Präsident Peña kündigt Atomabkommen mit den USA an

Los Angeles: Der paraguayische Präsident Santiago Peña traf sich mit dem US-Außenminister Marco Rubio nach dem enttäuschenden ersten Spiel der paraguayischen Nationalmannschaft im SoFi-Stadion von Los Angeles. Trotz des herben Rückschlags durch das 1:4 gegen das Gastgeberland bekräftigte die Regierung die Zusammenarbeit mit den USA. Unter anderem geht es um die geplante Vereinbarung zur Nutzung der Kernenergie.

Peña erklärte am Samstag, bei dem Treffen seien neben Wirtschaftswachstum, Investitionsförderung und Sicherheitsfragen auch ein besserer Zugang für paraguayisches Rindfleisch auf dem US-Markt sowie die Einrichtung einer direkten Flugverbindung zwischen beiden Ländern besprochen worden. Letzteres war bereits vor der Weltmeisterschaft vergeblich versucht worden.

Der wichtigste Punkt ist jedoch die Zusammenarbeit im Bereich der Kernenergie: Bereits Ende April hatten die staatliche Elektrizitätsgesellschaft ANDE und die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) erste Schritte unternommen, um den Einsatz von kleinen modularen Reaktoren zu prüfen – mit dem Ziel, diese langfristig in die nationale Energieversorgung einzubinden.

Dieses Vorhaben ist Teil der von Peña vorangetriebenen Strategie zur Energiediversifizierung und steht im Einklang mit der nationalen Energiepolitik bis 2050, die unter der Leitung des stellvertretenden Bergbau- und Energieministers Mauricio Bejarano entwickelt wurde. Die modularen Reaktoren könnten die Stromerzeugung ergänzen und so der stetig wachsenden Nachfrage begegnen – ein zentrales Anliegen sowohl der Regierung als auch der Wirtschaft.

Darüber hinaus positioniert sich Paraguay als neuer Akteur im Bereich kritischer Rohstoffe, die im Zuge der globalen Energiewende vor allem für die USA immer wichtiger werden. Die meisten Projekte befinden sich noch in der Erkundungsphase, einzelne gehen aber bereits in die Entwicklungsstufe – darunter der Abbau von Titan im Departamento Alto Paraná, einem für die Kernenergie unverzichtbaren Rohstoff.

Die Regierung setzt dabei auf ausländisches Kapital, um den Bergbausektor nachhaltig weiterzuentwickeln. Das US-kanadische Unternehmen Uranium Energy Corp plant Investitionen zwischen 500 Millionen und 1 Milliarde US-Dollar für den Abbau von Titan und Eisen in Alto Paraná und Canindeyú – der Beginn der Arbeiten ist für 2029 vorgesehen.

Bei dem Treffen mit Rubio, bei dem beide auch gemeinsam das Spiel der Nationalmannschaft verfolgten, wurde zudem über eine engere Zusammenarbeit im Sicherheitsbereich gesprochen. So hat die Regierung mit Unterstützung des Südkommandos der USA das Programm „Cielo Guaraní“ zur Überwachung des Luftraums neu aufgelegt. Zudem wurden auf Bitten Washingtons Spezialeinheiten zur Terrorabwehr geschaffen, um die Ausbreitung krimineller Gruppen aus Brasilien einzudämmen.

Wochenblatt / LPO

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