Reiche missbrauchen Sozialhilfe

Caazapá: Es gibt sie durchaus, Sozialhilfe im Rahmen von bestimmten Förderprogrammen, wie Tekoporã, in Paraguay. Sie wird jedoch oft missbraucht von denen, die eigentlich schon genug haben.

Ein blinder, in Caazapá lebender Mensch, hat seit drei Jahren auf die Aufnahme in das Tekoporã-Programm gewartet, wohingegen wohlhabende Menschen in die Liste der Begünstigten eingetragen werden.

Das Opfer ist Israel Duarte (62 Jahre alt), der in einem prekären Holzhaus im Stadtteil Brisa der Departementshauptstadt lebt. Das Haus gehört seiner Nichte Juliana Gutiérrez.

Duarte berichtete, dass er aus Puerto Pinasco stammt (Presidente Hayes, Chaco) und seit 20 Jahren in dieser Stadt lebt. Er ist blind und kann nicht arbeiten, um seine persönlichen Ausgaben zu decken.

Er fügte an, dass er bei der Ex-Frau seines Neffen lebe, ansonsten kümmere sich keiner um ihn. In den letzten drei Jahren habe er darum gebeten, in das Tekoporã-Programm des Ministeriums für soziale Entwicklung aufgenommen zu werden, jedoch ohne Erfolg. Duarte sagte, er wisse, dass Tekoporã Menschen mit Behinderungen helfe und habe deshalb um Unterstützung gebeten.

Die Geschichte von Duarte unterscheidet sich deutlich im Fall von Natalia Noemí Sarubbi Larroza. Sie lebt mit ihrem Ehemann Juan Miguel Villalba im Stadtviertel Arroyo Porã von Caazapá in einem komfortablen Haus und erhält den staatlichen Zuschuss für die Armen.

In dem Antrag von Tekoporã gibt die Frau eine Adresse in der Gegend von San Pedro Mi an. Das heißt, sie verfälschte Daten.

Der Ehemann ist auch kein Bedürftiger. Neben seinem eigenen Wohnhaus besitzt er ein weiteres im Stadtteil San Roque, das er vermietet. An der im Stadtteil San Pedro Mi angegebenen Adresse kennt niemand Natalia Noemí Sarubbi Larroza.

Der regionale Leiter des Ministeriums für soziale Entwicklung in Caazapá, Antonio Aquino, sagte, dass er 130 Familien besuchen müsse, die am Tekoporã-Programm teilnehmen. Er weist darauf hin, dass er der einzige Beamte im Bezirk Caazapá sei, in dem es 1.500 begünstigte Familien gebe und er die Situation von Sarubbi Larroza nicht kenne.

Aquino erklärte weiter, dass der Betrag, den die Begünstigten bekämen, von der Situation abhänge, in der sie leben: Wenn sie ein Kind haben, erhalten sie 260.000 Guaranies, bei vier kann es bis zu 500.000 Gs. sein. Für Behinderte gibt es zwei Kategorien. Die Sozialhilfe kann bis zu 350.000 Gs. betragen.

Larroza wurde angerufen und gefragt, wie sie es geschafft hat, in das Programm von Tekoporã zu gelangen, das für arme Menschen bestimmt ist. Jedoch unterbrach Larroza nach der Frage die Telefonverbindung.

Wochenblatt / ABC Color

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3 Kommentare zu “Reiche missbrauchen Sozialhilfe

  1. Dynamischer Lauflöffel

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    Der regionale Leiter des Ministeriums für soziale Entwicklung in Caazapá, Antonio Aquino, müsste sage und schreibe ganze 130 Familien besuchen, die am Tekoporã-Programm teilnehmen (vermutlich möchten). Er weist darauf hin, dass er der einzige Beamte im Bezirk Caazapá sei, in dem es 1.500 begünstigte Familien gebe und er die Situation von Sarubbi Larroza nicht kenne.
    Ja, also, das kann man dem armen Mann (dem regionale Leiter des Ministeriums) wirklich nicht zutrauen, dass er sage und schreibe ganze 130 Familien besucht.
    Womöglich müsste er das sogar in einem sage und schreibe ganzen Jahr bewerkstelligen. Das wären dann sage und schreibe ca. alle drei Tage eine ganze Familie besuchen, zeigt meine Fingerabzähl-App.
    Da müsste der Staat dem regionalen Leiter des Ministeriums schon sage und schreibe ein ganzes Auto zur Verfügung stellen, mit sage und schreibe einem ganzen Esel kommst einfach nicht vorwärts, auch auf Wald ohne Bäume Mondlandschaften nicht.
    Übrigens: Ich bin ja auch Leiter meines eigenen Ein-Mann-Ministeriums. Und raten Sie mal, wen ich leite. Jaaa, bravo, mich selbst. Habe schließlich ja sage und schreibe nur einen ganzen mich, den ich leiten darf.

  2. vermutlich ist dieser „nichtsarbeitsgenehme“ herr aquino über ein paar ecken verwandt mit der anderen „geldgeilen“ schlampe und versaufen dann vermutlich jedes monat die nebeneinkünfte beim wirten. ich würde den leiter gleich mal rausbegleiten und dort wenn von den armen hinsetzen die wissen warum sie es benötigen. aber naja, korruption lebt halt von der korruption.

  3. Johan Moritz van Nassau-Siegen

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    Im Chaco laeuft das Tekopora so. Alle Indianer sind da drinnen, ob sie nun bei der Kooperative fuer 2150000 Gs pro Monat arbeiten oder nicht. Tekopora gibt es alle 3. Monate einmal. Wenns soweit ist findet sich kein Indianer auf der Arbeit sondern sie sind verschwunden um kassieren zu fahren nach Filadelfia. Sie bekommen 400000 Gs alle 3 Monate. Wenn die Indianer das kassiert haben ist Weihnachten fuer den Supermarkt der Kooperative. Diese 400000 Gs sind als Kindergeld gedacht die der Indianer in Bildung stecken soll. Einmal kassiert faehrt der Indianer zum Supermarkt wo sich lange Schlangen bilden. Da kauft er dann die teuersten Windeln die sich nicht mal Mennoniten leisten koennen, Coca Cola um in den Tres Leones Schnaps zu mischen, neue Kleider fuer die Frau, Kekse fuer die Frau, Schmuck, usw. – und die Kinder bleiben hungrig. Alles Geld eignen sich die Indianerfrauen an – ansonsten gibts einen andere Konkubinen und zwar zackig.
    Das ist der Grund warum die Indianerfrauen staendig mit neuer Kleidung rumlaufen – bessere Kleidung als die Mennoniten und paraguayer haben (denn die bekommen nichts).
    Die Indianerkinder schauen aus wie die Rotzloeffel, dieweil deren Muetter alles neue Sachen haben – denn so putzt man sich raus fuer den naechstbesten Rittmeister.

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