Mehr als drei Millionen Menschen ohne Ausbildung

Der Präsident der Deutsch-Paraguayischen Industrie- und Handelskammer, Andreas Ens, warnte vor einem Ausbildungsmangel von rund 3,2 Millionen Paraguayern. Er traf diese Aussage auf der Expo Alemania am vergangenen Wochenende.

Ens fügte an, dies sei ein wichtiger Punkt für interessierte Firmen. Das zentrale Thema der diesjährigen Messe war “Wirtschaft-Bildung-Beschäftigung“, den die Kammer fokussieren will.

Paraguay hat 7.000.000 Einwohner, vier Millionen sind unter 25 Jahren, von denen haben rund eine Million einen Abschluss der neunten Klasse und folgen einer weiteren Ausbildung. „Das bedeutet, dass 3,2 Millionen Menschen ohne Berufsausbildung auf dem Arbeitsmarkt sind“, sagte er.

Er sprach von einer „fruchtlosen Diskussion“ wenn man hier nach einem Schuldigen suche, allerdings könnte es äußerst lohnenswert sein, hier Lösungen anzustreben. Industrie und Handel sollten ihren Beitrag bei der Berufsausbildung leisten, dies sei zwar keine generelle Lösung, könnte aber in äußerst großem Maße helfen, diesem Umstand zu begegnen.

Der Vorschlag sei nicht utopisch, „so etwas gibt es in Argentinien, in Mexiko und auch in Paraguay existieren berufsbildende Schulen. Zum Beispiel in Loma Plata (paraguayischer Chaco) bieten alle Colegios berufsvorbereitenden Unterricht, im professionellen Bereich ist es die Organisation SINAFOCAL sowie weitere öffentliche-private Partnerschaften“, betonte er.

Der Präsident erklärte, die Kammer könnte den Vorsitz der Organisatoren als “Informationsgeber“ übernehmen, als Mittler zwischen den Parteien, ein Anbieter von Lehrplänen und eine Zertifizierung über die Qualität der Bildung. „Der Transfer von Wissen in der Wirtschaft ist ein aufstrebender Bereich dem wir uns besonders widmen sollten“, sagte er abschließend.

Quelle: ABC Color

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3 Kommentare zu “Mehr als drei Millionen Menschen ohne Ausbildung

  1. Die Schuldigen muß man nicht suchen, die sind bekannt.
    Es fängt damit an, daß der eh schon spärliche Unterricht aus jedem noch so banalen Anlaß nicht stattfindet.
    Die Lehrer legen mehr Wert aufs Festen und Feiern als aufs Lehren und Lernen.
    Dazu kommt noch die Gleichgültigkeit der meisten Eltern und das mangelnde Interesse der Schüler.
    Später setzt sich das dann bei der „Ausbildung“ fort.
    Spätestens nach 3 Monaten kann und weiß der Paraguayer alles und muß nicht mehr weiterlernen.

    Deutsche Freunde von uns boten vor Jahren eine Ausbildung zum Tischler nach deutschem Vorbild an.
    10 junge Burschen begannen mit der Ausbildung.
    Die ersten 6 kamen nach 3 Monaten nicht mehr, 3 hörten nach 4 Monaten auf, der letzte ging nach 7 Monaten.
    Der meinte dann, er wüßte jetzt alles, und die Deutschen müßten schon ein sehr dummes Volk sein, wenn sie 3,5 Jahre dafür bräuchten, was ein Paraguayer in einem halben Jahr lernt.

    Das ist wahrscheinlich auch der Gund, warum 80% der Studenten die Universitäten ohne Abschluß verlassen.

    Alle guten Vorsätze in diesem Land scheitern an der Gleichgültigkeit, die die meisten Menschen hier an den Tag legen.
    Als Motto könnte auf der Bandera stehen : Igual nomás.

    Und nein, ich kann NICHT in meine Heimat zurück.
    Ich bin schon da. Nämlich hier.

  2. Den Ausführungen von TejuJaguá kann ich nur zustimmen.
    Und möchte eine Aussage eines Paraguayers (Mitarbeiter der ANDE) mir gegenüber anfügen:
    „Ihr (Deutsche) wollt immer alles zu 100% machen, das brauchen wir hier nicht.“
    Es ging um die Verwendung von Adernendhülsen in einem Elektroverteiler.

  3. Zuerst einmal müssten sie sich von der eigenen Ignoranz lossagen und eingestehen, dass sie in vielen Berufszweigen viel zu wenig wissen oder praktisch Null Ahnung haben. Erst dann könnte ein neuerlicher Aufbau beginnen. Aber da wird man vergeblich hoffen. Siehe vorherige Kommentare. Also wird alles so weiter gehen wie bisher. Man bezahlt für eine Arbeitsleistung, zumindest in Asuncion, oft viel zu viel, da es an jeglicher Produktivität (Fremdwort für die meisten Handwerker) fehlt.

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