Kooperative braucht eine Million USD

Fernando de la Mora: Eine Finanzspritze in Höhe von sechs Milliarden Guaranies ist notwendig, dass das Überleben einer Kooperative gesichert ist. Eine andere Genossenschaft soll das Geld zur Verfügung stellen.

Nur wenn die Kooperative Coofedelmo in Fernando de la Mora diese Summe von mehr als einer Million USD von der Genossenschaft San Cristobal bekommt, kann eine Liquidation nach einer Intervention durch die Aufsicht des Nationalen Genossenschaftswesen Incoop vermieden werden.

Der neue Präsident von der Coofedelmo, Baranda Gustavo Aldama, erklärte, die Summe würde dazu dienen, vorerst den Betrieb aufrecht zu erhalten. Die Gelder werden von San Cristobal geliehen, im Zuge dessen werde die Kooperative verpfändet. Es soll aber keine Fusion erfolgen.

Ist dieser erste Schritt erfolgt, wird Coofedelmo versuchen, aus Mitteln der Mitglieder die Genossenschaft wieder in ruhigere Zeiten zu manövrieren.

„Nach Ostern haben wir ein klares Bild. Dann wird entschieden wie wir weiter machen und vor allem auch was genau zu tun ist“, erklärte Aldama.

Coofedelmo hat 30.000 Mitglieder. Aldama geht davon aus, dass die vollständige Wiederherstellung nur langfristig erfolgen werde, aber in zwei Jahren schon eine deutliche Verbesserung eintrete.

Im September 2016 intervenierte die Inccop, nachdem es Schwierigkeiten bei der Liquidität gab. Die aufgelaufenen Verbindlichkeiten beliefen sich auf rund 14 Milliarden Guaranies, in etwa 2,4 Millionen US Dollar.

Quelle: ABC Color

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10 Kommentare zu “Kooperative braucht eine Million USD

  1. „aber in zwei Jahren schon eine deutliche Verbesserung eintrete“

    Sicher, sicher… bis dahin sind die Taschen randvoll und der Laden kann Hops gehen…

  2. Wie ich schon vor ca. drei Wochen hier schrieb: Die eine Kooperative reißt die andere mit in den Abgrund. Zunächst dient alles nur der Verschleierung. Das Karussell dreht sich immer schneller. Die Unfähigen sitzen weiterhin an den Schaltstellen und Aufsichtsräten der Kooperativen und hoffen auf …… ja, was wohl?

  3. Und wo sind die Millionen hin? Müsste das nicht so laufen, dass Menschen Geld anlegen und dass das fähige Management der Cooperativa mehr Geld daraus machen müsste? Der ehemalige Chefe musste schon den frühzeitigen, lebenslangen Rentenbezug antreten oder sitzt schon als Chefe in der Chefeetage einer anderen Cooperativa? Bekommt das Kader der Cooperativas bei Milliardenverlust auch einen Milliardenbonus wie in Schwitzenland üblich? Mit dem ersten Schritt wird das neue Management sozusagen als vertrauensfördernde Maßnahme gegenüber den 30.000 Mitgliedern das Geldinstitut in ruhigere Zeiten zu manövrieren? Dann wünsche ich der Cooperativa viel Erfolg bei der Akquisition neuer Mitglieder.

  4. Nun, bei der Misswirtschaft hier in Paraguay, und bei dem Bildungsstand der Verantwortlichen find ichs verwunderlich, dass da am Ende überhaupt was rauskommt?

  5. Diese Kooperative gehört zu denen, über die hier schon vor einigen Wochen berichtet wurde und die auf der Liste der Pleitekandidaten steht. Also soweit nichts Neues. Von den 30000 Socios haben nur die Wenigsten Geld angelegt [wie bei allen Kooperativen], die meisten Socios haben wohl Kredite aufgenommen für Autos oder Eigenheim etc, die sie nicht zurückzahlen können [da ist das meiste Geld hingegangen]. Die meisten treten einer Kooperative nur bei, um zu profitieren in Form von Kreditaufnahme und Sozialleistungen. Diese verlieren bei einer Pleite praktisch nichts, nur die wenigen Geldanleger.
    Diese Kooperative gehört nicht zu den 20 größten Kooperativen des Landes. San Cristobal, die Gelder leihen soll, gehört zu den 5 größten und ist dementsprechend liquide. Dies zeigt mal wieder deutlich, wo man hier in Paraguay investieren soll. Wer in relativ kleine Kooperativen investiert, geht ein höheres Risiko ein. Aber die größeren Kooperativen nehmen ja auch nicht jeden auf, strikte Prüfung der Kreditwürdigkeit, Einkommensverhältnisse offenlegen etc bis zur Überprüfung der Adresse (durch Hausbesuch!) gibt es bei einigen!
    Es wird eine weitere Marktbereinigung in den nächsten Jahren geben, die dem System gut tut und von denen die größeren Kooperativen profitieren werden.

    1. Super Kommentar, stimme dir voll und ganz zu!

      Die Aufsichtsbehörde der Cooperativen hat auch eine (lange) Liste von allen Cooperativen, gegliedert nach Sektoren und von A-Z.
      Dort sind sie nach A-B-C aufgegliedert.
      A bedeutet: Berichtet regelmäßig, ist solide. Dort sind nur wenige gelistet. Viele Deutsche/Mennos Coops sind dort vertreten jedoch.
      B bedeutet: mittelmäßig. Auch dort sind nur wenige gelistet.
      C bedeutet: Vollkommen undurchsichtig. Keine Standards werden eingehalten was Buchführung, Rechnungslegung oder Transparenz angeht. Dort ist die Masse zu finden.

      Wer sein Geld einer „C“ Klasse anvertraut, der kann sich über höhere Zinsen freuen, aber hat auch ein entsprechend hohes Totalverlustrisiko zu tragen.

      Wenn Banken 6-8% Zinsen zahlen (bei 6-8% durchschnittlicher Inflation im Lande langfristig) und manche Coops 14-16%, dann gibt es dafür IMMER einen Grund. Sind sie liquide und kreditwürdig, dann zahlen auch Coops nur so 8-9% im Finanzsektor.

    2. Hallo Georg, super Kommentar. Ich glaube auch, dass viele Paraguayer die Cooperativas nutzen, um monatlich 50.000 Guaranies zu überweisen und dann nach x Jahren den akkumulierten Betrag samt Zins zurück zu erhalten. Dies sicherlich oftmals von den armen Menschen, deren stolzer Besitz ein Haus ohne Verputz und ein Moto ist. Was sind 50.000 Guaranies, knapp 10 Euro. Da braucht man schon viel Kleinvieh, um ein wenig Mist hinzubekommen, zumal die Verwaltungskosten hoch zu sein scheinen.

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