Paraguayer hungern: The Guardian spiegelt die Situation wider

Asunción: Die renommierte britische Zeitung The Guardian spiegelt die Auswirkungen der Quarantäne im Land wider, insbesondere die Konsequenzen, die sie für die benachteiligten sozialen Schichten mit sich gebracht hat und nun viele Paraguayer aufgrund dessen hungern müssen.

In einer Sonderveröffentlichung beschrieb The Guardian die aktuelle Situation in Paraguay im Zusammenhang mit der COVID-19-Quarantäne.

Erstens wird hervorgehoben, dass Paraguay eines der ersten Länder war, das Maßnahmen zur Eindämmung des Virus ergriffen hat, als es in Südamerika auftrat, unter anderem Schulen schloss und öffentliche Versammlungen verbot.
„Die nationale Blockade scheint die Ausbreitung der Krankheit zu kontrollieren, hat aber ein weiteres Problem geschaffen: Eine große Anzahl von Paraguayern hungert in ihren eigenen vier Wänden“, heißt es in der Veröffentlichung.

Das journalistische Material zeigt die harte Realität, die Hunderte von Familien, die von informellen Jobs leben, durchmachen und sie heutzutage aufgrund der Quarantäne keine Möglichkeit mehr haben, ihr tägliches Einkommen zu erzielen.

The Guardian erinnert daran, dass die Regierung von Präsident Mario Abdo Benítez trotz der geringen Anzahl von Infektionen und Todesfällen in Paraguay allgemein dafür kritisiert wurde, dass sie Menschen, die ihr Einkommen während der totalen Quarantäne verloren haben, nicht ausreichend unterstützt.

Es heißt auch, dass 65% der Arbeitnehmer ihren Lebensunterhalt mit der informellen Wirtschaft verdienen und während der durch das Coronavirus verursachten Krise keinen Zugang zu Einkommen haben.

„Obwohl die Regierung ermächtigt wurde, Kredite in Höhe von 1,6 Milliarden US-Dollar zur Bewältigung der Krise zu garantieren, hat nur ein kleiner Teil eines versprochenen Systems von Notzahlungen und Lebensmittelpaketen diejenigen erreicht, die es noch benötigen“, heißt es weiter in der Veröffentlichung.

In dem Text zitiert man Valentina Osuna, Handwerkerin und Mutter von vier Kindern aus dem indigenen Dorf Qom, die in einem Interview behauptete, sie könne ihre Arbeit aufgrund der Einstellung der Aktivitäten nicht mehr verkaufen. „Es gibt keine Unterstützung, es gibt nichts vom Staat. Meine Kinder haben Hunger“.

In einem anderen Absatz erwähnt The Guardian AyudaPy, eine Plattform, die vom Entwickler Marcelo Elizeche Landó ins Leben gerufen wurde und “Menschen in Not mit Menschen helfen will, die unterstützen wollen“.

„Täglich werden Tausende von Nachrichten von Menschen veröffentlicht, die extreme Umstände beschreiben und grundlegende Dinge wie Milch, Brot und Medizin fordern“, heißt es in dem Artikel.

„Die gegenseitige Solidarität ist hervorragend, die Armen helfen anderen armen Menschen. Wir alle helfen und geben, was wir können. Wir kochen in der Gemeinschaft, um den Menschen Essen bringen zu können“, sagte Óscar Pereira, Mitglied einer Nachbarschaftsorganisation im Stadtteil Tacumbú in Asunción.

„Wie in Lateinamerika hat die Coronavirus-Krise soziale Ungleichheiten und den schlechten Zustand der öffentlichen Infrastruktur aufgedeckt. Inmitten weit verbreiteter Empörung hat die Regierung versprochen, einen Staat zu reformieren, der unterfinanziert und voller Korruption und stark voreingenommener Finanzpolitik ist“, behauptet die britische Zeitung im letzten Teil.

Hier können Sie den Originalartikel nachlesen.

Wochenblatt / Hoy

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8 Kommentare zu “Paraguayer hungern: The Guardian spiegelt die Situation wider

  1. In Independencia sammeln Deutsche von Deutschen Geld und stellen Lebensmittelpakete zusammen, so geht das mit der unbürokratischen Hilfe, statt 100 Millionen für Itaipupenner.

  2. An vielen Orten in Paraguay wird für Paraguayer gekocht oder Lebensmittelkits zusammengestellt und zu den Bedürftigen gebracht. In vielen Gemeinden kümmern sich Bewohner um ihre Ärmsten. Aber das ist alles noch viel zu wenig um die Not der Vielen zu lindern.

    1. Dann sollen die Ärmsten auf die Straße gehen und sich gegen die Politheinis wehren. Stattdessen warten sie darauf, dass die bösen DACHLer, die sie sonst nicht leiden können, ihnen das Essen servieren.
      Den DACHLern wird nur dann und solange Sympathien vorgekaukelt, solange sie etwas absahnen können.

  3. Der Hunger und die Isolation werden von Intelligenten Menschen genutzt werden ihre bisherigen Lebens und Wohnschwerpunkte zu ueberdenken.
    Eiin kleines Apartment mit einem 30tsd Euro Auto in der Garage bedeuten heute Langeweile, ggf Hunger und ggf Existenzangst.
    Einige Casitas fuer die gesamte Familie auf ein paar Hektar bedeuten Beschaeftigung fuer alle und volle Teller.
    Im Bereich der deutschsprachigen Migranten gibt es hier bereits ein paar dieser alternativen Projekte.

  4. Immer nur wenn Not am Mann ist erinnert man sich, an Solidarität, ansonsten jeder gegen jeden…. Eine schlimme Zeit, aber es war noch nie verboten gewesen, menschlich zu sein, jeder kann helfen, in seinem Umkreis, leise aber eben wirkungsvoll, wenn man zum Beispiel seiner Hausangestellten, wenn sie jetzt nicht kommen kann, wegen der Ausgangssperre, ihren Lohn weiter zahlt, denn von was soll diese arme Frau denn leben. Ich hoffe, es tun viele und lassen die ärmeren nicht im Regen stehen…..

  5. Max Moser, 45 – Typ:1245 Made in Germany

    Also bei uns im schäbigen Schwarzendorf-Viertel mit 2x wöchentlich Müllabfuhr sind seit einem Monat fast alle daran ihr Haus zu renovieren, erweitern, reparieren… Hätte es sich auch für mich gelohnt die letzten Jahre keine Müllabfuhr, dafür Streichhölzer, zu bezahlen/zu leisten. Hoffentlich leidet unser schäbiges Schwarzendorf-Viertel nicht an Hunger, denn arbeiten soll ja den Appetit anregen.

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