Luxuszellen für 7 Millionen

Für eine erstklassige Unterbringung im berüchtigten Gefängnis von Asunción Tacumbú müssen laut dem liberalen Abgeordneten Edgar Acosta monatlich zwischen 5 und 7 Millionen Guaranies entrichtet werden.

Die Abgeordnetenkammer hatte offiziell einen Bericht zu vermeintlichen VIP-Zellen bei beim Justizministerium angefordert, nachdem Bilder von einer ausgelassenen Feier von Carlos Rubén Sánchez, alías Chicharõ, mit Gesinnungsgenossen über den Wahlsiegs seines Bruders als Spitzenkandidat der ANR für das Bürgermeisteramt in Capitán Bado, im Internet auftauchten.

Der Gefangene hatte eine Privatzelle in einem Bereich, zu dem Wärter keinen Zugang hatten, mit Klimaanlage, Kühlschrank und Internet, während viele Gefangene wegen der Überfüllung der Strafanstalt in den Gängen auf dem Boden schlafen müssen.

Die Justizministerin, Sheila Abed, bestritt in ihrem Bericht die Existenz von Luxus-Zellen und jegliche Bezahlung für bessere Unterbringung, entließ aber nach der Veröffentlichung der Bilder von Chicharõ’s Party in der vergangenen Woche den Direktor von Tacumbú.

Sánchez will die Vorfälle aufdecken und dafür sorgen, dass die gezahlten Gelder allen Gefangenen zugute kommen und sich die Haftbedingungen generell verbessern, bekräftigt er.

Laut ABC Color wurde der VIP-Bereich in den 90er-Jahren eingerichtet, damit nach dem Zusammenbruch der Systems von Banken und Financieras die zahlreichen Direktoren, welche dort für kurze Zeit einsaßen, nicht mit der „inhumanen Bevölkerung der Strafanstalt in Berührung kommen mussten“. Inzwischen sei der Bereich aber völlig in den Händen von Drogenkriminellen, die dort die nötige Ruhe und Infrastruktur vorfänden, um ihre Geschäfte zu koordinieren.

Quellen: Paraguay.com, ABC Color

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