Asunción: Wir sind in der Karwoche – die Zeit, in der wir Christen an das Leiden, den Tod und die Hoffnung auf die Auferstehung Jesu Christi erinnern. Ein Mann, der von einem der Seinen verraten wurde und die Last und den Schmerz des Kreuzes trug; misshandelt durch die Ungerechtigkeit der Macht und allein von den Ärmsten verteidigt.
Zweitausend Jahre später tragen aus anderen Gründen und auf andere Weise viel zu viele Paraguayer jeden Tag ihr eigenes Kreuz: Das Kreuz des Busses, der nicht kommt oder der als Schrotthaufen mitten auf der Strecke liegen bleibt. Dies zwingt die Menschen dazu, kilometerweit zur Arbeit zu laufen und Unmengen an Geld für Fahrdienst-Apps auszugeben.
Dieses Kreuz des Marktes, auf dem die Preise Woche für Woche steigen, ist der Kalvarienberg des Krankenhauses, dem es an Material fehlt, und das Leid der Viertel, die überschwemmt werden und einen Regenschauer in den Tod Unschuldiger verwandeln. Es ist die Dornenkrone der schlecht bezahlten Arbeit und des Gehalts, das hinten und vorne nicht reicht.
Und während das Volk das Kreuz trägt – wie in der Zeit des Leidens und Sterbens Jesu Christi –, halten jene, die befehlen, inne. Sie waschen ihre Hände in Unschuld wie Pilatus, halten heuchlerische Reden und ziehen sich zurück, um zu ruhen, zu feiern und Luxusurlaube zu genießen. Sie kaufen Loyalitäten mit subventionierten Wohnungen, verteilen öffentliche Ämter, vergeben Ausschreibungen an Freunde oder belohnen Handlanger wie “Chaqueñito“, der wie Judas verriet und seinen Lohn kassierte – genau wie jener, nur eben in Form von Ziegelsteinen.
Die Karwoche lädt zur Reflexion ein. Dies ist eine Gelegenheit, innezuhalten und sich bewusst zu machen, dass das Leid nicht ewig währt, aber dass die Wiedergeburt eine Entscheidung ist, die wir alle gemeinsam treffen müssen.
Wochenblatt / Megacadena Katty González















