Rally Transchaco vor dem Aus?

Asunción: Das Ministerium für Umwelt und nachhaltige Entwicklung (Mades) berichtete am Mittwoch, dass die Transchaco Rally 2019 keine Umweltgenehmigung hat. Es droht das Aus der wichtigen Motorsportveranstaltung.

Der Touring und Automobil Club Paraguayo (Tyacp) hat den Antrag erst am Dienstag ohne die erforderlichen grundlegenden Informationen abgegeben.

„Die Organisatoren dieser Motorveranstaltung, die am 26. dieses Monats beginnen soll, haben die erforderlichen Unterlagen zu spät vorgelegt. Vor zwei Monaten haben wir sie gebeten, die notwendigen Informationen vorzulegen, obwohl dies eigentlich nicht unsere Pflicht war. Sie haben dies jedoch erst vorgestern, am Dienstag, um 14:06 Uhr, ohne alle erforderlichen Unterlagen getan. Im günstigsten Fall, wenn alle notwendigen Dokumente vorhanden sind, werden die Studien zur Genehmigung innerhalb von 30 Tagen durchgeführt. Aber jetzt dürfte das nicht mehr möglich sein. Das Rennen wird nicht die gesetzlich vorgeschriebene Umweltgenehmigung haben“, sagte Carolina Pedrozo, Leiterin für Umweltverträglichkeitsprüfungen von Mades.

Der Direktor für Biodiversität des Portfolios, Dario Malderburger, erklärte, dass dieses Motorsportereignis eine Umweltgenehmigung erfordere, da es im Chaco-Gebiet, wo es mehrere geschützte Arten und Orte gibt, große Auswirkungen habe.

Wird die Rally nicht abgesagt, droht dem Touring-Club eine hohe Geldbuße, und seine Geschäftsführer können auch vom Staatsanwalt angeklagt werden. „Die Mades ist verpflichtet, die Staatsanwaltschaft zu informieren. Hier wird auch eine Zusammenfassung geöffnet, die zu Geldstrafen von bis zu 20.000 Mindestlöhnen des Tagessatzes (ca. 1.684 Millionen Guaranies) führen kann“, sagte Hugo Cardozo, Direktor der Rechtsabteilung des Umweltministeriums. Die Mades bedauerte die Situation und gab an, dass sie zu jeder Zeit versucht habe, so eine Situation zu verhindern.

Wochenblatt / ABC Color

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8 Kommentare zu “Rally Transchaco vor dem Aus?

  1. Nun, was bezüglich der Trans-Chaco-Rally ausgerechnet das Ministerium für Umwelt und nachhaltige Entwicklung (früher: SEAM = Sekretariat für Umwelt) hier vermeiden oder erreichen will durch seine Einmischung, das ist nicht klar. Wer ist denn nun eigentlich diese ominöse Institution und wozu wurde sie errichtet? Das einstige „Sekretariat für Umwelt“ (SEAM), und schon als Sekretariat im Range eines Ministeriuims, bestand ursprünglich lediglich aus einem kleinen Schreibtisch innerhalb des MAG (Ministerium für Agrikultur und Viehzucht), da wurde vor ca. 15 Jahren plötzlich ein Schreibtisch mit einem Mitarbeiter des MAG zwar rechtlich ausgegliedert aus dem MAG, trat aber bereits schon auf als ein selbständiges Ministerium SEAM. Inzwischen hat dieses SEAM (heute: Umweltministerium) sein eigenes Gebäude mit einer Vielzahl von kleinen Büros und besetzt mit irgendwelchen „Parteifreunden“, denen man auf diese Art wenigstens eine „Arbeits“-Stelle beschaffen konnte, wenn diese Leute auch selbst nicht wissen, was nun eigentlich ihre Aufgabe ist. Denn die Aufgaben, die sich diese Leute wohl selbst gestellt haben, zeugen davon, daß sie nicht einmal den Sinn und Zweck ihrer selbsterfundenen Aufgaben überhaupt erkannt haben. Sie nennen sich Umweltschützer, erklären sich aber gleichzeitig für die tatsächlichen Umweltprobleme überhaupt nicht zuständig. Ihre ersten Einsätze waren einst die Kontrollen der Supermärkte, die Fische aus dem Rio Paraguay und Rio Paraná vertrieben, und dort noch Probleme aufzuwirbeln, die eigentlich gar keine Probleme waren.. Besonders scharf waren sie darauf, daß z.B. die im Supermarkt sich am Lager befindlichen ganzen Surubies eine Länge von mindestens 85 cm hatten. Dabei ist bei einem Surubí von 85 cm Länge die Hälfte der gesamten Länge allein der Kopf, der überhaupt kein Fleisch enthält, und am Rest des Körpers ist auch nur sehr wenig Fleisch, so daß sich der Vertrieb solche Fische schon überhaupt nicht lohnen und deshalb von jedem Supermarkt der Kauf solcher Fische ohnehin nicht in Frage kommen kann. Denn was vom Surubi in den Supermärchen am meisten verkauft wird, das ist das Filet, und dafür hatten diese 85-cm-Fischchen gar nicht genügend Fleisch. Gleichzeitig aber erlaubten sie, daß sogar während der von ihnen selbst angesetzten Schonzeit im Mercado 4 neugeborene Surubies pro Stück zwischen 500 g und 1 kilo verkauft wurden, als „Fisch für Fischsuppe“, aber dort sprach niemand von diesen Umweltschützern vor,. Interessant waren für diese angeblichen Umweltschützer schon immer nur Dinge, wo man durch Drohungen von Geldstrafen ansehnliche Schmiergelder erpressen konnte. Und gerade die Trans-Chaco-Rally ist dafür auch hochinteressant. Ruhig Blut, die Rally wird auch dieses Jahr gefahren werden. Die Umweltschützer allerdings, die nicht damit zu tun haben, wissen ganz genau, daß die Mitwirkenden an dieser Rally nicht die Allerärmsten sind, denn grösstenteils kaufen die sich einen nagelneuen Wagen exklusiv für die diesjährige Rally, und falls es sich z.B. um ein französisches Fabrikant handeln sollte, wird dieser bereits im Ursprungsland Frankreich in dafür speziellen Werkstätten „getunt“, um dann auch bei der Trans-Rally-Chaco Höchstleistungen erbringen zu können. So haben also sehr viele Mitwirkende an der diesjährigen Rally bereits jeder einzelne bis zu 100.000 US-Doll und mehr ausgegeben und sich entsprechend für diese Rally vorbereitet. Es ist deshalb klar, daß man mit der Drohung, die diesjährige Rally verbieten zu wollen, extrem hohe Schmiergelder erzielen kann. Erst in diesen Tagen hat, ebenfalls hier in der WB, das Umweltministerium bekannntgegeben, man habe eine WhatsUpp-Nr. eingeführt, um dort Umweltvergehen anzeigen zu können. Und von einer Unmenge von mehreren hundert Anzeigen innerhalb kürzester Zeit konnten nur ca. 90 Anzeigen berücksichtigt werden, da für die weiteren Umweltvergehen das Umweltministerium nicht zuständig sei. Nun, dann ist das Umweltministerium wohl auch nur zuständig, wenn es sich wirtschaftlich lohnt. Vielleicht hat das auch seinen Grund, daß jetzt der langjährige Umwelt-Spezialist Dario Mandelburger plötzlich „Malderburger“ genannt wird. Was haben eigentlich die theoretischen Umweltschützer mit der Trans-Rally-Chaco zu tun? Eigentlich nichts. Denn wenn ihre angebliche Aufgabe tatsächlich ernstgemeint sein sollte, dann dürfte während der Dauer der Rally und auch noch Wochen danach keiner dienen Nichtsnutzen an seinem Schreibtisch sitzen. Sie müssten dann eigentlich im Chaco tätig sein, Verschmutzungen zu kontrollieren, zu vermeiden, zu bestrafen usw.usw.usw., und nach Beendigung des Events noch die gesamte Strecke abfahren und mit großen LKW´s die vielen Tausenden von Bierdosen abtransporten, die teilweise schon seit mehr als 30 Jahren immer noch halbverrostet an den Wegesrändern liegen, und dann sich dafür bezahlen lassen. Aber rein wegen einer nichtssagenden formellen Sache wie die Nichteinhaltung einer 30-Tages-Frist den ganzen Event verbieten wollen, das riecht nicht nur, das stinkt sogar ganz gewaltig nach einer unverschämten Korruption. Jedenfalls wird die Rally trotz der Drohung der Umweltschützer stattfinden. Aber -sie werden danach auch um einiges betuchter sein, denn darum geht es schließlich, und um nichts anderes.

  2. Kuno Gansz von Otzberg

    Antworten

    Frueher, so hab ich mitbekommen, war da immer ein Franzose der die Strecken der Rally aussuchte. Der war gefuerchtet, weil der nur die schwierigsten Strecken erlaubte. Der liess sogar frische Schneisen und Wege durch den Wald bulldozern damit die Herausforderung gesteigert wurde. Viele dieser Chacorallyschneisen sind heute moderne Wege. Als der Franzmann endlich mal weg war, waren die Rallyfahrer erleichtert denn dann suchte man sich vorrangig Asphalwege und glatte Wege aus damit man beim fahren auch noch gruendlich saufen kann. Deswegen blieben frueher viele Fahrzeuge mit Motorschaden liegen und heute trudeln sie alle gemuetlich ein im angetrunkenen Zustand.
    Die Rally ist dasselbe wie in Deutschland das Schuetzenfest: ein Vorwand um an jeder Strassenecke einen zu Heben. Saufen und rumhuren sind Zweck und Ziel der Rally Transchaco – und dabei sind schwierige Wegstrecken nur hinderlich.
    Ich such euch auch gerne die Rallystrecken aus: erste Etappe ueber jeden Wasserlochhuegel im Chaco „krossen“, d.i. mit mindestens 100 Km/h jagen und dann ab durchs Wasserloch. 2. Etappe: die erste Etappe war das reinste Zuckerschlecken im Vergleich zur Zweiten. Dritte Etappe: definitiv „Schluss mit Lustig“.
    Bringt am besten schon mal einen Schwimmwagen mit.
    Grundregel: 3 Podestplaetze fuer Ersten, Zweiten und Dritten so ist es eine wahre Suende wenn mehr als 3 Rennwagen durchkommen.

  3. Hallo Martin, wow, vielen Dank für die detailreiche Erklärung, war mir so nicht bekannt!
    Macht Sinn, dass die Rallyteilnehmer vermutlich auch nur Reichlingssöhnchen sind?

  4. „Sie haben dies jedoch erst vorgestern, … , ohne alle erforderlichen Unterlagen getan.“ Müssens halt nochmal im Haufen schauen, ob sie das Couvert, pardon, den Briefumschlag, nicht wieder unten hinein geschoben haben, weil zu wenig notwendig grün-quadratisch Unterlagen mit Nummern drauf enthalten war. Ja, mit Erdnüsschen geben sich nicht einmal mehr alteingesessene Einwanderer mehr zufrieden, schließlich kostet das Einlösen der Fahrzeugs kardinale 40 Euro pro Jahr. Oder mittels „Scheinchen wedeln“ vor dem korrupten Polizisten ist da natürlich auch für weniger zu haben, da reicht es auch noch für ne grati Bücks Bier und ne ganze Menge grati Streichholz.
    Anyway, schaut man sich ab dem Dreck in Paragauy um, ja muss man zwangsläufig sehen, außer man ist schon zu lange im Paraguay und wie die Einheimischen auf Müll, der überall hingeworfen wird blind, dann kann man sich auch fragen, wie den dieses Misterium zu einer Genehmigung gekommen ist.

  5. Wer schon mal mit paraguayischen Behörden zu tun hatte, sei es MdH, MIC, MEC, MAG, der weiß, wie der Hase läuft. Alles beginnt zunächst einmal mit Drohungen, und da wird mit hohen Strafen gedroht für kleine, fast unbedeutende Formfehler usw.usw. usw. Durch die Drohung wird der Bedrohte butterweich, und man braucht von ihm schon gar kein Schmiergeld mehr zu erbitten, er selbst ist es, der hohe Schmiergelder anbietet. Denn so kann sich der „öffentliche Bedienstete“ wenigstens von dem Verdacht reinwaschen, ein Schmiergeld verlangt zu haben, denn er mache doch so etwas nicht, aber er könne doch nicht der Korruption beschuldigt werden, wenn das Schmiergeld ihm angeboten und aufgedrängt wurde und er vehement bedrängt wurde, es anzunehmen. So ein Beispiel scheint uns vorzuliegen, in welchem das Umweltministerium zunächst damit droht, die diesjährige bereits weitgehend geplante und mit hohem Aufwand vorbereitete Trans-Chaco-Rally ganz einfach zu verbieten, da eine unbedeutende Formalität, eine Frist von 30 Tage vor Beginn des Events einzuhalten für die Beantragung einer nichtssagenden und unwichtigen Umwelt-Lizenz für diese Rally, nicht eingehalten wurde. Nun, vor wenigen Jahren gab es diese „angeblich dringend notwendige“ Umwelt-Lizenz für diese Rally noch nicht, scheint also eine relativ neue Erfindung zu sein, um abzuzocken, mehr nicht. Und was wurde eigentlich bisher, seit der Einführung dieser neuen Formalität, damit bezweckt?? Eigentlich nichts, denn der schon viele Jahrzehnte alte Dreck, den unzählige Chaco-Touristen anläßlich vieler Trans-Chaco-Rallies dort liegen ließen, „schmückt“ nach wie vor viele schon für diese Rally benützte Wege im Chaco, und da ja jedes Jahr neue Wege gesucht werden für diesen Event, sind es auch mit den Jahren seit der ersten Rally im Jahre 1971 inzwischen derart viele Wege im Chaco mit Plastik, Blech und Glas, so daß man getrost nach fast einem halben Jahrhundert mit ständig wechselnen Wegen inzwischen schon fast den ganzen Chaco verdreckt haben dürfte. Und auch ein Verbot einer einzigen Version von den bisherigen fast 50 Versionen dürfte an der bereits erfolgten Verschmutzung des Chaco nicht das geringste ändern. Hat das „Umwelt-Ministerium“ ein einziges Mal wenigsten den Gedanken gefaßt, eine Tausend Arbeitslose zu einer Säuberungsaktioin im Chaco einzuladen, mit Gratis-Übernachtung (in Zelten natürlich) und freier Kost? Ich bin überzeugt, daß dies sich für so manchen Arbeitslosen lohnen würde, der an seiner bisherigen Bleibe (möglicherweise auf der Strasse oder auch unter einer Brücke) nichts zu essen hat. Nun ganz offensichtlich ist das auch gar nicht beabsichtigt, bisherige Verschmutzungen zu bereinigen, es geht also dem Umwelt-Ministerium rein und exklusiv um das Einhalten von kostspieligen, aber unwichtigen und nichtssagenden Formalitäten. Und nicht einmal das, selbst die Notwendigkeit unwichtiger Dinge ist auch nur vorgeschoben. Im Endresultat geht es natürlich freilich um die saftigen Schmiergelder, die dann eben bezahlt werden müssen, um evtl. noch höhere angedrohte Strafen zu vermeiden. Verboten wird die Rally auf gar keinen Fall, denn da hätte ja das Umwelt-Ministerium auch keinen Nutzen davon. da gäbe es nämlich keinen Zent an Schmiergeldern. Und Kid Boin hat vollkommen recht: Allein schon das Vorhandensein dieses Umwelt-Ministeriums ist Umweltverschutzung genug.

    1. Ja. Unglaublich wie hierzulande mit Gesetzen und Verordnungen und 10x mehr Staatsangestellten wie in Deutschland oder Schweiz überhaupt nichts passiert.
      Ich erwarte – nur als Beispiel – von meinen jährlich 40 Euro (städtischen) Straßenverkehrsabgaben ja auch keine Straßenverhältnisse wie in Deutschland oder der Schweiz. Ist ja auch logisch, dass mit den hohen Beträgen dort viel besser gebaut werden kann.
      Aber ich bin ja nicht der Einzige, der diese 40 Euro jährlich bezahlt, sondern noch hunderttausend andere auch. Mit Resultat nichts über Jahre.
      Und auch die Korruption kann ich nachvollziehen, danke, dass Sie Ihre Erfahrungen sehr genau schildern. Müssten Sie ja nicht. Ihre Kommentare lassen jedoch tief in den Korruptionssumpf dieses Landes blicken.
      Es ist nicht alles schlecht hier und nicht alle langjährig wohnhaften Deutschen halte ich für schlecht, schlecht finde ich nur, wenn man beschönigt. Ihre Kommentare zeigen nicht nur die grassierende Korruption auf, sondern zeigen sie auf einer sachlich, begründeten Ebene auf. Und das finde ich gut.

  6. Es ist schon interessant wenn man bestimmte Kommentare näher liest. Anscheinend ist Paraguay ein einziger Korruptionssumpf und die ach so armen Kommentarverfasser sind allesamt Nachfahren der Wiener Sängerknaben. Wenn man eine solche dekadente und negative Lebenseinstellung hat kann man leicht den Splitter im eigenen Auge übersehen. In anderen Ländern einschließlich Europa ist es auch nicht besser nur besser „verpackt“ Hier heißt es nicht Korruption sondern Lobbyismus und wird sogar noch gesetzlich abgesichert. Da darf man sich nicht wundern wenn die Entwicklungsländer dies nachmachen wenn auch in vereinfachter Form. Vielleicht sollte sich die „Mecker-Liga“ einmal näher über die Fleischskandale, Vergewaltigungen an Minderjährigen, Unzucht usw. usw. in Europa und den USA informieren. Oder paraguayische Politiker mit Trump, Johnson oder Kim Jong vergleichen. Mal sehen wer besser abschneidet.

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