Mitgenommen was ging

Acahay: Nach jahrelanger Vorherrschaft der Liberalen im Rathaus der Stadt gewann 2015 mit Alcides Sosa ein Colorado den Posten des Bürgermeisters. Alle meinten, dass es damit besser werde. Nun ist er angeklagt und wartet auf seine Verhaftung.

Weil er zwischen 2015 und 2020 insgesamt 13 Milliarden Guaranies an Firmen zahlte, die keine Dienstleistungen erbrachten, also in die eigene Tasche wirtschaftete, wurde er nun wegen Veruntreuung und unrechtmäßiger Bereicherung von Staatsanwalt Rodolfo Hiram Colman angeklagt. Ein Richter muss dieser Forderung stattgeben, damit der geforderte Haftbefehl für die Untersuchungszeit vollstreckt werden kann.

Zusammen mit Komplizen wurden mit Identitäten von normalen Steuerzahlern aus dem Bereich Mbuyapey Firmen gegründet und Rechnungen für Dienste an die Stadtverwaltung ausgestellt, die niemals umgesetzt wurden. Dank des Covid-19 und den vertagten Wahlen bzw. der Verschiebung wurde Sosa noch ein Jahr mehr Zeit gegeben, um weiteres Geld zur Seite zu schaffen. Auch wenn schon ein Rathausangestellter in Haft ist, war es unmöglich dieser allein. Doch schon vor der Hausdurchsuchung bei Sosa war allen klar, dass er der Auftraggeber sein muss.

Eines macht jedoch Angst. Dank des Zusammenschlusses beider Fraktionen der ANR könnte auch Sosa ungeschoren davonkommen und seiner Familie fast 2 Millionen US-Dollar vermachen.

Wochenblatt / Abc

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5 Kommentare zu “Mitgenommen was ging

  1. Ein wahrhaftiges Paradebeispiel einer der vielen aufrechten Politikern des Landes! Vielleicht wäre es möglich, all seine vielen, schönen Versprechungen in den vergangenen 10 Jahren zusammen zu tragen. Dazu eine Liste seiner vielen mottenartigen Amigos zu erstellen und alles zu veröffentlichen. Wäre überhaupt eine gute Idee, für all die so erfolgreich operierenden Politiker im Lande. Des weiteren eine eidesstattliche Vermögensaufstellung zum Antritt ihrer öffentlichen Tätigkeit und das gleiche nochmals nach 10 Jahren sowie zur Beendigung der öffentlichen Ämter. Gut wäre auch, wenn öffentliche Ämter in gehobener Stellung nach spätestens 8 Jahren beendet sein müßten.

  2. Moyses Comte de Saint-Gilles sur Ludersac

    Acahay, bedeutet was im Spanischen? Aca hay (algo para llevar), bedeutet das.
    Sinnwoertlich bedeutet Acahay: Hier ist etwas zu holen.
    Und in der tat, so wars.
    Im Gegensatz zu den Koloniesangestellten brauchen diese nicht Arbeit vorzuschuetzen sondern schaffen in einer Nacht- und Nebelaktion im Stile von Kolping gleich direkt das Geld beiseite.

  3. Irgendwo müssen die jährlich aus Gewerbe-, Fahrzeug-, Grundstückssteuern und weiteren eingenommenen Millionen US$ hin. Würde daraus nur rote Erde ans Volk zurück gelangen, um die Straßen fachmännisch zu reparieren, wäre die Stadt nur noch ein einzig großer, zugedeckter Hügel. Die Differenz zwischen eingangs erwähnten Steuereinnahmen und Gebühren und «We have no Plata» kann man so gesehen als Wirtschaftsförderung der Region anschauen, die Amigos bzw. Family-Clan wie man denen hierzulande sagt, bringen diese Gelder in Form von Luxusgüter – die sich das Durchschnittssteuervieh, welches nicht einmal auf 300 Euro monatlich bringt (offiziell, Schwarzarbeit nicht inklusive, durchschnittlich ca 60% der Einheimischen) – wieder in rauen Mengen unter das Volk. Eine Win-Win-Situation, so hat jeder etwas davon, todo tranqui, alle zufrieden mit Müllfeuerchen, BilligPolarbier, Shwuddi auf 120 dB und sonntäglichem Partido. Für den abgebildeten Herrn wird es allerdings weniger lustig im Hausarrest zwischen zwei und fünf Jahren – woran er sich gaanz bestimmt halten wird – wird sicher recht langweilig mit so viel Geld.

  4. Natürlich ging es bei den Kontrollinstanzen wieder einmal flott, das Verschwinden von 13 Milliarden Guaranies aufzuklären. Aber «Jo, äh, üh, die sind doch täglich vorbei gekommen um ihre Dienstleistungen zu erbringen und haben uns täglich mit frischen Müllabfackel-Streichhölzl und BailarElIndio-BilligPolarbier eingedeckt»

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