Mediziner kritisiert vor dem Präsidenten der Republik die vorherrschende Korruption im Land

Asunción: Der prestigereiche Mediziner Dr. Antonio Arbo kritisierte gestern nachdem er den nationalen Wissenschaftspreis 2010 von Fernando Lugo überreicht bekam, die Justiz, weil sie nur private Vergehen bestraft aber nicht, wie auch nötig, öffentliche Vergehen von Beamten oder Politikern. Man könnte annehmen es gäbe keine Gefallen die durch Einfluss erreicht werden oder keinen Drogenhandel, der unter dem Schutz von einflussreichen Politikern steht.

Dr. Antonio Arbo wurde von Präsident Fernando Lugo begrüßt, nachdem er das Diplom des Wissenschaftspreises 2010 von ihm erhielt. An der Veranstaltung nahm auch der Senatsvorsitzende Óscar González Daher teil.

Nachdem ihm der Preis überreicht wurde begann der Infektologe und Kinderarzt überraschenderweise mit einer Diskussion über die schlechten Dinge des Landes: das Fehlen der Justiz, die Korruption im öffentlichen Sektor, die geringe Investition ins Gesundheitswesen, wenig Anreiz für Menschen mit Intellekt, der schlechte öffentliche Service sowie auch die extreme Armut.

„Mit Schmerz sehen wir ein Land, wo eine der sechs Millionen Einwohner in extremer Armut lebt. Bei der kommenden 200 Jahrfeier der Unabhängigkeit haben nur 60% ständigen Zugang zu Trinkwasser, nur 8% haben ein geeignetes Abwassersystem und 30% der Jugendlichen verlassen die Schulen vorzeitig, erklärte er.

Konträr dazu stehen die 3 Billionen US-Dollar, die Paraguay in Form von Krediten oder für ihren verkauften Strom seit 1993 bekam. Wo ist das Geld geblieben, mag man sich fragen?

Gegen die Justiz

Dr. Arbo meinte das es für die Angestellten des Justizapparates kein Diebstahl von öffentlichen Geldern gibt, niemals hat einer etwas gestohlen und Bestechung gibt es auch keine. Er sagte dass diese Delikte nicht kasteit werden und nur Strafen für private Fälle verhängt werden.

Er erklärt, dass es eine Gruppe von Paraguayern geben wird, die im Moment wenn unsere Gesellschaft zerfällt, man klar erkennen würde wer für welches Verbrechen (Drogenhandel, Devisenkauf und Wirtschaftsmanipulation) verantwortlich sei.

Der ebenfalls anwesende Vizepräsident, Federico Franco, unterstützte die Diskussion während der Kongressvorsitzende, Oscar González Daher, meinte, es wäre nicht so einfach die Worte in die Praxis umzusetzen.

(Wochenblatt / Abc / Foto: Presidencia)

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5 Kommentare zu “Mediziner kritisiert vor dem Präsidenten der Republik die vorherrschende Korruption im Land

  1. Bravo! Einer hat Eier in der Hose, die allermeisten anderen im Land hören nur weg. Die Wahrheit hat in PY einen schweren Stand, weil sie niemand erträgt. Lieber ohrenkitzelnde Heucheleien ohne Verpflichtungen auf irgendwas daherblubbern. Damit ist man immer willkommen. Wer sich aber beständig in die Tasche lügt, verkennt den eigenen moralischen, ethischen und edukativen Untergang.

    Den Vorgang kann man auch umkehren. Dafür muß man es nur Dr. Arbo nachmachen und mit notwendigerweise brutaler Ehrlichkeit die Leute aus ihrem rosaroten Traum von Selbstgefälligkeit reißen. Freunde macht man sich halt nicht damit – zunächst jedenfalls nicht.

  2. Dr. Arbo meinte das es für die Angestellten des Justizapparates kein Diebstahl von öffentlichen Geldern gibt, niemals hat einer etwas gestohlen und Bestechung gibt es auch keine. Er sagte dass diese Delikte nicht kasteit werden und nur Strafen für private Fälle verhängt werden.
    Vollkommen richtig, sogar ein Vorbild für Deutschland!

  3. Herzlichen Glückwunsch an Dr.A. Arbo. Aber auch Ehre gebührt Ihm für seine offenen und mutigen Worte über den politischen Sumpf in Paraguay.
    Da wäre zunächst die Justiz. Obwohl kein Tag vergeht, wo die Presse nicht voll von Skandalen dieser Art ist, hüllen sich die Verantwortlichen in Schweigen. Wir sollten es Ihnen nicht übel nehmen, vielleicht sind sie ja Analphabeten und können keine Zeitung lesen. Und vielleicht reicht auch Ihr Gehalt nicht aus um sich einen Fernseher zu leisten, um damit die Nachrichten zu verfolgen. So bleiben sie ahnungslos im Dunkeln sitzen und schaffen Gesetze und Urteilssprüche, die mehr den Spitzbuben als den anständigen Bürger helfen und zwar nach dem Motto „Allen das Gleiche und mir das Meiste“. Der 2. im Bunde ist der Herr Vizepräsident, der sich wacker auf die Seite von Herrn Dr. Arbo stellt, ohne dabei zu erkennen, dass auch er nicht nur komplett versagt hat, sondern einen nicht kleinen Anteil an der Schaffung dieses Sumpfes hat. Dieses ficht ihn aber nicht an, ist er doch ein Freiheitskämpfer, der den Mut hat und versucht, unter dem Tisch gegen die Schienenbeine seines Präsidenten zu klotzen, wenn der gerade nicht anwesend ist. Hauptverantwortlicher ist jedoch unser ewig lächelnde Präsident LUGO. Er sitzt auf der Tribüne und schaut dem Fußballspiel zu, und verkennt dabei, dass sein Platz auf dem Feld im Sturm sein müsste, will er seine versprochene Ziele durchsetzen. Halten wir fest, der Sumpf der Kriminalität und Korruption wird größer und größer in Paraguay. Dafür haben wir aber einen Präsidenten der immer lächelt.

    1. Dr. Arbo ist ein mutiger Mann, endlich einer der sich traut die Wahrheit zu sagen. Lugo hat vor seiner Wahl viel versprochen, doch nichts gehalten.Er begünstigt Vetternwirtschaft,selbst lebt er nun nach dem Motto
      „man gönnt sich ja sonst nichts“ und streckt die Hand nach dem Iran aus, nicht zu glauben. In einem Punkt irrt sich Dr. Arbo, auch im privaten Sektor kann man sich durch Bestechungsgelder der Justiz und somit der Strafe entziehen. Ich habe den Eindruck, jeder denkt nur daran seine Taschen zu füllen. Schon allein wenn die Staatsangestellten, in welchem Bereich auch immer, nur auf der Lohnliste stehen würden,wo sie auch tatsächlich arbeiten,würden viele Gelder frei, die man anderswo, wo sie dringend gebracht werden, einsetzen könnte. Sie scheinen alle davon aus zu gehen, daß mit 10 Vaterunsern, alles verziehen ist.

  4. dieser Dr. Antonio Arbo ist nicht nur ein gebildeter, intelligenter Mann, er besitzt auch Mut und Corage dem Lugo und seinen Mitläufern die Mißstände und Ergebnisse ihrer Vetternwirtschaft ins Gesicht zu sagen. Nur mehr von diesen mutigen Männern brauchte dieses Land und es ließe sich einiges ändern.

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