Lebenserwartung der Indigenen ist über 30 Jahre geringer als der Rest der Bevölkerung

Asunción: Die gefährdete Situation der Indigenen ist ein Problem, das in Paraguay niemals enden wird. Schätzungen zufolge lebt ein Ureinwohner 30 Jahre weniger als der Rest der Bevölkerung.

„Die Situation der Ureinwohner ist eine strukturelle Verweigerung des Rechts”, erklärte der Anthropologe Mario Barrios zunächst den aktuellen Status der Ureinwohnergemeinschaften in Bezug auf die Erfüllung von Grundrechten wie Gesundheit.

„Um über die Realität der Ureinwohner zu sprechen, muss man verstehen, wie sie ihre Traditionen und Kulturen leben, im Fall der Ethnie Guarani haben sie eine sehr enge Beziehung zum Land und historisch waren alle ihre Ressourcen darauf zurückzuführen“, sagte Barrios. Gegenwärtig ist ein großer Teil der indigenen Stammesgebiete von Monokulturen umgeben und dies setzt sie den Folgen der Pestizide aus, die normalerweise bei solchen Anbaumethoden zum Einsatz kommen. Ebenso werden die Arbeitsmöglichkeiten weniger und infolgedessen sind sie gezwungen, aus ihrem Hoheitsgebiet wegzuziehen, um Einkommen zu erzielen und Produkte in den Innenstädten anzubieten.

Die Lebenserwartung einer indigenen Person beträgt 37 Jahre, während die eines paraguayischen Bürgers 68 Jahre beträgt. Dies ist auf den mangelnden Zugang für den Gesundheitssektor zurückzuführen, da sich die meisten Gemeinden in erheblicher Entfernung von solchen Einrichtungen befinden, die medizinische Hilfe anbieten. Wiederum zeigt eine Studie, dass die häufigsten Todesursachen der Ureinwohner Krankheiten des letzten Jahrhunderts wie Tuberkulose, Atemwegserkrankungen, Ernährungskrankheiten, perinatale Erkrankungen und Krebs sind.

„Die Politik deckt diese Probleme nicht ab und staatliche Stellen erwägen auch kein Eingreifen, um die Bedürfnisse der Indigenen als solche in die Haushaltsagenda aufzunehmen“, erklärte Barrios abschließend.

Wochenblatt / Mas Encarnación / Foto Archiv

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Europakongress

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