Paulista Grill: “Der Brasilianer sagt ‘Indianer‘ zu den Paraguayern“

Asunción: Die renommierte und bekannte Churrasqueria Paulista Grill steht im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses. Ein Kellner prangerte Missbräuche der brasilianischen Besitzer an. Sie sollen die paraguayischen Angestellten als “Indianer“ betiteln.

Reyes Duarte reichte bei Arbeitsminister Guillermo Sosa eine Beschwerde über einen angeblichen Missbrauch und einer Diskriminierung am Arbeitsplatz im Restaurant Paulista Grill, der Gruppe Sergio S.A, ein. Die Notiz wurde in sozialen Netzwerken veröffentlicht und erklärt, dass es Misshandlungen und Diskriminierungen seitens des Managers und einen der Inhaber, Angelo de Paula und Mario Rey, beide mit brasilianischer Nationalität, gegeben habe.

„Wir erleiden unter der Ausbeutung in Form von Arbeitszeit: Überstunden und unbezahlt. Nachdem ich dies bemängelte, kostete mich das mehrere ungerechte Sanktionen und ich bekam weniger Lohn. Darüber beschwerte ich mich beim Arbeitsministerium. Daraufhin erfolgte eine ungerechtfertigte Entlassung, ohne vorherige Ankündigung. Mehr als eineinhalb Jahre habe ich mit viel Mühe und Hingabe meine Tätigkeit ausgeführt“, heißt es in der Notiz.

Duarte war als Kellner tätig, der den Gästen die Fleischspieße an den Tisch brachte. Laut seinem Anwalt stehe ihm eine Abfindung in Höhe von 15 Millionen Guaranies zu, jedoch will die Churrasqueria ihm nur 6,7 Millionen Gs. bezahlen.

Konkret stellte Duarte fest, dass der verbale und körperliche Missbrauch konstant gewesen sei. De Paula und Rey seien immer in ihrer Erscheinungsform gegen Mitarbeiter von niedrigerem Rang vorgegangen, so Duarte weiter.

„Der Brasilianer (de Paula) sagt zu den Paraguayern sie seien Indianer. Er sagt ihnen ständig: ‘Wir müssen euch zivilisieren, ihr seid immer noch Eingeborene‘. Er sagte einer Kollegin, dass sie hässlich sei, und dass sie ihre Position nicht verdient habe, weil ihr Gesicht schlecht aussehe und sie sich nicht richtig schminke“. Hinsichtlich der Arbeitszeiten sagte er, dass es sich um neun Stunden in zwei Schichten handele: morgens und abends. Er fügte hinzu, dass sie nicht mehr für die Nachtstunden oder Feiertage bezahlt bekommen hätten. In Monaten wie Dezember und Mai, mit hohen Umsätzen, habe es nicht einmal freie Tage gegeben.

2.400.000 Guaranies, etwas mehr als der Mindestlohn, erhalten die Kellner in dem Grillrestaurant.

Ein Mitarbeiter aus der Personalabteilung von Paulista Grill erklärte Duarte, die Zeitpläne seien in allen Gastronomiebetrieben so strukturiert und er werde die gleiche Situation in anderen Churrasquerias erfahren. „In der Gastronomie gibt es keine geregelten Arbeitszeiten. Kein Tag ist gleich, einmal so und einmal eben anders“, erklärte der Personaler.

Als er gebeten wurde, sich in andere Details zu vertiefen, erklärte Reyes Duarte, dass er es vorziehe, sie nicht zu erwähnen, weil sein Fall gerichtlich beurteilt werden könne und er nicht über die wirtschaftliche Fähigkeit verfüge, gegen die Besitzer des Steakhauses Klage zu erheben.

Reyes Duarte lebt im Stadtviertel Jara von Asunción und widmet sich seit seinem 13. Lebensjahr der Gastronomie. Heute ist er 25 Jahre alt, verheiratet und hat eine Tochter. Er fordert für sich und seine Kollegen Gerechtigkeit, die an Missbrauch leiden und aus Angst nicht über die Geschehnisse berichten würden.

Das Arbeitsministerium hat bis jetzt auf seine Beschwerde noch nicht reagiert.

Reporter versuchten mit Angelo de Paula und Mario Rey zu kommunizieren. Ein Geschäftsführer, identifiziert als Bernardo, erklärte, er sei nicht berechtigt Auskünfte zu geben. Olga Ferreira, Leiterin der Personalabteilung, würde Informationen über den Fall preisgeben. Sie sei aber im Urlaub und käme erst am späten Dienstagabend wieder zurück.

Wochenblatt / Hoy

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17 Kommentare zu “Paulista Grill: “Der Brasilianer sagt ‘Indianer‘ zu den Paraguayern“

  1. Reyes Duarte […] widmet sich seit seinem 13. Lebensjahr der Gastronomie. Ob er als noch halbes Kind seinem Vater fürs Saufen finanziell unter die Arme greifen musste wird wohl für immer in den unendlichen Weiten des Universums verloren gehen, da sich wohl niemand seitens Behörden diesem Normalfall annehmen wird.

  2. Sehr schön, liebes Wochenblatt. Vielen Dank für die Löschung meines Kommentars in dieser Angelegenheit des Restaurants: „Paulista Grill“. Das war wohl gegen die Interessen ganz bestimmter Personenkreise. Nur sollte man, statt hier Kommentaristen erst schreiben zu lassen, bekanntgeben, in welchem Tenor und im Interesse welcher Personenkreise Kommentare erlaubt sind bzw. nicht. Das ist nur, damit man sich nicht unnötig Arbeit macht.

  3. Es ist ja alles schoen und gut ich finde es nicht ok aber Auslaender muessen uns auch sagen lassen von den einheimischen Gringo das ist auch jeden egal und das prangert auch keiner an aber wenn sie sich beleidigt fuehlen egal was fordern sie egal was gehn sie vor gericht und bekommen noch recht und musst unsummen zahlen was gar nicht gerechtfertigt ist fuer abfindung 4 jahre 30 millionen oder so

  4. Merkwürdig, ‚Gringo‘ hat noch niemals ein Paraguayer zu mir gesagt. Höchstens x ‚Aleman‘. Ist auch nicht weiter schlimm.

    1. mir fremde Paraguayer haben mich auch noch nie Gringo genannt, sehr wohl aber meine guten paraguayischen Freunde zum Spaß – die rufe ich aber auch manchmal zum Spaß „Indio“. Wir sehen das sehr locker und keiner fühlte sich jemals beleidigt.

  5. Alle Vorwürfe des ehemaligen Kellners sind mehr oder weniger nachvollziehbar. Doch verstehe ich nicht ganz, warum nachträglich die Arbeitsbedingungen (Überstundenregelung) reklamiert werden. Das war doch sicherlich schon vor Antritt des Anstellungsverhältnisses bekannt. Und was ich überhaupt nicht verstehe ist, daß die Bezeichnung „Indianer“ als eine Art Diskriminierung/Beleidigung angesehen wird. Ist es doch nicht so in Paraguay, daß die große Mehrheit der Bevölkerung sehr viel Wert auf die indianische Sprache Guarani legt und sogar die Währung so benannt wird? Damit identifiziert man sich doch ganz offensichtlich mit der indianischen Abstammung. Für mich ein großer Widerspruch, den mir auch noch kein Paraguayer erklären konnte.

    1. Manni, Sie wollen Paraguay kennen, der ausdruck Indianer, das ist sicher eine Beleidigung für ein Paraguayer.
      Ein Dunkler Mensch ist weniger wert als ein Weisser.
      Das sollten Sie wissen, als alles Wiesenter???

    2. Also ich finde Ihr „etwas mehr Gedanken zur Indianermentalität machen“, der man hier täglich begegnet, schon richtig. Ehrlich gesagt habe ich mir Ihre Überlegungen auch schon gestellt (Sprache, Ahnen, Währung).
      Ich meine, wenn mich jemand als „Kelte“ betitelt, so habe ich kein Problem damit, denn so gesehen (Ahnen) bin ich einer.
      Ich weiß, aber nicht, wie man den Kindergarten, der hier täglich abgeht, von privat über Verkehr bis Kommissionen erledigen, sonst benennen sollte, wenn nicht mit dem Stand der Indianer vor 500 Jahren. Vielleicht als Schildbürger? Oder vielleicht sollte man die Vertreter auf ein moralisches und gebildetes Niveau der Europäer hieven und sie Deutsche betiteln, wenn man sie tadeln möchte? Oder: „du lieber, gebildeter, gschaffiger Allwissender, das hast du jetzt aber mal ausnahmsweise nicht gut gemacht“?
      Man sollte sie nicht tadeln, das weiß doch jeder der Kinder hat. Wie sie reagieren.

  6. Ja ja, das was der Paula treibt ist nicht, an sich ist ein weltweites Problem..
    Hier muss sich jede Nationalität an seine Nase fassen. Sie nehmen nicht!
    Für de Paula zeigt ein typisches brasilianisches Verhalten der Großgrundbesitzer für das Verhältnis
    zu den Indigenen/Mestitzen.
    Wer so mit seinen Mitarbeitern umgeht, wenn es stimmt, der kann auch zahlen, das trifft keinen Armen.
    Wenn schon gezahlt wird nicht nur die Abfindung auch die Überstunden.
    Die Paraguayer sind auch nicht heilig, so wie sie sie verbal werden. Aleman, Gringo sind noch gesittet,es gibt da viel besseres!
    Selbst das Verhalten einiger deutscher Arbeitgeber, (nicht wenige) in Deutschland lässt in diesen Sachen zu Wünschen. Speditionsgewerbe,Baugewerbe,Gebäudereiniger ua.wer zuckt fliegt raus, Nicht mal der Mindestlohn gezahlt, Unbezahlte Arbeit.Viele müssen sich noch sagen lassen dass sie eine faule Sau sind.Teilweise Sklaven ähnliche Ausbeutungsverhältnisse.

  7. Nun, daß Firmenchef und auch leitende Angestellte ihre „Untergebenen“ Indianer nennen, das ist gerade in paraguayischen Firmen gang und gäbe, und gerade in Paraguay in Firmen von Ausländern lediglich Ausnahmen. Nur geht natürlich beim Paraguayer der Patriotismus sogar derart weit, daß man diese Behandlung sich von paraguayischen Chefs sehr wohl gefallen lässt, denn vor dem hat man Angst, der hat in der Regel Beziehungen, was der Ausländer normalerweise nicht hat, den kann man bedrohen und erpressen. Ein Kellner, der im „Paulista Grill“ pro Monat 2,4 Mio.Gs. verdient, wird sich darüber niemals beschweren. Denn er weiß genau, daß gerade in solchen Läden wie dem „Paulista Grill“ auch die von den vielen Gästen gegebenen Trinkgelder recht hoch sind, und da kommt der Kellner dann leicht auf 6 Mio.Gs. und mehr, einschl. der Trinkgelder. Wer in einem paraguayischen Restaurant für 3 Mio. Gs. pro Monat bedient, ist wesentlich schlechter dran als der Kellner des „Paulista Grill“ mit seinen 2,.4 Mio. Gs. Und wenn der Kellner des Paulista Grill auch mal ausnahmweise 1 Stunde länger arbeiten muß, dann macht er das gerne, denn auch da lohnt es sich für ihn, und es erhöht sich auch das Trinkgeld. Wird derselbe Angestellte von seinem paraguayischen Chef verbal und körperlich mißhandelt und auch finanziell ausgenommen, da wagt von den Paraguayern keiner was zu sagen, Denn wer von denen vor Gericht ziehen will, verliert stets. Dafür aber ist man umso aggresiver gegen den ausländischen Arbeitgeber, über den man sogar noch schimpft : Dieser Sch.Gringo beutet unsere Leute aus und wird davon stinkreich,. obwohl gerade der „pöhse Ausländer“ seine paraguayischen Arbeitnehmen bestens bezahlt und noch besser behandelt .

    1. Ausnahmsweise schreibe auch ich für einmal einen einzelligen, pardon, einzeiligen, Kommentar als Antwort unter den Kommentar eines Miterdteilers, auch wenn ich schon alt genug bin um nicht darauf zu warten, bis jemand einen Kommentar schreibt, dann meine Beleidigungen darunter setzen muss und dabei vor Freude fast das Caramelo verliert. Also hier mein Einzeller:
      „Finde Ihren Kommentar gut und sehe das auch so.“
      (PS. Gebe zu, ist etwas ungewohnt als Antwort nicht die Frage gestellt zu bekommen: Porque no te vas en tu país?)

  8. Das ist doch ganz einfach, Toni. Bei uns ist es doch nicht anders. Eine z.’B. in Deutschland sehr beliebte Beleidigung ist „Zigeuner“, obwohl man das nicht als Beleidigung empfinden muss, ob man nun der Gruppe der „Roma“ oder „Sinti“ angehört oder auch nicht. Der paraguayische Unternehmer selbst nennt seine ihm untergebenen Angestellten oftmals Indianer, obwohl es keine sind, meint aber damit eine deutliche Erniedrigung, also ist es auch eine Beleidigung. In Argentinien z.B. sind die Bezeichnungen „Paraguayer“ oder „Bolivianer“ Beleidigungen, weil man ganz einfach aufgrund dessen, daß für die gewohnt hochnäsigen Argentinier „Paraguayer“ oder „Bolivianer“ ainfach der letzte Dreck, der Abschaum, ist. In Bs. As. z.B,. ist bekannt, dass in den Elendsvierteln in Quilmes ausschliesslich Paraguayer und Bolivianer wohnen, und wie gefährlich es für die einheimische Bevölkerung ist, diese Gegenden ab Sonnenuntergang überhaupt zu betreten, was natürlich die negative Meinung der Argentinier über Paraguayer und Bolivianer noch scheinbar bestätigt und freilich deshalb auch verstärkt. Denn wer nicht einmal in diesen Elendsvierteln ansässig ist und diese betritt, der läuft tatsächlich Gefahr, in Unterhose wieder in Freiheit entlassen zui werden, natürlich auch ohne Geld, Dokumente usw.usw. Deshalb ist es möglich, daß in Bs.As. unter sich sich mit „Paraguayer“ oder „Bolivianer“ tatsächlich beleidigen, denn das ist für die sogenannten „Porteños“ der Abschaum schlechthin. Die Bezeichnung „Indianer“ ist dasselbe, wenn auch nicht auf eine Nation beschränkt. Ich selbst habe lange Jahre in Asuncion gelebt und kann diese Behandlung von Arbeitnehmern allgemein durch ihre Arbeitgeber bestätigen, viel mehr allerdings, wenn es sich bei Arbeitgebern und Arbeitnehmern um Paraguayer handelt. Ist der Arbeitgeber Ausländer, sind unterwürdige Behandlungen der Arbeitnehmer eher Ausnahmen, und auch die paraguayischen Arbeitnehmer arbeiten im Durchschnitt viel lieber unter ausländischen Arbeitgebern als unter Paraguayern, denn von Arbeitgebern, die ihre Landsleute sind, ist ihnen jede nur mögliche Mißhandlung so gut wie sicher. Dinge wie im vorliegenden Fall allerdings, im Falle „Paulista Grill“ ist eine beliebte Kampagne gegen ausländische Arbeitgeber, die ihre Leute zwar zufriedenstellen bezahlen und auch behandelt, gegen die allerdings gehetzt wird als die bösen Ausländer, die hier in Paraguay „unsere Leute“ ausbeuten und auf unsere Kosten stinkreich werden, nach dem Motto „Paraguay den Paraguayern“. Solche Veröffentlichungen, die ihre eigene Unhaltbarkeit schon selbst beweisen, wie oben klar ersichtlich, sind wirklcih nicht ernstzunehmen.

  9. Diese Argentinier haben doch in ihrer Geschichte nicht viel auf die Reihe bekommen. Das auf Platz 8 der Laendergroessen liegende Land, welches einmal als eines der vermoegensten der Welt vermerkt war, ist doch die letzten Jahrzehnte immer mehr runtergekommen. Wirtschaftlich schwach, Waehrung nichts mehr wert, hoher Armutsstand, Anleger fuer Staatsanleihen um ihr Vermoegen gebracht. Trifft man irgendwo auf Argentinier und hoert sie reden, dann denkt man das Land waehre der Mittelpunkt des UnIversums. Ich teile dann immer mit, man war ja noch nicht in der Lage, eine Insel zu erobern! (Falkland)
    Uebliche Betitelungen von paraguaischen Arbeitnehmern durch ihre Chefs auch: Puto“i und Putita.

  10. Viel wichtiger, wie eigentlich immer wären wirkliche Ursachen anstatt Symptome. Das System ist eben so, dass immer von Leistung und Können gesprochen wird, es aber völlig offensichtlich ist, dass man auch sein Leben lang leisten und können kann, aber damit nie reich wird. Zumeist hat man nicht einmal Versicherung, das sieht man dann wenn einmal was passiert und oft genug auch gar keinen Mindestlohn oder angemessenen Lohn, wie eigentlich vorgesehen.
    Ganz zu schweigen von denen, die schon reich auf die Welt kommen, da gibt es ganze listen von Hijos que no sirven para nada und zu guter letzt noch die Regel je mehr man hat und je mehr man verdient um so weniger Steuer zahlt man, weshalb am Ende immer die Mittelklasse überbleibt, also die die leisten und können.
    Die perfekt Welt gab es nie und wird es auch nie geben, aber wollte man überhaupt etwas verbessern, dann müsste man bei jenen Punkten beginnen, die ich jetzt erwähnt habe, weil man so wenigstens entschärfen kann.
    Diese Diskriminierungsparagraphen sind zwar von der Theorie her nicht falsch bringen aber in der Praxis so oder so nichts und speziell wir weisse Punkte haben hier mehr Problem als schwarze Punkte unter sich oder schwarze Punkte gegenüber uns weissen. Ich habe in Südamerika schon genug geschluckt und wir als Weisse brauchen uns nicht bemühen auf irgendein Wir sind ja alle gleich Recht zu pochen, es wird uns sicher nichts nützen.

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