Legal, illegal, scheißegal

Asunción: Bauernschläue ist schön und gut, doch auf Dauer nützt sie nicht viel. Schmuggler sehen sich erneut unter Druck gesetzt, ein neues Mittel zu finden.

Bisher war der Abasto Markt der Umschlagplatz für Schmuggelgemüse aus Argentinien. Da die Kontrollen dies jedoch in den letzten Wochen unterbanden, wich man schlauerweise auf kleine Lager rund um den Markt aus. Davon waren auch die Kontrolleure in Kenntnis gesetzt worden. Gestern nun hob man das erste dieser Lager aus, von welchem in den letzten Wochen Unmengen Tomaten und Zwiebeln ohne Einfuhrerlaubnis ins Land kamen.

Obwohl es auf den nationalen Markt weder an Zwiebeln noch an Tomaten hapert schmuggelt man anscheinend ohne zu wissen, dass damit nicht nur illegale Arbeitsplätze geschaffen, sondern auch legale abgeschafft werden. Bei dieser Gelegenheit wurden 300 Kisten Tomaten und 200 Säcke Zwiebeln konfisziert. Ein Verlust von rund 80 Millionen bedeutet dies für den Eigentümer, der natürlich nicht in Erscheinung trat.

Eventuell sollte man eruieren für wie viel Monate man Miete gezahlt hat, denn dann würde sich ein Besuch durch die Behörden erneut lohnen.

Wochenblatt / Última Hora

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3 Kommentare zu “Legal, illegal, scheißegal

  1. liegt vielleicht daran das die hiesigen produkte einfach zu teuer angeboten werden bzw. von zu schlechter qualität sind. denke die 80mio schrecken den eigentümer nicht ab, die hat er vermutlich schon 3x verdient damit sonst würde man es nicht machen 🙂 obst und gemüse ist eines der teuresten produkte hier in PY, selbst vor der krise in argentinien waren die preise oft nur die hälfte von dem was man hier in paraguay zahlen musste und da reden wir schon von vor 8 jahren. also macht mal hier in PY die augen auf und denkt nach das man nicht unbedingt 300% gewinn haben muss bei produkten, bei 100% bliebt noch immer was über und es wird mehr gekauft und bindet den schmuggel besser ein.

  2. Johan Moritz van Nassau-Siegen

    Antworten

    Ja das ist generell so dass hiesige Produkte weit zu teuer sind.
    Zum Beispiel viele Mennoniten lassen sich Kraftfutter kommen von Ostparaguay und sogar Brasilien (das gibt mehr Produktion). Das Kraftfutter von Ostparaguay ist billiger (und hat Naehrwerte) als das was von der Futterfabrik der Kooperative in Loma Plata zusammengemischt wird. Selbst mit 1000 Km Transportkosten ist das Ostparaguayische Kraftfutter noch immer billiger. Zudem hat es mehr Naehrwerte weil die Bauern im Chaco einfach ihre Felder nie Duengen (und die in Ostparaguay ja).
    Selbst wenn das Kraftfutter von Brasilien kommt (5000 Km Transport) ist es genauso teuer wie das was im Chaco hergestellt wird.
    D.h. die Margen der Unternehmer sind hier bei weitem zu hoch und auch die Gehaelter.
    Ab den hohen Fleischpreisen hat sich der Chaco inflationaer verteuert. Vorher war das nicht so.
    Daher ist es noetig dass die Regierung mit Preiskontrollen (tope de precios) anfaengt wie zu Stroessners Zeiten obzwar die Unternehmerslobby in den Universitaeten unterrichtet dass das keine gute Idee sei (fuer die Unternehmer). Allerdings hat der „haircut“ den Cartes die Banken verpasste mit den Kreditkartenhoechstzinsen was wunderbares bewirkt fuer das Land. Leute die nicht kreditwuerdig sind koennen sich jetzt eine prepaid Kreditkarte besorgen; Tausende Familien sind dem Zinsbankrott entgangen; es bleibt mehr fuer die Arme uebrig; usw.
    Sowas ist aber ganz entgegen die zocker Mentalitaet der Mennoniten und nur der Jude Cartes gab uns den Segen solcher gesunder Finanzpolitik.

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