In Paraguay untergetaucht

Asunción: So wie der brasilianische Arzt, der drei Jahre unentdeckt in Paraguay ein ruhiges Leben führte, genießen bestimmt dutzende andere Personen ihr Leben auf der Flucht vor der Justiz. Das Beispiel des 70-jährigen Roger Abdelmassih zeigt, wie sein Leben in Paraguay finanziert wurde.

Abdelmassih, der vor vier Jahren zu 278 Jahren Gefängnis verurteilt wurde, mietete schon zu dieser Zeit die Villa an, die er bis letzten Dienstag bewohnte. Die monatliche Miete betrug 4.800 US-Dollar, Der Eigentümer der Immobilienfirma, die ihm das Anwesen vermietete, erklärte in dem mittlerweile Verhafteten einen sehr angenehmen Mann gesehen zu haben der gottesfürchtig war.

hau-abelmassih-asuncion (Hoy)

Die Schwester seiner Ehefrau Larissa María Sacco, Elaine, hat eine Apotheke über diese sie ihrem Schwager Geld zukommen ließ. Dieses im Bundesstaat Sao Paulo liegende Geschäft war jedoch nur eine Fassade um mit zwei weiteren Personen Geld nach Paraguay zu transferieren. An jedem 15. des Monats wurde Geld in kleinen Beträgen nach Paraguay überweisen. Währenddessen wohnte Abdelmassih, seine Frau und deren zwei Kinder zurückgezogen. Die Zwillinge besuchten eine Schule der Gegend und der Verurteilte ging des Öfteren in einen kleinen Park sowie die Kirche, in der er gerne spendete. Obwohl die brasilianische Polizei Telefonate aus Brasilien nach Paraguay abhörte kam der entscheidende Hinweis erst von einer anderen brasilianischen Kirchbesucherin, die den Schreckensarzt erkannte und die Behörden über seinen Aufenthaltsort informierte.

Roger Abdelmassih befindet sich seit Mittwoch im brasiliansichen Gefängnis Tremembé, wo er nach einer Express Auslieferung hingebracht wurde. In seiner Quarantäne hat er während der ersten zwei Wochen nur Kontakt zu seinen Anwälten. Außerdem will man verhindern, dass er sich das Leben nimmt.

Interpol Brasilien beantragte des Weiteren bei seinen paraguayischen Kollegen die Ehefrau des Verhafteten aufzuspüren, die seit Dienstag mit den Kindern von der Bildfläche verschwunden ist. Bei den zahlreichen Grenzübergängen die Paraguay mit Brasilien verbinden, kann es gut möglich sein, dass sie schon über Pedro Juan Caballero zurück nach Brasilien geflüchtet ist. Eine legale Ausreise kann nicht bestätigt werden.

(Wochenblatt / Última Hora)

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7 Kommentare zu “In Paraguay untergetaucht

  1. „…genießen bestimmt dutzende andere Personen ihr Leben auf der Flucht vor der Justiz“ – na waren ja auch schon etliche DACH’ler dabei und sicherlich sind noch einige auf der Basis hier……!

  2. „Ein Dutzend ist sehr optimistisch !“

    Ich persönlich kenne zwei Luxemburger die wegen Gold/Devisenschmuggel und Steuerhinterziehung gesucht werden. Ausserdem schwer sozial gestört! Gesucht via Interpol, aber eben nicht in Paraguay.
    Noch nicht, vielleicht mal eine Denincia an die Polizei als „Melk order“ 😉

    Wenn ich mich in einem Restaurant in San Ber an einen acht Personen Tisch setze, dann sitzen wir mit drei Päärchen, 25 Jahre Knast sowie 15 Jahre Psychatrie zusammen. In Laufe von 2 1/2 Stunden hören wir nur über Verschwörungstheoren sowie „Chemtrails“ und Deutschland GMBH.

    Weder die deutsche Psychatrie noch Interpol sucht wirklich nach diesen Leuten, sie sind froh das sie weg sind.

    Dr. Horror, war und ist wirklich Horror. Allerdings war ihm die Nähe zum Tatortstaat mit Glück sein Verhängnis.

    Mein Beileid seinen Opfern und seinem Vermieter, der wirklich einen „gottesfürchtigen “ Menschen braucht bei dieser Miete für diese „geschlossene Anstalt „.

  3. Wofür sich die Interpol interessiert und wofür nicht, das ist ganz einfach zu erklären. Bei Verbrechen wie z.B. Diebstahl oder Betrug wird eine internationale Fahndung nur dann eingeleitet, wenn der in Frage kommende Geldbetrag den Durchschnitt der Kosten aller internatiionalen Fahndungen übersteigt. Wie hoch dieser Betrag momentan ist, ist mir nicht bekannt. Aber mir war bekannt, dass z.B. in den 80er Jahren die durchschnittlichen Kosten aller internationalen Fahndungen bei DM 250.000 pro Fall lagen. Aus diesem Grunde hat auch damals die Interpol jeden Antrag auf internationale Fahndung, deren Wert unter diesem Betrag lag, schon gar nicht angenommen. Man kann vermuten, dass dieser Mindestebetrag heutzutage wesentlich höher ist. Und natürlich wird auch international gefahndet im Falle von Kapitalverbrechen, z.B. Mord. Es ist deshalb auch verständlich, dass die Interpol nicht wegen „Kleinigkeiten“ von z.B. 10.000 Euros tätig werden kann, schon aus Kostengründen.

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