Pecci kontaktierte die italienische Polizei, um gegen die ‘Ndrangheta zu ermitteln

Asunción: Vor dem Anschlag in Kolumbien traf sich der Staatsanwalt mit einem italienischen Polizeiattaché, um das weitere Vorgehen angesichts des Verdachts auf die Anwesenheit der ‘Ndrangheta festzulegen.

Der ermordete Staatsanwalt Marcelo Pecci hatte sich mit einem italienischen Polizeibeamten getroffen, um über die Präsenz der italienischen Mafia ‘Ndrangheta auf paraguayischem Gebiet zu besprechen.

Internationalen Ermittlungen zufolge wird das Kokain, das auf den europäischen Markt gelangt, vom Primer Comando Capital (PCC) abgewickelt und geht an die italienische ‘Ndrangheta-Mafia. Der Zigarettenschmuggel nutzt denselben Weg, um zum Verbraucher zu gelangen.

Für die italienischen Behörden ist Paraguay ein strategischer Verbündeter im Kampf gegen das organisierte Verbrechen, vor allem wegen der stark vermuteten Präsenz der kriminellen Gruppe, die als die mächtigste Mafia auf internationaler Ebene gilt.

Parallel zu den Kontakten mit der Regierung, um eine gemeinsame Aktion in die Wege zu leiten, hatte der verstorbene Pecci in Buenos Aires ein Treffen mit dem italienischen Polizeiattaché abgehalten. “Ich habe mich in Buenos Aires mit dem italienischen Polizeiattaché getroffen. Wir haben gemeinsame Aktionen mit der Staatsanwaltschaft als alleiniger Leiter der strafrechtlichen Ermittlungen in Paraguay für den Fall einer vermuteten Präsenz der italienischen Mafia im Allgemeinen und der ‘Ndrangheta im Besonderen ratifiziert”, schrieb Pecci im Dezember letzten Jahres auf seinem Twitter-Account.

Vor dem Anschlag wurde Pecci als eine der Hauptfiguren im Kampf gegen das organisierte Verbrechen in Paraguay in die Ermittlungen einbezogen.

Vor einer Woche wurde er in Cartagena de Indias, Kolumbien, ermordet, als er gerade seine Flitterwochen beendete. Bislang haben die kolumbianischen Behörden mit Unterstützung der US-Regierung und der Staatsanwaltschaft mehrere Ermittlungslinien eingeleitet.

Der Kontakt zwischen der italienischen Regierung und der paraguayischen wurde im November letzten Jahres mit einem Treffen zwischen der Ministerin Cecilia Pérez (Sicherheitsangelegenheiten), der Justiz und der italienischen Antimafia-Staatsanwaltschaft zur Zusammenarbeit bei nationalen Ermittlungen und der Unterzeichnung eines Abkommens über die Überstellung verurteilter Straftäter formalisiert.

Paraguay geriet ins Visier der internationalen Nachrichtendienste durch die Überwachung von Gruppen des organisierten Verbrechens in Brasilien, die mit der PCC und ihren Verbindungen, vor allem zur italienischen Verbrecherbande, identifiziert wurden.

Die Ermittlungen drehen sich um Nicola Assisi. Berichten zufolge wurde er einer der großen Kokainhändler, als er das Kontaktbuch des legendären Drogenhändlers Pascuale Marando erbte. Er übernahm die Versorgungsnetze, die einer der Pioniere in Lateinamerika hinterlassen hatte.

“Die Beziehung zwischen Assisi und der PCC ist auch typisch für die heutigen italienischen Schmugglernetze, in denen die Betreiber lokale kriminelle Gruppen mit der Abwicklung der Exporte beauftragen”, heißt es in einem Bericht.

Die ‘Ndrangheta bezieht ihr Kokain von Lieferanten in Peru, Paraguay und Brasilien. Dann beauftragt sie die PCC, das Kokain zum Hafen von Santos zu bringen und nach Europa zu verschiffen, wo ihre Kunden warten.

Es besteht eine enge Zusammenarbeit zwischen der US-Drogenbehörde DEA und italienischen Anti-Mafia-Ermittlern, da der Verdacht besteht, dass diese Gruppe in Verbindung mit der PCC operiert und dieselbe Zigarettenschmuggelroute in der Region nutzt.

Ein Querverweis auf nachrichtendienstliche Erkenntnisse aus São Paulo deutet darauf hin, dass kriminelle Erlöse massenhaft nach Paraguay geschmuggelt und gewaschen werden, und zwar über das gleiche Transportnetz, über das auch Waffen, Drogen, Zigaretten und andere Schmuggelware eingeführt werden.

Wochenblatt / Última Hora

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2 Kommentare zu “Pecci kontaktierte die italienische Polizei, um gegen die ‘Ndrangheta zu ermitteln

  1. Man möchte besser nicht wissen, was für Mafia-Banden in PY bereits Fuß gefaßt haben. Paraguay bietet ja geradezu die besten Voraussetzungen für Verbrecher und Mafiosis der ganzen Welt. Bestechliche Beamte und Politiker. eine Justiz die den Namen nicht verdient und eine allgemein verbreitete Anfälligkeit für Korruption in allen Gesellschaftsschichten. Dazu eine immer mehr zunehmende Verarmung der Gesellschaft sowie fehlendes Rechts- und Gerechtigkeitsbewußtsein. Alles Komponenten für einen optimalen Nährboden kriminelle Aktivitäten aller Art.

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  2. Die haben hierzulande schon seit Jahren schätzen können, dass ein paar brasilianische Touristen im Paragauy ein paar Reals umtauschen und einschlägig bekannte paragauyanische Banken Millionen Reals nach Brasilien zurückschicken. Die Strafverfolgungsbehörden sind auch immer vorschriftsmäßig ausgerückt. Um ihren Anteil abzuholen. Erstaunlich, dass sich die italienisch/paragauyansiche Mafia hierzulande wie zuhause fühlt. Dank Hilfe der deutschen-, holländischen, italienischen- und amerikanischen Betmeten und Behördeten vom Beatmeten- und Behördetenhäuschen werdens aber noch immer nichts gelernt haben. Sobald diese wieder viajar (abgehauen) sind, könnten sie sich wieder Müllgebühr, teuer Müllergebräu, fünf Bauernhöfe im Chaco und fünf Mahlzeiten am Tag leisten. Wobei Müllgebür und teuer Müllergebräu ja fakultativ sind im Paragauy – Streichhölzl und Billigpolarbier tun es dann auch weiterhin.

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