Koffein, vielseitig, auch gegen Alzheimer?

Wir sind Kaffetrinker, keine Frage auch in Paraguay, ob zu Frühstück oder als Espresso nach dem Essen genossen, die Einheimischen und die Deutschen schätzen das anregende Getränk.

Es sind viele Produkte im Handel erhältlich, die gängigste Variante in Paraguay ist der Nescafe.

Letzte Woche kam die kolumbianische Marke Juan Valdez in die Geschäfte. In der ersten Phase wird der verpackte Kaffee in großen Supermärkten und in Fachgeschäften im Land platziert. Danach folgt Phase zwei, sie ist im Verlauf des nächsten Jahres geplant, dabei werden Hotelketten und das Franchise Unternehmen “La Cabrera“ beliefert. Durch die paraguayische Globalisierung und den fortschreitenden Trend nach Exklusivmarken fasste man den Entschluss hier zu expandieren.

Die Verbraucherakzeptanz nach Exklusivmarken im Kaffebereich und den wachsenden “Coffee-Shops“ ist hoch und bietet ein großes Wachstumspotenzial.

Juan Valdez Kaffee begann seine Expansion im Jahre 2004 und verfügt heute über 93 Läden in 14 Ländern. Nun soll aber der Kaffegenuss nicht nur die eingangs beschriebene anregende Wirkung auslösen sondern auch Schutzmechanismen im Körper auslösen, die die Krankheit Alzheimer verhindern können.

Im Laborversuch mit Mäusen untersuchten Forscher der Universitäten Bonn und Lille (Frankreich) die Reaktionen und Auswirkungen von Koffein und fanden heraus, dass dies bestimmte Rezeptoren blockiert, an denen sich sogenannte “Tau-Ablagerungen“ festsetzen. Diese Tau-Proteine lösen die Alzheimer-Krankheit aus. Der Weg zu einem Wirkstoff sei jedoch noch nicht sehr weit fortgeschritten, weitere Tierversuche folgen, danach würden erst klinische Studien durchgeführt.

Kaffee gilt als konzentrationsfördernd, anregend und schneller Wachmacher. Doch möglicherweise hilft Koffein nicht nur kurzfristig gegen Müdigkeit, sondern auch langfristig gegen Alzheimer. Wie ein Forscherteam der Universitäten Bonn und Lille herausfand, hemmt ein Koffein-ähnlichen Wirkstoff im Laborversuch mit Mäusen Ablagerungen des sogenannten Tau-Proteins im Gehirn. Solche Tau-Ablagerungen sind einer der beiden Hauptindikatoren für die Alzheimer-Krankheit. Beim anderen Indikator, Verklumpungen aus Amyloid-Beta-Protein, war die positive Wirkung von Koffein bei Mäusen bereits belegt. Nun hat das Team um die Bonner Professorin Christa Müller und ihren Forscherkollegen David Blum aus Lille die Wirkung erstmals auch für das Tau-Protein bestätigt.

Erste Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschafter in der Online-Ausgabe des Fachmagazins „Neurobiology of Aging“. Demnach blockiert Koffein bestimmte Rezeptoren im Gehirn, die sonst vom Botenstoff Adenosin aktiviert werden. Diese Blockade wirkt sich Vorstudien zufolge auf die Amyloid-Beta-Schädigungen aus. Die Menge der schädlichen Verklumpungen wird reduziert, ein schützender Effekt durch Koffein tritt ein. Die aktuelle Studie zeigt nun, der Effekt hilft auch gegen die Tau-Ablagerungen.

Der ehemalige Präsident der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie, Werner Hofmann, sprach von einem „ausgesprochen vielversprechenden Ansatz der Studie. Der Weg ist allerdings noch sehr weit“, sagte er. Auch sei der Etat des Projektes nicht gerade großzügig ausgelegt. „Das Volumen der Forschungsgelder ist sehr bescheiden“, erklärte er. Professorin Müller erhielt 30.000 Euro vom gemeinnützigen Verein „Alzheimer Forschung Initiative“ (AFI), ihr Kollege aus Lille forschte mit knapp 50.000 Euro der französischen Schwesterorganisation der AFI.

Die Wissenschafterin Müller sprach in einer Erklärung von einem guten Schritt voran. Man habe gezeigt, dass der neue Ansatz in einem Tiermodell, das der Krankheit sehr ähnlich ist, tatsächlich sehr positive Wirkungen mit geringen Nebeneffekten habe. Nun müssten zunächst weitere Versuche mit Tieren folgen, dann erst ständen erste klinische Studien an.

Aus persönlichen Erfahrungen ist übrigens der neue kolumbianische Kaffee, für Genussmenschen und Liebhaber des schwarzen Getränkes, eine Kostprobe wert, egal ob die Studie nun recht hat oder nicht.

Quellen: Ultima Hora, Neurobiology of Aging

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4 Kommentare zu “Koffein, vielseitig, auch gegen Alzheimer?

  1. Toll, wenn man auch einmal neue Kaffeesorten in Py probieren kann.

    Aber interessant wäre auch gewesen, eine nähere Beschreibung des Anbaugebietes,
    z.B. Hochlage, Mittellage etc. zu erfahren.

    Auch die vorgesehene Preislage hätte bestimmt die Leser interessiert.

    1. Sehr geehrte Victoria,

      zum Anbaugebiet kann ich Ihnen leider keine Quelle anbieten, zum Preis: Casa Rica, 340 Gramm 52.500 Guaranies.

      Mit freundlichen Grüßen

      Michael Schöke

    2. Wichtig ist, das der Kaffee auch richtig zubereitet wird.
      Im Café Martínez Shopping Sol schmeckt der Kaffee.
      Havanna und Freddo kann man vergessen

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