Mennoniten und Chaco Bewohner hofften vergebens

Loma Plata: Die Abgeordnetenkammer hat gestern einstimmig beschlossen, dass die biozeanische Route, die Pozo Hondo, Loma Plata und Carmelo Peralta verbindet, den Namen von General Lino Oviedo tragen soll.

Er ist der verstorbene Vorsitzende der Partei Unace. Der Senat muss noch seine Zustimmung für das Vorhaben geben.

Der Vorschlag für die Namensgebung stammt von der Abgeordneten Fabiola Oviedo (ANR), Tochter des Militärs und Politikers. Sie deutete an, dass es eine Hommage an ihren Vater sei, der immer davon geträumt habe, diese Route zu bauen, um den Fortschritt des Chaco-Gebietes zu fördern.

Während der Sitzung in der Abgeordnetenkammer wurde ein Video gezeigt, in dem Lino Oviedos Stimme mit Bildern aus dem Chaco und des Militärs zu hören war. Rote Politiker und Liberale lobten vor allem die Gestalt des Generals und präsentierten ihn praktisch als Nationalhelden. Auch der Abgeordnete Ariel Oviedo (ANR), Sohn von Oviedo, unterstützte die Initiative seiner Schwester.

Trotz dieser günstigen Haltung halten einige Politiker im Chaco es für das Beste, der Route den Namen eines Einwohners aus dem Chaco zu geben. Der Bürgermeister von Loma Plata, Walter Stoeckl, durch dessen Bezirk die zukünftige Route verläuft, drückte sich in diesem Sinne aus.

Der Bürgermeister von Mariscal Estigarribia, Elmer Vogt, hatte eine ähnliche Ansicht. Der Gouverneur von Boquerón, Edwin Pauls, sagte, dass man doch bitte “den Namen eines Chaco-Einwohners oder jedenfalls eines Helden des Chaco-Krieges in Erwägung ziehen soll“.

Des Weiteren betonten die Bürgermeister und der Gouverneur, dass die Route auch nach einem Mennoniten-Pionier, die viel zum wirtschaftlichen Aufschwung im Chaco beitrugen oder einem Enhlet-Indianer benannt werden könnte. Die ursprüngliche Ethnie hatte ihren natürlichen Lebensraum im heutigen zentralen Chaco. Beide Varianten dürften aber wohl nicht mehr zur Diskussion stehen, denn der Senat wird seine Zustimmung kaum dem Vorschlag der Abgeordnetenkammer verweigern.

Als letzte Bastion könnte der Präsident des Landes gelten, der den Beschluss mit einem Veto belegen kann. Traurig in dem Zusammenhang ist ebenso, dass man schon Namen für Straßen vergibt, die noch gar nicht gebaut wurden. Andersherum würde es mehr Sinn ergeben.

Wochenblatt / ABC Color / ADN Paraguayo

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11 Kommentare zu “Mennoniten und Chaco Bewohner hofften vergebens

  1. Immer noch besser nach diesem Kerl zu benennen, als nach dem aktuellen Praesidenten HC. Hat Horacio eigentlich einen akademischen Titel? Wenn nicht, muss er noch schnell seine eigene Uni gruenden, die ihm ehrenhalber die Doktorwuerde verleiht.
    Oder aber die vatikanische Pontifatius-Universitaet verleiht ihm einen Doktortitel fuer …… (Hier kann sich der Leser was selbst erfinden).

      1. Ja, hast du wiederum auch wieder Recht.
        AnzahlMalGelesen:=0;
        Sprungmarke1:
        AnzahlMalGelesen++;
        Und genau nach dieser Logik handelt Paraguay ja auch: Paraguay vergibt schon Namen für Straßen, die noch gar nicht gebaut wurden.
        Aber, ehrlich gesagt, meiner Logik nach würde es anders herum doch mehr Sinn ergeben. Dennoch soll jeder frei nach seiner Logik andersherum denken dürfen.
        if(AnzahlMalGelesen = 1000) goto SprungMarkeProgrammende;
        Gehe zu Sprungmarke1:
        SprungMarkeProgrammende

      2. Progammende? Hätte ein Loop werden können.
        Finde es sehr praktisch, einem Projekt einen Namen zu geben, bevor man es überhaupt angeht. Erleichtert die Kommunikation ungemein. In der Städteplanung wird es so gemacht, damit auch alle Beteiligten (Planer, Politiker, Ausführende) von dem selben Projekt sprechen. Ob das nun umgesetzt wird, steht auf einem anderen Blatt. Oder auch nicht.

        1. Nun ja, Sie haben recht. if(AnzahlMalGelesen = 1000) müsste heißen if(AnzahlMalGelesen = = 1000). Bin momentan in einem anderen Projekt außerhalb C/C++ tätig. Aber schon ärgerlich, mein Fehler.

  2. Ah, da ist mir noch ein guter Name in den Sinn gekommen: Wie wäre es mit «Mcal. Francisco Lopez»?
    Also, ich finde, dass so ein Held – wer fängt schon mit Uruguay, Argentinien und Brasilien einen Krieg an? – in jeder Stadt des Landes mindestens eine Straße nach ihm gewidmet werden müsste.

    1. Gibts schon. Die Ruta 1 heisst Mcal Lopez.
      Und ich bin ueberzeugt, dass wirklich jede Stadt Paraguays ein „Mcal Lopez“ als Strasse hat, ausser vielleicht Filadelfia und Loma Plata.

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