San Juan: Deutsche übernehmen die Tradition

Viele traditionelle San Juan Feste fanden in den letzten Tagen statt. Sie haben einen historischen und kirchlichen Ursprung. Aber auch viele Institutionen, wie Schulen, nützen die Gelegenheit ihre klammen Kassen aufzufüllen. Eine deutsche Schule in der Kolonie Sudetia feierte das Fest am vergangenen Freitag, mit Unterstützung von Paraguayern und deutschen Kolonisten.

In früheren Zeiten stand die Verehrung des Heiligen Johannes des Täufers im Vordergrund. Die Verwandten versammelten sich zu Hause um die typischen Speisen wie Chipa so’o, Chipa kabure, Mbeju oder Pastel mandi’o zuzubereiten. Heute sind die religiösen Wurzeln des Festes fast verschwunden. In den letzen Jahren verwandelten sich die Feierlichkeiten mehr und mehr zu einem kommerziellen Ereignis.

Unter den veranstalteten Spielen wie Sackhüpfen und Ballspielen ist sicherlich das „Tatapyi Ari Jehasa“ oder das Laufen über glühende Kohlen das Bekannteste. Die Teilnehmer laufen dabei barfuß über eine etwa fünf Meter lange Kohlenstrecke und rufen laut „Viva San Juan“. Unverkennbar ist die Herkunft der christlichen Gebräuche aus dem germanischen Brauchtum. 24 ist die heilige Zahl der Germanen. Am 2.Königspunkt des Jahres wird die brauchtümliche Sonnenwende in der Nacht zum 24.Juni begangen. Teut, Fathor,der höchste des Götterhimmels symbolisiert den Höchststand der Sonne. Ab der Sommersonnenwende am 21.Juni werden die Tage in Paraguay dann wieder länger.

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Auch der Elternbeirat der Schule in Sudetia bereitete die eingangs beschriebenen typischen Speisen für ihr San Juan Fest vor. Auch “Asaditos“, kleine Schweinefleischstücke auf Holzspieße, wurden gegrillt und waren mit der Renner auf dem Fest. „Wir haben diesmal schon Mittag mit dem Fest angefangen, es hat sich bewährt, denn viele Menschen aus der Kolonie holen sich ihr Essen und brauchen so nicht zu Hause zu kochen“, sagte Michel Bohnert, Mitglied im Schulrat.

Auch ein vori vori mit Huhn, das lange gekocht wurde, entwickelte sich unter den Gästen zum Höhepunkt. Das kräftige Gericht aus Fleischbrühe, Käse, Knoblauch, Zwiebeln und den Pellets aus Maismehl war gefragt, denn die Temperaturen waren noch etwas kühl. Deshalb passt der Eintopf ideal zu dieser Jahreszeit. „Wie bei anderen Festen kommt der Erlös in die Schulkasse und wird dafür gebraucht, die Ausgaben im Betrieb zu decken“, erklärte Udo Leyh ein Elternteil. Die meisten Leute verließen das Fest bei Dunkelheit, der harte Kern blieb aber noch bis fast Mitternacht am Feuer sitzen.

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