen: „Dann geht doch in die Privatwirtschaft oder ins Ausland, wenns euch nicht passt!“

    Ich frage mich dennoch, welcher Id**t die Idee hatte, Mittagessen kostenlos anzubieten. Ein Riesenfehler war das. Wenn es was kostenlos gibt, verlieren die Leute die Wertschaetzung an solchen Dingen.

    Ein aehnlicher Unsinn wird in Carmelo Peralta gemacht. Ein Wasserwerk gebaut am Rio Paraguay, und weil die 200 km Rohrleitung nach Loma Plata noch lange nicht fertiggestellt ist, wird kostenlos an die Bevoelkerung Wasser verteilt um das Werk zumindest zu betreiben. Der Pro-Kopf-Verbrauch dürfte momentan exzessiv dort sein…. und dann spaeter die Leute zum Zahlen auffordern dürfte richtig lustig werden.

  7. Eine Arbeitsmoral ist das! Die tägliche Arbeitszeit von 8 auf 6 Stunden zu reduzieren kommt einer Gehaltserhöhung von 25 % gleich! Das muß man sich mal vorstellen, in einem Land, in dem die Armut weit verbreitet ist, wollen diejenigen die ohnehin schon Vorzugsbehandlung genießen (bezahltes Mittagessen u.v.a.) noch mehr Geld bzw. noch weniger leisten. Das ist nicht nur Verantwortungslosigkeit gegenüber der Allgemeinheit, das ist purer Gruppenegoismus. Und genau daran krankt es in diesem Land! (siehe Lehrerschaft und Abgeordnete) Der Staat ist zum Selbstbedienungsladen weniger über alle verkommen. Und dabei trat Präsident Cartes mit der Ankündigung an, die vielen sinnlosen „arbeitslosen Beschäftigten“ endlich aus den Ämtern zu jagen. Damals erklärte er, daß 90 % der Staatsausgaben nur für Löhne und Gehälter drauf gingen. Dazu hört man heute nichts mehr.

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