Paraguay: Die Chronologie einer Suche

Nationalpark Defensores del Chaco: Als Wilhelm Wabnegg am 29. April zum Nationalpark kam, besuchte er die Parkwächter in Madrejón, wo er ihnen mitteilte den Aussichtspunkt erklimmen zu wollen.

Da erhielt er grundlegende Informationen zum Selbstschutz sowie den Hinweis nur bis zum Aussichtspunkt vordringen zu können. Alles was darüber hinausgeht sei verboten. Madrejón liegt 60 km vom Cerro León entfernt. Dass Wilhelm Wabnegg diese Strecke zurückgelegt hat beweist sein Allrad Wohnmobil. Am 2. Mai wurde sein Wohnmobil von einem Mennoniten schon an dem Ort gesehen, wo es später immer noch stand. Am 8. Mai wollte er sich mit einem befreundeten Paar aus Österreich in Campo Grande treffen. Erschien jedoch nicht. Sie waren es die Alarm schlugen und die Suche für notwendig einstuften. Am darauffolgenden 9. Mai begann die Suche durch Parkranger, Soldaten und Freiwillige. Man fand sein Wohnmobil am gleichen Ort wie da wo es vermutlich schon am 29. April abgestellt wurde.

Vom 9. bis 13. Mai suchten neben den Soldaten, Parkranger auch Ayoreos und Polizisten aus Asuncion nach dem Steirer. Ab dem 14. Mai kamen Feuerwehrleute (SAR) sowie die paraguayische Luftwaffe mit Flugzeugen und Hubschraubern drei Tage zur Unterstützung. Die Polizei will nach dem strategischen Rückzug am vergangenen Freitag ab Morgen wieder mit einer neuen Mannschaft weiter suchen.

Um das Suchgebiet anzustecken gab es zwei Elemente. Zum einen eine Zeichnung, die im Wohnmobil verblieb in der die geplante Route verzeichnet war und zum anderen fand man zwei Wasserflaschen, von den man annimmt, dass sie Wabnegg gehörten. Es wurde ausdauernd gesucht, fast jeder Stein umgedreht, und trotzdem fand man Wilhelm Wabnegg nicht.

Was passierte mit Wilhelm?

Obwohl der Steirer bestens vorbereitet war traf er auf etwas, was er nicht bezwingen konnte. Die Indigenen der Volksgruppe Ayoreo sagten schon am vergangenen Mittwoch den 17. Mai den Tod von Wabnegg voraus. Sie glauben nicht daran, dass sie von unkontaktierten Ayoreos angegriffen wurden, da diese im Falle das den Körper das liegengelassen hätten, wo es zur Attacke kam. Ebenso wenig glauben sie an einen Angriff eines Jaguars, da es ausreichende Beute im Park gibt. Außerdem hätte man dann Kleidungsreste oder Schleifspuren gefunden. Glaubhaft hingegen sehen sie einen Schlangenbiss oder einen Unfall an. Bei einem Schlangenbiss sind umherfliegende Geier quasi nicht zusehen, da diese Abstand von vergifteter Beute nehmen.

Wochenblatt / Abc Color

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7 Kommentare zu “Paraguay: Die Chronologie einer Suche

  1. Ich gratuliere dem Wochenblatt zu den objektiven Nachrichten zur Suche des verschwundenen Österreichers beim Cerro León. Die Nachrichten beruhen auf Tatsachen und weniger Spekulationen. Das Wochenblatt scheint sehr aktuell und informiert zu sein.

  2. Ich gratuliere dem Wochenblatt für die kontinuirlichen, objektiven Nachrichten zu dem Verschwinden des Österreichers Willhelm Wabnegg. Habe die Nachrichten mit Interesse gelesen und hoffe auch immer noch, dass Hinweise zu seinem Verbleib gefunden werden. Auch ihr macht somit einen guten Beitrag bei der ganzen Suchaktion!

  3. Es ist mir immer noch nicht klar, warum man für diesen Österreicher so einen Aufstand macht, um ihn zu finden.
    Nicht falsche verstehen, ich finde das richtig und gut.
    Mir stellt sich nur die Frage, dass nach anderen Menschen, die bspw. von der EPP entführt worden sind, nie in diesem Maße gesucht worden ist.
    Hier ist irgend etwas ober faul.

    1. Hallo Manfred
      Das nach der EPP nicht gesucht wird, lässt sich folgender massen erklären:
      Befragt man Leute aus der Umgebung, bezweifeln sie ob die Leute überhaupt existieren nach denen gesucht werden soll, weil die kennt da niemand. Es handelt sich dabei um eine Fantasma Gruppe die höchstwahrscheinlich aus Militär und Polizei besteht um den Drogen anbau zu schützen und noch obendrauf Regierungsgelder “Legal” freizulegen um nach denen (sich selbst) zu suchen. Ein klares Beispiel dafür ist die aussage eines kleinen Buben der bei der Entführung seines Vaters dabei war und nachher zu hause seiner Mutter fragte, warum derselbe Mann der vorher seinen Vater entführt hatte, ihnen jetzt bewacht..
      Willi ist nicht “Fantasma” deshalb wird hier so mit recht gesucht.

  4. Ich möchte Herrn Norbert Epp beipflichtet! Gründlich recherchiert und objektiv aber sehr detailliert beschrieben! Liebe Grüße und Danke dafür!
    Hoffentlich wird Willi bald gefunden!
    Franz

  5. In Europa kommen die Beatmeten schon aus dem Beatmetenhäuschen wenn einer einen Euro verloren hat. Selbstverständlich nur bei schönem Wetter. In Paraguay passiert einfach nichts bei Mord, Entführung, Vermisstmeldung eines DÖCHlers. Darum ist diese intensive Suche schon etwas sonderbar.

  6. Man sollte sich überlegen, ob es Sinn macht, beim Crowd-Searching-Portal TomNod eine Suchaktion anzufordern. Zwar müssen laut Dokumentation Objekte größer als ein Mensch sein, aber vielleicht könnte man eine Suchaktion beantragen, welche nach größeren Objekte Ausschau haltet, zum Beispiel eine aufgespannte Rettungsdecke, etc.

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