Pädagogen gesucht: 80% gehen in 11 Jahren in Pension

Asunción: Es bahnt sich ein Mangel an Pädagogen in ganz Paraguay an. Das Bildungsministerium (MEC) will nun eine Initiative starten, denn allein 3.000 Lehrkräfte traten in den letzten drei Monaten in den Ruhestand, in 11 Jahren werden es sogar 80% im gesamten MEC sein.

Der stellvertretende Bildungsminister Robert Cano wies in einem Radiointerview auf die atypische Situation hin, die derzeit bei der Anzahl der Lehrer im Unterricht bestünde. Dies ist darauf zurückzuführen, dass in den letzten drei Monaten etwa 3.000 Lehrer in den Ruhestand gegangen sind und rund 2.400 ihre Stelle aufgegeben haben, weil sie in anderen Einrichtungen lehren oder ihre neue Beschäftigungsmöglichkeiten fanden.

Das MEC macht sich Sorgen, dass nach der Berechnung, die sie für 2030 durchgeführt haben, rund 43.000 Lehrer das Recht zur Pension erwerben, weil sie 25 Jahre gearbeitet haben. Dies ist im Wesentlichen auf die Reform von 1992 zurückzuführen, als eine große Zahl von Fachkräften in das Bildungssystem eintrat. Daher kommt es jetzt zu einer großen Anzahl von Pensionären.

„Diese Realität zwingt uns dazu, über Strategien nachzudenken, weil es jetzt eine Zeit gibt, in der Pädagogen vor dem Generationswechsel in diesem Bereich dringend benötigt werden“, sagte Cano.

Ein Teil dieser Strategien wird sich auch mit dem Gehaltsaspekt der Lehrkräfte befassen, denn es steht ihnen ein Grundgehalt zu, sodass der Mindestlohn eines Pädagogen pro Schicht (Unterricht am Vor- oder Nachmittag) bei durchschnittlich 3 Millionen Guaranies liegt, das heißt, wenn sie in beiden Schichten arbeitet, würden sie monatlich rund 6 Millionen Gs. bekommen, hinzu kommen Erhöhungen durch die Inflation.

Es wird erwartet, dass im April ein Aufruf für insgesamt 5.024 Arbeitsplätze als Lehrkräfte an öffentlichen Schulen und Universitäten gestartet wird.

Wochenblatt / Paraguay.com

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12 Kommentare zu “Pädagogen gesucht: 80% gehen in 11 Jahren in Pension

  1. Sorry aber beim Leistungsstand hier kann man jeden Menschen von der Strasse da hin stellen, sinnvoll und lebensvorbereitet gelernt wird hier in der Schule eh nicht.

  2. kann doch nicht so schwer sein. da machen viele Cooperativen einen Lehrgang über drei Wochen und schon kann man alle freien Plätze wieder besetzen, notfalls holt man einige Hausfrauen dazu.

  3. Es ist doch schon lange klar: LEHRER in Paraguay gehören zur „hoch qualifizierten Elite“ extrem arbeitssamer Spezies, die täglich den ihnen anvertrauten Kindern und Jugendlichen ein TOP-Vorbild sind. Die Ergebnisse ihrer Bemühungen sind an den Spitzenergebnissen der allgemeinen Volksbildung und Schulbildung besonders gut zu erkennen. Was wäre Paraguay nur OHNE SOLCHE LEHRER?

  4. Das ist überwiegend ein Frauenberuf.
    Also ,haben sie selbst Kinder . Während die Mutter in 2 Schichten arbeitet ,,werden die eigene Kinder von der Strasse erzogen ?
    Oder unterrichten an den Schulen nur Nonnen ?
    Wenn ein Lehrer (in ) den ganzen Tag unterrichtet , ist da noch von der Qualität des Unterrichts zu sprechen oder nur von der Anwesenheit ? Und wann soll sich der Lehrer zum Unterricht vorbereiten ?
    Diesen ,, Marx“ , der meint ,dass ein Lehrer 25 Jahre 200% Leistung erbringen kann , möchte ich mal .sehen und seinen ,, Murks“ anhören .

    1. @Reichert-kellermann
      Richtig, wenn ein Lehrer in 2 Schichten (7.00 h-12.00 h/14.00 h – 17.00 h) anwesend ist, hat er keine Zeit, sich auf den Unterichtsstoff vorzubereiten. Glaube aber auch, dass dies nicht angedacht ist. Man beschäftigt die Schüler halt, damit sie nicht in noch unsinniger Art und Weise auf der Strasse herumhängen.

    2. Sie sind Lehrer? 2 Jahre Privatuniversitaet taeglich 3 Stunden an der Uni waehrend 5 Monaten im Jahr
      Nach Abschluss des Kurses, grosses Defilee im Stechschritt und anschliessend Diplom uebergabeals LeErer

      1. Genau – und das sind dann die Leute, die in Deutschland händeringend gebraucht werden (lt. Grüne und LInke) – und denen man in Deutschland ganz schnell die Abschlüsse anerkennen muss.

  5. Kuno Gansz von Otzberg

    Antworten

    Ich selber koennte schliesslich auch einspringen als Lehrer irgendwo – Volksschule, Zentralschule, und auch Uni.
    Ein Lohn von 3 Millionen fuer Einzelschicht ist ganz gut zumal man doppelschickt schieben koennte fuer 6 Millionen Monatlich und eine garantierte Rente.
    Gar nicht mal so schlecht.
    Nur eben: niemand haelt es fuer noetig sich mir dementsprechend zu naehern.
    Es waere mir ein Leichtes wenigstens Teilzeitig im naechsten „Paraguayerdorf“ als Lehrer einzuchecken und wieder auszuchecken.
    Das ganze Thema scheint mir wie mit dem Arbeitskraeftemangel zu sein: Millionen eigene Arbeitslose aber die stellt man nicht an und holt stattdessen Migranten aus Aleppo mit einem IQ von 80 ins Land (die paar „Aerzte aus Aleppo“ kann man an allen 5 Fingern abzaehlen).

    1. Hallo Kuno, Ihre Aussage kapiere ich nicht! Glauben Sie, die verantwortlichen Instanzen können hellsehen, dass Sie an einer Lehrtätigkeit interessiert sind und nähern sich Ihnen eigeninitiativ, weil Sie so nette Kommentare von sich geben? Wenn Sie (dezent!) überzeugen können, Aufgeschlossenheit zeigen und um 50 Prozent weniger Nebensächlichkeiten von sich geben, ist es gar nicht so schwierig, einen Job in dieser Branche zu finden!!!

      1. Kuno Gansz von Otzberg

        Antworten

        Genau. Aber, aber, aber. So sehr scheint der Lehrermangel nun wirklich nicht zu druecken.
        Wen juckts auch – die Politiker als letztes.
        Wenn ich mich melden wuerde! Aufgeschlossenheit? Ne durchgefallen weil zu engstirnig. Man kann sich nicht „vermarkten“, d.i. ueberzeugen! Na wenn du nichts mit Seilschaften und Baendeleien hast dann was willst du hier noch? Er ist nicht „fokussiert“, d.i. zu viele Nebensaechlichkeiten! Na wenn du dich nicht ans Parteiprogramm haelst und nicht genau das Lehrprogramm abratterst, keine Anstellung.
        Eben, an Lehrer mangelt es nicht so sehr, bzw. die Anwaerter werden systematisch vergrault.
        Genau das.
        Die meisten lateiner Teenies im Chaco koennen nicht vernuenftig lesen, schreiben oder rechnen. An dem Grundwissen mangelt es. Ich koennte die Situation keineswegs noch schlimmer machen sonder waere selbst wenn ich nur einchecke nur ein Gewinn.
        Aber eben – einen wirklichen Lehrermangel gibts nirgends wenn man an den Anwaertern rumnoergeln kann.
        Wenn man mal helfen will – wird man nur abgelehnt!
        Presto! sic esses.

  6. Wer schon mal in einen öffentliche Schule gesehen hat, kann sich selbst ein Bild darüber machen, wie Bauarbeiter ein neues Gebäude errichten, ohne Abschrankungen, während der Schulzeit. Offenbar müssen schon die Kleinsten aufpassen, dass ihnen kein Ziegelstein auf den Kopf fällt, sonst waren sie halt zu falschen Zeit am falschen Ort, wegen dem kleinen Bagatellfall wird man keinen Verantwortlichen finden.
    Man kann sich auch ein Bild darüber machen, wie die Köter ihr Frauchen in die Schule begleitet und schön auf dem Pausenplatz wartet und zwischen durch irgendwo hinka***, bis die Schule aus ist. Wegen dem wird sich die Frau Direktora nichts bewusst werden, das ist ja normal.
    Sechs Millionen Garanies, das sind 1.000 Dollar, damit lebt es sich gut in diesem Land. Aber die arbeitsamen Lehrer müssen dafür einen ganzen Tag arbeiten. Das ist schon ein wenig viel verlangt. Und das erst noch 25 lange Jahre lang bis zur Pensionierung.
    Als Außenstehender kann man ruhig zum Schluss gelangen, ein Land, das von Leuten mit dem Intelligenzquotienten eines höher entwickelten Lebewesens höher entwickelte Lebewesen regiert, war nicht so hoch entwickelt wie die Regierenden, aber das ist im Paraguay Nebensache.

  7. viele studierte Lehrer, sind heute “ Straßenverkäufer“, weil aussortiert, wegen überqualifiziert oder nicht die richtige “ Bibel“, oder wegen beidem und wenig Beziehungen. Es gibt ausgebildete ( studierte) Lehrer hier, aber den werden die Beine weg gehauen.

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