Paraguay verlangt Marktpreis für verkauften Strom nach Argentinien

Acaray: Da Argentinien sich quer stellt und nach wie vor den Stromverkauf an Uruguay mit hohen Kommissionspreisen unmöglich macht, erklärte gestern Mercedes Canaes, Vizeministerin für Bergbau und Energie, dass die verkaufte Energie in die argentinische Provinz Misiones jetzt von 30 US-Dollar pro MW/h auf 130 bzw. 150 US-Dollar angehoben wird.

„Normalerweise wird Strom nach Argentinien an nur zwei Punkten verkauft, in Formosa und in El Dorado. Die Mengen sind nicht großartig aber für das Nachbarland notwendig“, erklärt Canese.

Mit dem Zugewinn von 30 MW, die Menge die nach Argentinien verkauft wird, kann nun auch der Kommissionspreis für den Verkauf von Energie nach Uruguay akzeptiert werden.

Von Brasilien bekommt Paraguay nach der Erhöhung um zwei Drittel 8,4 US-Dollar pro MW/h gezahlt. Daran kann man erkennen welcher Unterschied beim Verkauf nach Argentinien entsteht. Die verkaufte Energie kommt aus dem rein paraguayischen Wasserkraftwerk Acaray, welches 200 MW produziert und somit rund ein Siebentel nach Argentinien abgibt.

Ricardo Canese, Koordinator der Wasserkraftwerkskommission (CEHB) erklärt auch, dass der neue Gewinn beim Verkauf von Strom nach Argentinien eher gering ist im Vergleich zu den großen Wasserkraftwerken. Itaipú verkauft pro Jahr 38.000 GW/h nach Brasilien, Yacyretá 7.000 GW/h und Acaray 200 GW/h nach Argentinien.

Energieverkauf an Uruguay ausgebremst

Zuerst gab es eine Unterbrechung der Verhandlungen wegen der Präsidentschaftswahlen, das war Ende Oktober. Danach ging es nicht weil Cristina Fernández de Kirchner ihr Kabinett umstrukturieren musste. Erst im Dezember, so ist es geplant, wird Fernandez dem Stromverkauf nach Uruguay zustimmen. Bei der komplexen Angelegenheit geht es nicht nur um die eingangs geforderten überhöhten Entschädigungssummen für argentinische Unternehmen, weil diese keinen Strom verkaufen, sondern auch um eine generelle Abneigung des Silberlandes, Uruguay einen Gefallen zu erweisen.

Seit Februar 2011 versprach Fernández den paraguayischen Behörden schon einen Stromverkauf nach Uruguay der wegen der überhöhten Summe nicht zustande kam.

„Wir sind schon seit drei Jahren mit diesem Thema am Verhandeln. Die chilenische Regierung erklärte auch bei diversen Treffen ihr Interesse Strom aus Paraguay kaufen zu wollen. Auch hierfür müsste dieser über argentinisches Territorium“, so Canese.

(Wochenblatt / La Nación)

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1 Kommentar zu “Paraguay verlangt Marktpreis für verkauften Strom nach Argentinien

  1. Wenn Brasilien einen Preis von 8,40 Dollar zahlt, der Marktpreis aber bei 150 Dollar liegt, sollte Brasilien eigentlich rund 6 Milliarden Dollar zahlen.
    Jetzt sieht man, wie sehr die Colorados Paraguay geschadet haben, nur um ein paar Miliionen Schmiergeld von Brasilien zu erhalten, haben sie auf Milliarden verzichtet.
    Sie haben – OHNE NOT!!! – vertraglich einen VIEL zu niedrigen Preis ausgehandelt. Lugo hatte rechtlich keine Chance, Brasilien zur Einsicht zu bekommen. Er konnte nur auf Fairness pochen.
    Und mit Argentinien? Im Vertrag keine Klausel an andere Laender (Uruguay) zu liefern?
    Waren die Colorados zu doof – oder floss wieder nur Schniergeld?
    Joe

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