Nun soll es den Japanern an den Kragen gehen

Juan León Mallorquín: Der Bürgermeister des Ortes, Mario Noguera, ist fest davon überzeugt, dass es bei den staatlichen Ländereien ein Stück Land gibt, was keinen Titel hat. Dies beansprucht er für sich.

Fruchtbarer Boden ist teuer. In dem Bereich, genauer gesagt in Alto Paraná liegt der Hektarpreis bei 15.000 US-Dollar. Mario Noguera geht fest davon aus, dass ein Teil der japanischen Kolonie Yguazú, 40 km von Ciudad del Este entfernt, nicht tituliert ist. Dieses fiktive Land, fiktiv deswegen weil das Institut für ländliche Entwicklung (Indert) bestätigte, dass es dies nicht gibt, will Noguera „umgehend unter paraguayischen Campesinos aufteilen“.

Außerdem zeigt er nationalistische Züge und meinte, „dass das Land Paraguayern gehören sollte. Es kann nicht angehen, dass Japaner mehr Unterstützung bekommen als die paraguayischen Campesinos“. Diese Aussagen machte er beim Radiosender “Radio Espíritu Santo“ in Mallorquín.

Der liberale Politiker fordert vom Indert eine neue Messung der Ländereien, die zum Ergebnis haben sollte, dass Teile nicht tituliert sind, die dann unter Campesinos aufgeteilt werden können. Was Noguera jedoch selbst auch nicht weiß ist, wo die Ländereien genau sind. Aus diesem Grund braucht er das Indert.

Schon vor fast 7 Jahren drangen vermeintliche Campesinos in die Ländereien der Japaner ein und besetzten sie in gewalttätiger Form. Damals argumentierte man mit den gleichen Floskeln, kostenloses Land für paraguayischen Bauern. Die Campesinos von damals hatten die Unterstützung des Stadtrates, heute ist es der Bürgermeister persönlich.

Währenddessen wächst die Furcht besonders in der Botschaft von Japan, in wie fern privates Eigentum geschützt wird. Botschafter Naohiro Ishida sprach deswegen schon mit Außenminister Eladio Loizaga und Innenminister Ariel Martínez Fernández, denen er seinen Unmut ausdrückte. Er erinnerte sie zudem an eine Übereinkunft zwischen beiden Ländern, die zur Gründung der Kolonie führte und welche weiterhin respektiert werden muss.

Der einzige der sich über dem Gesetz sieht und alles besser weiß ist der Bürgermeister Mario Noguera. Allerdings ist allen Involvierten klar, dass politische Interessen hier eine große Rolle spielen. Eine Wiederwahl soll gesichert werden. Die Colonia Yguazú wuchs zu dem, was sie heute ist, weil die Japaner so fleißig waren. Ihnen das jetzt zu nehmen wäre mehr als kontraproduktiv für das gesamte Land.

Wochenblatt / Abc Color

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23 Kommentare zu “Nun soll es den Japanern an den Kragen gehen

      1. Insgesamt kenne ich ca 85 Länder und habe vielleicht in 18 oder 20 davon länger gelebt. Mein Kommentar war sarkastisch gemeint. Nochmals: ich bin kein Deutscher sondern Südtiroler.

        1. Und in welchem von diesen 18-20 Ländern wollen Die den Professorentitel erworben haben? In welchem dieser Länder wollen Sie als Hochschuldozent gelehrt haben? Wenn Sie in so vielen Ländern der Welt herum gekommen sein wollen, dann dürfte eigentlich nur wenig Zeit verblieben sein, in einem dieser Länder als “Professor” einen halbwegs ordentlichen Job zu machen.

          1. Und was geht das Sie an, mein lieber “Schrotthändler”? Sie haben doch nach eigenen Angaben keinerlei akademischen Hintergrund. Also können Sie logischerweise auch nicht wissen, wie die Universitäten arbeiten.

      1. Mennoniten sind eine evangelische Freikirche, die auf die Täuferbewegungen der Reformationszeit zurückgeht.
        Was ein Japaner ist, definieren japanische Soziologen anhand von drei Kriterien:
        Die Abstammung von japanischen Vorfahren
        Besitz der japanischen Staatsbürgerschaft
        Eingliederung in die japanische Kultur
        Was hindert einen Japaner diesen Glauben anzunehmen und damit beides gleichzeitig zu sein?

        1. Die Mennoniten stammen von Menno Simon ab welcher sich wohl im Grab rumdrehen würde sähe Er was aus seiner Überzeugung heute geworden ist.
          Hat also nix mit nix zu tun-Japanern.

          mfg

        1. Richtig: In Japan gibt es sogar eine katholische Privatuniversität, die renommierte Sophia-Universität in Tokio. Denn in Japan leben etwa ein- bis zwei Millionen Christen. Manche sprechen sogar von drei Millionen. Ob das “unser Schrotthändler” wußte?

          1. An welcher Universitaet haben Sie Ihren Titel gekauft? Ein Doktor Titel braucht so ca 10 Jahre… mal Ihre 18-20 Laender…dann sind Sie mindestens 180 Jahre alt…

          2. Meine Titel stammen alle von Beate Uhse. Ein Doktorgrad (einen Doktortitel gibt es nicht) ist normalerweise in 3 Jahren zu erledigen, nach dem regulären Studium. Den Doktorgrad hatte ich im Alter von 27 Jahren.

  1. Wahrscheinlich musste sich Noguera hüten zu sagen, dass er am liebsten allen Japanern das Land wegnehmen will und sich die Schlitzaugen verpissen sollen.
    Völlig richtig, dass die Japaner ihren Botschafter kontaktiert hat. Wenn der dem Aussenminister sagt, dass wenn der japanischen Gemeinde 1 m² weggenommen wird, gibt es keinerlei Spenden mehr – und die Japaner spenden ausserordentlich viel in Paraguay – dann muss eben der Staat eingreifen.
    Das viele Paraguayer sowas nicht kapieren, ist schon fast kriminell dumm.

  2. Die Japaner haben vor allem auch eines: ein langes Gedächtnis. Und sie können warten, wie die Chinesen …

    Mal sehen, was in 20…30 Jahren passiert, wenn ich es noch erlebe.

    Falls nicht, ich kopiere das für meinen Sohn (Halbjapaner) und die Enkelsöhne.

  3. Sie sind gekommen. Haben investiert. Willkommen! Nun. Jetzt wo fertig, kannst auch gerne wieder abhauen. Es wird sich schon jemand aus der Flamingo-Familie finden lassen, der für die nächsten Generationen auf dein leerstehende Liegenschaft aufpasst. Solange jedenfalls, bis es deine ex-Liegenschaft war.
    Das macht auch nichts, wenn es eine schöne Liegenschaft ist, die man doniert. Wird schon während der ersten Generation nach Messi-Bauruine umfunktioniert.

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