Loma Plata – der Entwicklungspol im paraguayischen Chaco

Loma Plata: Viehzucht, Landwirtschaft und Industrialisierung von Milchprodukten sind die drei Pfeiler, die Erträge für die Kooperative und deren Mitglieder sichern. Mit deutschen Tugenden zum Erfolg.

Weder Wassermangel noch die unbarmherzige Hitze des paraguayischen Chacos konnten die wirtschaftliche Entwicklung einer Stadt unterbinden, die rund 18.000 Einwohner hat, in der Mehrzahl deutschstämmig.

Die seit 1927 angekommenen Mennoniten aus Kanada und Russland setzten sich ein Ziel und hielten daran fest. Dank ihres Einsatzes wurde aus einer menschenfeindlichen Zone ein ertragreicher Distrikt, der dank Landwirtschaft und Milchindustrie zur Viehzucht für den Fleischverkauf kam, Einnahmequellen, die sehr wichtig für den Weiterbestand der Volksgruppe im Departement Boquerón ist.

Die Ruta 9 Carlos Antonio López, besser bekannt als Transchaco, war einer der wichtigsten Baustellen, um die Entwicklung der Zone zu begünstigen. Zuvor ging die ganze Produktion über einen lange Erdstraße nach Puerto Casado und von da flussabwärts nach Asunción.

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Mit der schnelleren Anbindung änderte sich auch das geschäftliche Gefüge und der Handel wurde immer wichtiger. Mit einigen Lastkraftwagen begann man wöchentlich Produkte aus dem Chaco nach Asuncion zu fahren. Dies war dringend notwendig, da es im Chaco noch keinen elektrischen Strom gab. Falls doch, dann nur mit Generatoren. Erste Produkte waren Baumwolle, Erdnüsse, Milchwaren und Rindfleisch.

Die Hilfsbereitschaft unter den Mennoniten sorgte für die Gründung einer Kooperative, wo alle gleichberechtigt sein sollen. So kam es, dass 1936 die Zivilgesellschaft Chortitzer Komitee gegründet wurde, während 1962 die Kooperative Chortitzer Komitee folgte. Derzeit arbeiten die rund 5.000 Mitglieder im eigenen Kreditwesen, Supermärkten, der Milchfabrik, dem Schlachthof, den Werkstätten oder im An- und Verkauf von Rindern.

Die vermarkteten Milchprodukte werden unter dem Namen Trébol und Famlac verkauft während Wurst und Fleischwaren unter dem Namen Chorti vertrieben werden. Trotz einer starken Landwirtschaft sind Milch und Fleisch für 70% der Einnahmen der Kooperative verantwortlich.

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Mit dem Wirtschaftswachstum der in Loma Plata Einzug hielt, summierten sich Banken, Metallverarbeitung, andere Geschäfte, Hotels, Tankstellen und weitere Servicedienstleister hinzu, um die Notwendigkeiten der Bevölkerung abzudecken. Da im Chaco bessere Löhne als in Ostparaguay gezahlt werden – wenngleich das Leben auch etwas mehr kostet, zog es viele Paraguayer in den Chaco um einen festen Job zu bekommen.

Derzeit liegt die Bevölkerung der Stadt bei rund 18.000 Einwohnern. Etwa die Hälfte sind Indigene und Paraguayer während der Rest Mennoniten sind.

Wochenblatt / La Nación

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