Priester als illegaler Hüter für Recht und Ordnung

Santa Rosa del Aguaray: Ein Priester steht am Sonntag in der Kirche und hält seine Predigt im Messgewand ab. Danach zieht er oft Tarnkleidung an und fungiert als Hüter für Recht und Ordnung, jedoch nicht immer im gesetzlichen Rahmen.

Milciades Velázquez ist ein Priester, der die Riten der katholischen Kirche lehrt und seinerseits als aktiver Ordnungshüter in der Stadt Santa Rosa del Aguaray im Departement San Pedro fungiert. Er ist offizieller Inspektor und Kaplan der Nationalpolizei in diesem Gebiet des Landes.

„Jeden Tag trägt er eine Uniform, hält sogar Personen an und führt unregelmäßige Durchsuchungen durch“, wie von den Nachbarn und den Polizisten selbst berichtet wird.

Eine Untersuchung des Fernsehkanals GEN zeigt, wie sich die “Polizei“ verhält, die sogar versichert, dass er “im Licht der Gerechtigkeit arbeitet“. „Hier in Santa Rosa gibt es viele Dinge … (in Bezug auf diejenigen, die verhaftet werden) sie haben Vorstrafenregister und sie sind lang“, erklärte der Priester.

Nach der Untersuchung des Fernsehsenders führt Velázquez Maßnahmen durch, die ihm nicht zustehen. Er entscheidet, was Verbrechen sind und was nicht und wen er verhaften soll oder nicht. Er steht über dem Kommissar der Zone, der nichts tun kann.

Aber das Schlimmste sind die Stadtbewohner, die sich nicht gegen die Polizei im Priestergewand verteidigen können. Die Kommune Santa Rosa del Aguaray hat bereits eine Notiz an die paraguayische Bischofskonferenz (CEP) geschickt, in der sie um Erklärungen zu den Befugnissen des Mannes gebeten wird, der als Polizei und Priester fungiert. Manchmal sogar als Staatsanwalt.

Der Priester nutzt die Infrastruktur und Ressourcen der Polizeieinrichtung, um völlig unregelmäßige Operationen durchzuführen. Der Polizist Carlos Vargas sagte: „Manchmal zieht er bloß seine Uniform an, um andere Häuser durchsuchen zu können oder um Fahrzeuge abschleppen zu lassen, sei es Motorräder, Lastwagen. Manchmal kommt er und nimmt vom Revier einfach Polizisten als Unterstützung mit ohne die Erlaubnis des erforderlichen Vorgesetzten eingeholt zu haben“.

Er fügte an, dass er einmal um Verstärkung gebeten habe, um eine Räumung durchzuführen. Das (illegale) Verfahren war erfolglos und “die bereits belästigten und unschuldigen Menschen mussten, weil sie auf den Plätzen saßen oder ohne Helm fuhren, vom Revier wieder nach Hause zurückgebracht werden. Er nimmt sie fest und lässt sie auf der Polizeistation zurück. Dies wurde bereits mehrmals und mit vielen Personen gemacht. Aber die Leute haben Angst, ihn anzuzeigen, aus Angst vor Repressalien, weil er so handelt“.

Der Leiter der 18. Polizeistation, Rodolfo Ramírez, bekräftigte seinerseits, dass “die Arbeit, die der Priester in der Gesellschaft leistet, nicht übereinstimmt. Er hat Uniform an, trägt eine Waffe und führt Verfahren innerhalb der Gerichtsbarkeit durch. Er bringt, wie man mir erzählt, nicht registrierte Motorräder oder Minderjährige, die sich nachts auf der Plaza befinden, auf das Revier“.

Wochenblatt / ADN Paraguayo / La Nación

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8 Kommentare zu “Priester als illegaler Hüter für Recht und Ordnung

  1. Im Paragauy kann also jeder eine Uniform anziehen, eine Waffe tragen, Personen und Hausdurchsuchungen durchführen und Menschen festnehmen. Ganz ohne dafür eine Berechtigung zu besitzen, wie eine Vereidigung.
    Das war aber noch nicht der Witz: Dieser Mann, der ganz offensichtlich kein Polizist ist, bringt die verhafteten Menschen ZUR POLIZEI. Ja. Und dann spaziert er wieder zur Comisaria heraus.
    Nein, das war der Witz immer noch nicht.
    Der Witz ist, dass da alle unter einer Decke stecken. Wenn sie wieder mal Geld brauchen – und Geld kann man immer brauchen – bringt der Pfaffe ein paar abgeschleppte Autos, Verbrecher oder Prosituierte ZUR POLIZEI. Nach der Bezahlung der Nebenkosten, welche anteilsmäßig in den Kassen vom Pfaffen über den kleinen Dorfpolizisten über den Comisario bis zum Abgeordneten landen, dürfen diese wieder abzotteln.
    Eigentlich beeindruckend, wo Departement San Pedro doch eher für Drogenhandel und Zesarios (Auftragsmörder) bekannt ist.
    Jedenfalls werde ich mich gleich morgen auf den Weg machen, um in Uniform irgend jemanden – hoffentlich einen aus diesem Forum – zu verhaften und ZUR POLIZEI zu bringen. Dann gehe ich wieder, denn ich werde darüber hier auf diesem Kanal einen weiteren beliebten, viel gelesenen investigativen Kommentar schreiben, denn die Polizei kann mir ja die Nebenkosten auch per Bankanweisung überweisen. Obwohl direkt in die Kralle sicher üblicher ist.

  2. NGO und AktivistInnen machen es auch so und Refugees eigentlich auch. Das ist eigentlich das Ziel eines modernen liberalen westlichem irgendwas. Ein Staat ist jedenfalls was anderes.

  3. Ha wunderbar dieser letzte Satz. Gerade die Pfaffen die doch bei JEDER Schweinerei und mag es noch so Schlimm sein, ihre dreckigen Finger im Spiel haben, sollen Hüter für R & O sein? Wie Krank und Hilflos ist dieser Schmierfink.

  4. Poppo Graf von Hahn-Kuchelmiß

    Die Vielfachbesetztung verschiedener Posten ist ja unter Mennoniten ein alltaeglich Ding. Nur die kommen nie in die Medien. Rund 40% der mennonitischen Pfaffen sind ja auch Lehrer, da diese traditionell die einzigen waren und meist noch sind, die einen dreizeiligen Text auch interpretieren koennen. Die meisten Lehrer und Prediger besetzen zudem noch Posten in der Kooperative und tummeln sich in mehreren Komitees wo sie Gelder beziehen. Viele sind dazu noch als Agenten in der Munizipalitaet taetig (Concejal) um Infos ueber die Umtriebe der oeffentlichen Institution an den Oberschulzen und Komitees weiterzugeben damit diese Plaene der Sabotage aushecken koennen.
    Nureben, im Chaco wurden wieder waehrend 2 Monate keine einzigen Drogen gefunden damit man einen guten Eindruck vermitteln kann von den Mennoniten und „wie alles so schoen is“.
    Dieser Priester ist Inspecteur der Polizei und daher selber gelernter Polizist. Viele katholisvhe Priester sind hoch gebildet mit mehr als 2 weltliche Berufe (z.B. Anwalt, Priester und in diesem Fall Polizeikomissar). Er haelt Ladtwagen an? Nun er bekaempft wohl den illegalen Holztransport der vor allem aus der Zone in den Chaco rollt zu mennonitischen Schreinereien. Die Bauhoelzer in Paraguay kommen immer aus Ostparaguay da die Holzarten des Chaco fuer den Bau nicht geeignet sind – und mit Luft stellen die Mennoniten die Moebel nicht her. Ein Dorn im Auge ist dieser Hueter des Gesetzes fuer so manchem. Er schleppt Falschparker ab wo so mancher Drogendealer nicht mehr transpirtieren kann. Kurzum: der Pfaffe stoert durch seine Aktivitaeten die Kriminellen und muss kaltgestellt werden. Der einzige Polizist wohl in Paraguay der Lesen und Schreiben kann. Er muss weg vom Fester da er wohl zu unbestechlich ist. Hausdurchsuchungen macht er wohl um Frauenvergewaltiger zu zeigen wos lang geht, oder Drogendealer auszuheben. Ein Dorn im Auge fuer viele der Zone die der Hauptumschlagplatz fuerDrogen und Holzschlag der Region sein duerfte. Er nimmt die Verkehrssuender fest die bei gesetzlich vorgeschriebener Helmpflicht ohne Helm fahren. Bei Untaetigkeit schreitet der Pfaffe also ein. Ein Dorn im Auge fuer die Verkehrssuender da die Polizei nichts tut dieser aber im Alleingang ja. Handschellen fuer Helmsuender die dann die Affen auf der Comisaria sofort freilassen und sich obendrauf noch beschweren dass sie in ihrer 8 stuendigen Ruhepause gestoert wurden. Die Erlaubnis von Vorgesetzten einholen? Dad kann ich mir lebhaft vorstellen wie das ausschaut – fuer das Mitgehen wollen die Polypen noch Bakschisch und Schmiergeld und der Polizeikommandant seinen Teil von der Schmiere. So schauts naemlich aus.
    Die Dachler und Mennos die hier kommentieren oder lesen scheinen entweder nix in der Ruebe zu haben oder sind durch und durch korrupt da sie diese Vorkommnisse nicht mal durchschauen. Dieser Pfaffe ist der Held der Zone, der von der lokalen Korruption kaltgestellt werden soll.

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