Schadenersatzpflichtig? – Teil 2

Asunción: Immer wieder klagen deutsche Einwanderer und Mennoniten über informelles Verhalten von Baufirmen, Metallverarbeitungsbetrieben und Handwerkern wie Elektroinstallateure oder Maurer.

Die Leute kommen nicht zur Arbeit, sie brechen ihr Wort am laufenden Band, sie arbeiten schlampig und teilweise fahrlässig. Jeder der in Paraguay schon einmal gebaut hat, kennt das Problem, eine Zerreißprobe für die nerven und des Öfteren verzweifeln aufrichtige Bauherren an ihren Handwerkern und ausführenden Vertragspartnern, denn auch die Eigentümer der Handwerksbetriebe schleichen sich oftmals einfach davon oder wollen kassieren statt reparieren.

Der Wochenblatt Redaktion sind mehrere Beispiele bekannt:

Es wird ein Holzboden verlegt und das schief und mit ungleichmäßig geschnittenen Hölzern die auch noch unterschiedliche Farben haben, das Ganze sieht dann furchtbar aus, aber ein Austausch wird nur gegen zusätzlicher Bezahlung angeboten. Ein weiteres Beispiel für einen schlecht gemachten Boden ist uns bekannt aus einem bekannten Bürogebäude, wo ein Epoxid Hochglanzboden bestellt wurde, das Ergebnis aber so schlecht ausfiel, dass der Bauherr entweder 3 Monate Staub und Dreck in Kauf nehmen musste, um alles rauszuklopfen, auf eigene Kosten versteht sich, oder einfach einen Teppich darüber legen musste, zweimal kosten für Boden.

Ein anderes Beispiel ist ein von “AE Metalurgica” geschweißter Edelstahl-Pool der nicht wasserdicht ist, insbesondere problematisch, wenn sich unterhalb des Schwimmbeckens ein mit Möbel gefüllter Raum befindet, auch hier macht es sich der Verursacher einfach und bietet an alles neu zu schweißen aber Garantieleistung oder die Übernahme von Verantwortung kennt man auch in dieser Firma nicht, es wird angeboten zu schweißen gegen Bezahlung versteht sich, nachdem man zuvor monatelang nicht reagiert hatte auf Reklamationen, das Telefon nicht abhebt oder auf Nachrichten einfach nicht antwortet.

Das scheint besonders problematisch wenn man bedenkt, dass dieses Unternehmen deutsche Produkte vertreibt oder sich als vollwertiger Anbieter für Bau und Innenausbau präsentiert, jedoch bei Schäden oder Reklamationen nicht gewillt ist die Verantwortung zu übernehmen.

Eine schwierige Situation für jeden Bauherren, denn wer will denn noch einmal zahlen für eine schlechte Leistung, aber was wenn nicht? dann heißt es die schlechte Arbeit schlucken und weiter geht’s, leider passiert das immer öfter, dass schlechte Bauausführung beim Haus- oder Wohnungsbau zu Problemen führt.

Der Klassiker unten den informellen Leistungen ist natürlich, dass man mit einem Handwerksbetrieb ein Meeting macht und diese nicht einmal einen Kostenvoranschlag schicken, obwohl dieser für nächste Woche versprochen wurde, da hilft auch mehrfaches Nachfragen nichts, wie zum Beispiel im Fall von Metalurgica Vera, wo einem Kunden fest versprochen wurde er erhält nächste Woche einen Kostenvoranschlag aber dieser kam nie, auf mehrere Nachfrage-Mails wird dann einfach nicht mehr geantwortet.

Weitere Glanzleistungen vollbringen Handwerksbetriebe regelmäßig indem sie Mauern nicht gerade hinbekommen, nicht im rechten Winkel Ecken hinbekommen oder durch falsche Handhabung von guten Materialien nachhaltige Schäden auf Baustellen verursachen.

Überlegen sie sich also gut, ob bzw. mit wem sie Bauen und machen sich mental darauf gefasst, dass jeder Bau ihre Nerven strapaziert und ihnen jede Menge Energie abverlangt, um ständig Schäden und fahrlässig herbeigeführte Mängel im Vorfeld zu vermeiden. Die Liste der Fehler und der oftmals nicht vorstellebaren Inkompetenz lokaler Handwerker ist grenzenlos und wird sie mit voller Härte überraschen.

Wochenblatt

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12 Kommentare zu “Schadenersatzpflichtig? – Teil 2

    1. Wer geht auch schon zu deutschen „Baumeistern“?. Wenn ich das schon höre BAUMEISTER – da ist doch schon alles gesagt. So eine Berufsbezeichung gibt es in Deutschland überhaupt nicht! Das beste ist, man organisiert seinen Hausbau selbst und ist während der Bauphase ständig präsent. Den Materialeinkauf sollte man selbst übernehmen, so daß die „Fachkräfte“ nur ihren Lohn bekommen. Der Lohn kann NUR nach Leistung (qm/cbm) erfolgen und NIEMALS nach Stunden, denn sonst laufen die Kosten aus dem Ruder. Vorschüsse sollten grundsätzlich NIE gewährt werden, denn das führt nur zu Problemen!! Wer sich hier in seinem Umfeld „Empfehlungen“ für Handwerker oder Händler geben lassen will sollte wissen, daß der Empfehlende sogleich bei der empfohlenen Firma/Handwerker vorspricht um in typischer Amigomentalität eine Provision für sich auszuhandeln – natürlich zu Lasten des Bauherrn! Ich habe hier schon so manche Häuser gebaut und kann daher nur jedem empfehlen sich an meine Empfehlungen zu halten. Alles andere führt zu Verdruß und mehr.

  1. Das ist nicht nur bei Baufirmen so sondern auch im kleinen Bereich, ich verzichte mittlerweile auf Arbeiter und Mühe mich selbst ab, ist einfach nur noch sinnlos, es wird nur gefordert ohne Gegenleistung und Fehler soll man dann noch selbst bezahlen. Aber dann rummheulen das man kein Geld hat, aber das ist halt typisch, Am Besten Geld für nix und dann nach den Arbeitsverhältnis noch ne Anzeieg wegen der Abfindung. natürlich ist das nicht generell so aber eben die häufige Praxis

  2. Ich hab ein bestehendes kleines Häusschen umbauen und erweitern lassen. Nach nicht mal einem Jahr entstanden schon unterhalb des Dachfirstes hässliche dunkle Flecken. Wurde mal einfach auf eine Dichtung verzichtet.
    Unterhalb der Fenster und an einigen Wänden Risse.
    Die Holzfenster von allerniedrigster Qualität mit hauchdünnem Glas (habe ich kurz danach umtauschen lassen). In einem Raum, wo das Fundament nicht erneuert wurde, ist an allen Wandseiten Feuchtigkeit und die Farbe blättert ab. Interessanterweise war das in der bestehen Konstruktion noch nicht so. Als ich mir neue Türen holen wollte, stellte ich fest, dass die Türrahmen so krass schief eingebaut wurde, da ist der schiefe Turm von Pisa senkrecht dagegen. Oben ist die Tür direkt am Türrahmen und unten klafft eine Lücke.
    Aber nicht alles war scheisse, die Bodenfliessen sind ziemlich gut gemacht worden.

    Ich war sehr naiv und ahnungslos während den Bauarbeiten, das gebe ich offen zu. Ich hab es zu voreilig machen lassen. Der von mir beauftragte Architekt hat sich zudem extrem rechthaberisch und kundenabweisend benommen.

    Was soll ich sagen? Aus Schaden wird man (hinterher) klug – es hat sehr viele Nerven gekostet.

    Wenn es ein nächstes Mal geben sollte, wird nur noch hochklassiges Material genommen, der Billigmüll taugt nichts. Leider kann man den Leuten nicht 8 Stunden am Tag zuschauen, wenn man selber ja auch noch Geld verdienen muss.

  3. Wir hatten 5 Monate lang einen örtlichen Bautrupp im Haus, Komplettsarnierung eines Hauses und kompletter Neubau eines kleinen Hauses. Wir waren sehr zufrieden mit dem Ergebnis, als auch mit dem Verlauf und dem Preis,. Wir bewohnten das Haus währenddessen…. Ein Architikt ist meiner Ansicht nach überflüssig. Der oberste Bauleiter war ich. Es ist natürlich wichtig präsent und ansprechbar zu sein. Die Leute waren sehr bemüht und offen dafür dazuzulernen. Uns ist klar, dass wir grosses Glück hatten, wir haben mittlerweile auch andere Handwerker kennengelernt… Ich schreibe diesen Kommentar, weil mir das Paraguayer-bashing hier zu weit geht!

  4. Wenn Ihre Schrankschubladen, Türen oder Küchenmöbel montiert werden, achten Sie darauf, dass dort wo fünf Schrauben hin gehören, nicht nur zwei, dafür ein wenig zu kurze Schrauben wendet wurden.
    Wenn man Ihnen Wandfliesen montiert, kaufen Sie dem Handwerksmeister ein Pack Fliesenkreuze, die sind im Preis nicht inbegriffen, und erklären Sie, wofür man diese gebrauchen kann. Achten Sie auch darauf, dass er eventuellen alten Anstrich entfernt, Fliesen halten nicht auf Anstrich. Achten Sie auch darauf, dass Wasser nicht nur für Therere verwendet wird. Sagen Sie ihm einfach, dass Fliesen besser halten wenn man sie vorher befeuchtet. Vielleicht glaubt er Ihnen das sogar.
    Kaufen Sie sich nägelsichere Reifen, nachdem der Albanilpo im Hause war. Schenken Sie ihm Plastikabdeckung, Winkel, am besten alles außer Maurerkelle, -eimer, Meter und Lot, das hat er selbst. Verstecken Sie ihr nicht genutztes Hab und Gut, das kann man schon noch gebrauchen. Kaufen Sie doppelt Backsteine und Ziegel, denn bei jedem halben wird ein neuer verwendet, die andere Hälfte landet auf dem Bauschutt.
    Leihen Sie kein Werkzeug aus. Auch keinen Zementmischer. Die gehören Ihnen, daher ist es egal, ob diese dreckig werden und kaputt gehen. Ihr Werkzeug und Zementmischer muss nicht sorgfältig behandelt noch geputzt werden, irgendwo muss man aprovechieren.
    Achten Sie darauf, auch wenn – „somos muchos (wir sind viele)“ Ende Woche ständig schon ausbezahlt haben will, dass nicht noch viel Arbeit und wenig vom abgemachten Betrag übrig bleibt: Wenn eine Maurer noch errichtet werden soll, aber nur noch 50 Euro vom abgemachten Betrag zu erwarten sind, dann wird niemand mehr auftauchen.
    Achten Sie darauf, dass Recibos (Quittungen) und Verträge, die nicht notariell beglaubigt sind, hier in Paraguei nichts gelten. Klopapier. Zehn Familien werden beweisen, dass mündlich etwas anderes abgemacht wurde.
    Achten Sie darauf, wenn Sie beispielsweise eine 2m lange Maurer haben wollen, von wo er misst. Denn eine 20cm lange Mauer kann auch 2m lang sein. Es kommt nur darauf an, von wo an man misst (depende de donde mides).
    Achten Sie darauf, dass das was Sie unter Verputz verstehen, auch ein mal 3mm, mal 6mm Schokoladenbezug sein kann. Wohl bemerkt, an einer Mauer, daher wird der Verputz unten eher 6mm und oben eher 3mm betragen können. Möglich ist auch, das Sie in den Ecken eine 20mm Schicht Verputz auffinden werden, damit sich die abgerundeten Ecken später leichter kehren lassen.
    Bedenken Sie, wenn Aussicht auf den Auftrag zu erhalten ist, Sie vielleicht zurück gerufen werden. Sobald alles gefixt ist, werden Sie zwar immer noch „te llamamos (wir rufen dich an)“, aber die Wahrscheinlichkeit ist marginal.
    Bedenken Sie, dass des Handwerksmeister Meerschweinchen auch zufälligerweise Krank werden könnte. Die Behandlung könnte teuer werden, müsste Vorschuss haben und er könnte dann auch nicht zur Arbeit erscheinen.
    Vergewissern Sie sich, dass er auch das Werkzeug bzw. Maschinen hat, das er braucht. Das kann natürlich auch zufälligerweise kaputt gehen und man müsste Vorschuss haben, um sich ein neues zu beschaffen.
    Der Preis ist natürlich nur als Entschädigung für die Hanwerks-Meisterleistung zu sehen. Das Material inkl. jedes kleinstes Schräubchen müssen Sie separat erwerben. Auch ein Fenster beim Meisterzimmermann inkludiert natürlich keine Fensterscheiben, diese müssen dann beim Glaser bezahlt werden (inkl. Anfahren, Stundenlanges warten, evtl. nochmal vorbei (para cualquier cosa – wenn noch was ist musst halt nochmal vorbeikommen)).
    Bedenken Sie, dass Sie Garantie bekommen. Da der Handwerksmeister seine Arbeit aber ordnungsgemäß ausführen wird kann es nur am Material gelegen haben. Dazu gibt es keine Garantie.
    Bedenken Sie, dass Sie die Bodenplatte am besten selbst Gießen und Stahl verwenden, sonst können Sie an gewissen Tagen durch Ihr Haus schwimmen.
    Bedenken Sie, ein ebenen Fußboden hat auch eine Badewanne. Mit etwas nachträglichen Aufwand bekommen Sie den ebenen Fußboden schon hin.
    Na ja, ich möchte gar nicht mehr daran denken, was für Kindergartentruppen ich im Hause hatte. Billig waren sie, aber immer noch zu teuer. Zum Glück gibt es auch Youtube von richtigen Handwerkern. Live Hobbyhandwerker brauche ich daher nicht mehr. Viel Glück.

  5. Bedenken Sie, wenn Sie den Hobby-Bastler-Club suspendieren, Sie eine Vorladung vom Globi-Ministerium de Trabajo erhalten könnten (Im Globi-Ministerium de Trabajo kann jedermann hin, irgendwas sagen, wird aufgeschrieben. Ist etwa so viel wert wie ein Protokoll der Polizei: Makulatur, wenn man die Angelegenheit nicht unter großem finanziellem Aufwand und schlechter Aussicht auf Reht bekommen weiter zieht).
    Gehen Sie einfach nicht hin das Klopapier beim Globi-Ministerium de Trabajo abzuholen, sondern sagen Sie dem Handwerksmeister, dass Sie für Ihren Anwalt seine RUC (Steuernummer) haben sollten. Dann wird der Handwerksmeister plötzlich ganz still.

  6. Bedenken Sie, wenn Sie ein Tor mit Öffnungsmotor kaufen, Sie erst einmal ein Tor erhalten werden. Gut, wer noch nicht alles bezahlt hat, sonst muss man sich noch einen Motor kaufen.
    Bedenken Sie, wenn man den Öffnungsmotor nicht von Ihnen montieren kann, man ihn mit ein bisschen Basteln auch außen (zur Straße hin) montieren kann. Selbst bei einem Alteisenpreis von zwei Bierdosen wird ihn auch niemand in der Nacht abmontieren. Con garantia.

  7. Während meiner Abwesenheit wurde mein Albanilpo gesehen wie er mit Maurerkelle und -eimerchen schnell zum Nachbarn hinüber sei. So wurde mir erzählt. Nun kann ich auch verstehen warum der Paraguayer einen Stuhl nimmt und sich neben den Albanilpo setzt. Und dies jeden Tag bis er mit seiner Arbeit fertig ist.

  8. Eine deutsche Krankenschwester wollte für das IPS-Krankenhaus arbeiten. Geht nicht. Ihre Ausbildung ist im Traumland Paraguay nicht anerkannt.
    Ein Einwanderer war mit der Arbeit eines Schreiners nicht zufrieden und wollte den Restbetrag nicht zahlen. Eine Wochespäter kam der Schreiner mit Begleitung zurück und zeigte seinen Revolver und ging erst dann, als er das Geld erhalten hatte. Sicher war der Einwanderer kein Paraguayversteher bzw. Gutmensch.

    1. Es ist immer das gleiche wer es billig haben möchte zahlt zweimal.Wer noch frecher ist als Bauherr und nicht da ist zahlt dreimal. Auf Schadenersatz zu hoffen ist wohl etwas verwegen
      Caligula dein Schreiner und seine Freunde haben wirklich Glück im Unglück gehabt an einen Einwanderer zukommen.
      Bei bei einigen Bürgern werden sie raus getragen mit/ohne gesundheitliche Probleme im Sack.

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