Paraguay: Kinder können ab dem dritten Lebensjahr eingeschult werden

Asunción: Ungeachtet dessen was andere Länder bei diesem Thema für sinnvoll halten kündigte gestern die Bildungsministerin María Lafuente an, dass im kommenden Jahr Kinder im Alter von 3 und 4 Jahren eingeschult werden können. Jedoch beginnt in diesem Alter nicht der Unterricht wie in der 1. Klasse. Es wird eher als als Vorschule angesehen, ein Zeitraum in dem die Kinder ihre Denkweise sowie die Möglichkeit sich zu sozialisieren an die anderer anpassen können. Betroffen davon sind 4.350 Kinder.

Das Bildungsministerium nennt diese Aktion Nationaler Plan der integrierten Entwicklung im frühkindlichen Stadium. Er soll bessere Voraussetzungen im Lernprozess schaffen, ein Service der derzeit nur in privaten Schulen der Stadt angeboten wird.

Dieses Pilotprojekt wird in 100 Schulen des Landes eingeführt, darunter Asunción und in zehn weiteren Provinzen. Die Gelder zur Finanzierung stammen aus dem Fond zur nationalen Entwicklung (Fonacide) und umfassen rund 8,5 Millionen US-Dollar. Diese werden für Infrastruktur, für didaktische Mittel und zur Formung von Lehrkräften benötigt um die frühe Bildung zu gewährleisten. Eine jede Schulde, die an dem Programm teilnimmt wird ein Kinderpsychologe sowie speziell geschultes Personal zugeteilt. Außerdem werden 25 Zentren für Kinder mit Behinderung eröffnet, um auch sie nicht von der Bildung auszugrenzen.

(Wochenblatt / Última Hora)

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6 Kommentare zu “Paraguay: Kinder können ab dem dritten Lebensjahr eingeschult werden

  1. An sich eine gute Idee. Oftmals können die Kinder in der 1. Klasse hier nicht Spanisch sprechen – oder viele auch kaum Guarani. Das gesamt Sozialverhalten ist eine Katastrophe bei vielen.
    Nur, wenn man von speziell geschultem Personal liest, dann kommen doch Zweifel am Nutzen. Wenn schon die meisten Schüler von „Lehrern“ unterrichtet werden, die eine Schnellbesohlung hatten, einige Lehrgänge besuchten, dann wird es für diese Art der Vorschule noch schlimmer sein.

    1. die Bildungssituation in Paraguay ist eine Katastrophe. Würden nicht NGO´s aus aller Herren Länder hier tätig sein, wären nur Analphabeten in diesem Land. Natürlich kann man da auch nicht an der PISA Studie teilnehmen

  2. An sich eine gute Idee.
    Aber bei 100 Schulen mit einer Handvoll Lehrer, welche 30.000 Guaranies pro Tag verdienen, nimmt es mich wunder, wohin die 8,5 Millionen US$ wieder verschwinden:
    Gebäuderuinen hat der Staat sicherlich schon und Bücher werden die Vorschulkinder keine brauchen. Bleiben noch ein paar billige Sprerrholz-Möbel und -spielsachen.
    Dieses „Lehrpersonal“ besuchte höchstwahrscheinlich selbst die öffentliche Schule, also 3 Stunden täglich, wenn es nicht regnete oder gestreikt wurde. Privatschulabgänger unterrichten meist in privaten Schulen. Daher frage ich mich, worin man dieses „Lehrpersonal“ gesondert schulen möchte? In der 8-er Reihe?

  3. Wirklich „eine gute Idee“?

    Bedingen solche polaren Aussagen (gut oder schlecht, falsch oder richtig etc.) nicht automatisch die Frage nach dem Bezug, also für wen oder was eine Sache gut (oder schlecht) sein soll?
    Davon abgesehen, dass solche staatlichen Früh-Sozialisierungsversuche in anderen Ländern meist „Kindergarten“ genannt werden, ist das Verfahren gewiss „gut“ für Eltern, die ihre Kinder schnellstmöglich aus den Füßen haben wollen oder aber nicht das geringste Vertrauen in eigene Erziehungs-Kompetenzen haben. Gleichzeitig ist diese Art der Sozialisierung für den Staat ein probates und somit „gutes“ Mittel, so früh wie möglich die Gleichschaltung vieler Menschen zu einem Funktionsblock für die Vorstellungen von wenigen zu installieren, mit dem Alibi angeblicher Bildung. Ich bezweifle die Existenz von Kindergarten- oder Vorschul-Befürwortern mit Bildung!

    Zitat aus dem Artikel:
    „…Es wird eher als als Vorschule angesehen, ein Zeitraum in dem die Kinder ihre Denkweise sowie die Möglichkeit sich zu sozialisieren an die anderer anpassen können…“
    Dieser Satz sagt eigentlich alles über die eigentlichen Zwecke aus!

    Das Individuelle soll unterbunden werden zugunsten von Prototypen, die steuerbar und manipulierbar sind. Schon klar, für wen das „gut“ ist – aber auch für Kinder? Hier wird immerhin von 3- bis 4-Jährigen gesprochen, die sich in diesen Gleichschaltungsaparat integrieren sollen.

    1. Hast ja schon recht. Aber so ist es doch aber überall auf der ERde. Es gibt sicherlich kein Land, indem nicht der Schulstoff politisch motiviert ist, an der herrschenden Klasse, der herrschenden Partei etc. ausgerichtet ist.
      Deshalb gleich das ganze Projekt zu verdammen hilft nicht weiter. Hier geht es aber auch um ganz allgemeine Dinge, wie Sprechen, Verstehen (Begreifen) was ein anderer sagt, sich einer Gruppe einordnen usw. Und dafür wäre eine solche „Vorschule“ nicht schlecht. Es wird aber nicht funktionieren, weil kein entsprechendes Personal zur Verfügung steht.

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