Scheinangestellte in Independencia

Kolonie Independencia: In den Wahlbüros der einzelnen lokalen Ämter setzten Politiker oft vor allem Freunde und Familienmitglieder als Scheinangestellte ein. Es besteht jedoch überhaupt kein Bedarf für deren Aufgaben in Bezug auf die Anzahl der Beamten.

Das Büro in Independencia, mit rund 25.000 Einwohnern, hat 18 registrierte Angestellte, alle politische motiviert von der liberalen Senatorin Blanca Fonseca.

Zwei Vorsitzende gibt es in dem Wahlbüro. Einer ist der Bruder von Blanca Fonseca, Victor Fonseca Legal. Er erhält monatliche Bezüge von 5,7 Millionen Guaranies. Deren Frau Silviana bekommt 4,46 Millionen Gs. Zusammen sind dies mehr als 10 Millionen Guaranies, ohne dass regelmäßig Arbeiten anfallen.

Insgesamt sind noch weitere 16 Personen als Scheinangestellte in dem Wahlbüro tätig. Überprüft wurde dies von Reportern, die letzte Woche, am Donnerstag, die Institution um 07:00 Uhr aufsuchten und vier Leute registrierten, die im Büro ankamen: Estiben Bellenz, Osvaldo Mora, Carlos Bellenzier und Regina Solalinde.

Mora war überrascht, dass sich Personen über mehrere Stunden im Gebäude aufhielten und kontaktierte die örtliche Polizeistation. Nachdem aber begriffen wurde, dass es sich um Journalisten handelte, begannen die restlichen Angestellten massenweise in das Büro zu strömen. Insgesamt kamen im Laufe des Vormittags noch weitere acht Personen, sechs erschienen nicht am Arbeitsplatz.

Um 09:40 Uhr bestritt der Leiter von dem Wahlbüro, Osvaldo Mora, dass es Scheinangestellte gebe. Er sagte, viele seien seit drei Monaten krank und würden unter gesundheitlichen Problemen leiden. Dafür gebe es entsprechend ärztliche Atteste.

Das Wahlbüro liegt etwa 200 Meter von der Gemeindeverwaltung entfernt. Es hat einen Raum von ungefähr 5 x 5 Meter mit fünf Schreibtischen, an denen angeblich 18 Beamte Dienst tun müssen.

Wochenblatt / ABC Color

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7 Kommentare zu “Scheinangestellte in Independencia

  1. Wie man sieht, es gibt im Grunde keinen Unterschied zwischen Colorados oder Liberalen. Erst einmal an der Macht, bedient man sich schamlos aus den Steuergeldern, die ehrliche Bürger mehr oder weniger ordentlich entrichtet haben. Dafür finden sich dann immer irgend welche dümmlichen Ausreden. Es ist damit doch klar, daß dies keine Frage der Parteizugehörigkeit, sondern der allgemein üblichen Moral ist. Vermittlung von Werten und Moral beginnt von klein auf und muß sich über Jahre hinweg in den Köpfen der Menschen fest setzen. Wann endlich will man damit anfangen? Oder will man das nicht? Dann freilich wird sich nie etwas in der Gesellschaft verändern.

    1. …und wo, lieber Manni, nimmt man die Lehrer her?
      Das ist wie in den meisten Entwicklungsländern die Kultur. Nicht zu ändern. Und unsere Linken in der ersten Welt wollen weiterhin ums Verrecken Entwicklungshilfe zahlen, welche doch nur den Betrügern in die Hände fällt.

  2. Moral? Das gibts auch weltweit schon lange nicht mehr. Solch alten und unnützen Ballast hat die neoliberale Gesellschaft längst durch Profitgier und Rücksichtslosigkeit entfernt!
    Danke Kapitalismus, und vor allem danke USA!

  3. 18 Angestellte in einem „Wahlbuero“ (gibt es sowas in Deutschland ueberhaupt?), jeder mit monatlichen Bezuegen fuer vielleicht zweijaehrig stattfindende politische Wahlen.
    Oder wird da auch jeder Pappnasen-Praesident von allen nachbarschaftlichen Kommissionen und Vereinen von jedem Stadtviertel gewaehlt?

    Und das da der Bruder von der faulsten Senatorin in Paraguay das Sagen hat macht das ganze absolut serioes.

    Waere ich ein Minimallohnangestellter von Montag bis Samstag schuftend, wuerde ich an die Decke gehen!

  4. Das schlimmste aber wäre aber doch, wenn die Frauenquote nicht eingehalten worden wäre. Dagegen ist jedes andere Problem sekundär.

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