Schlechte Nachricht: BCP erwartet ungewöhnliche Deflation für Dezember

Asunción: Die BCP korrigierte ihre Schätzung bei der Inflationsrate für 2018 auf 3,1%. Für Dezember wird eine Deflation erwartet. Ökonomen bewerten diesen Trend als schlechte Nachricht und sehen darin ein Zeichen wirtschaftlicher Abkühlung.

Zum ersten Mal in den letzten zehn Jahren wird für die paraguayische Wirtschaft im letzten Monat des Jahres eine Preissenkung für den Grundnahrungsmittelkorb auftreten. Dies ist der Fall, wenn die Projektionen der Zentralbank von Paraguay (BCP) erfüllt werden, die für Ende 2018 eine Inflationsrate von 3,1% vorsehen. Sie liegt unter der zuvor prognostizierten von 3,8%. Ökonomen betrachten es als negatives Zeichen, weil es die derzeitige geringe kommerzielle Bewegung offenbart.

Bis zum vergangenen November verzeichnete die Zentralbank eine kumulierte Inflationsrate von 3,5%, weshalb im Dezember eine monatliche Deflation von -0,4% verzeichnet werden dürfte, um die vorgenannte Schätzung für das Jahr 2018 zu erfüllen.

Der Ökonom César Paredes betrachtet die Deflation nicht als “gute Nachricht”, wie viele meinen dürften, weil dies ein Anzeichen für eine geringe Nachfrage (wenig Verkauf) ist, insbesondere wenn sie mehrere Monate andauert.

„Das geldpolitisches Ziel ist nicht die Deflation, es muss eine permanente Nachfrage geben, aber auch keine übermäßige Preiserhöhung, weil die Basis der Pyramide, das heißt der Menschen, die weniger Einkommen haben, an Kaufkraft verliert und mehr Armut generiert”, sagte er.

Die BCP weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass das Wirtschaftswachstum des Landes auf der Ausgabenseite von der Inlandsnachfrage, hauptsächlich vom privaten Verbrauch und von Investitionen, getragen wird. Die Nettoauslandsnachfrage würde auch einen positiven, wenn auch nur minimalen Beitrag leisten, weil für Export und Import eine ähnliche Änderungsrate zu erwarten ist.

Die BCP berichtet weiter, dass die derzeitige Deflation mit der Freigabe von Genehmigungen für den Import von Obst und Gemüse zusammenhängt, was das Angebot an Produkten auf dem Markt erhöht habe.

Die Senkung der Treibstoffpreise und Tickets im öffentlichen Nahverkehr sowie der US-Dollarkurs, der unter der Prognose von der BCP schließen wird, sind weitere Faktoren, die eine Korrektur der Projektion des Verbraucherpreisindex (CPI) rechtfertigen.

Bei der Kerninflation (ohne Obst und Gemüse) wurde die BCP-Schätzung gegenüber dem vorherigen Bericht von 4,2% auf 3,6% noch stärker nach unten korrigiert.

Selbst in diesem Szenario sagte der Ökonom Miguel Mora, dass eine Senkung des Referenzzinssatzes nicht erwartet werde. Er liegt derzeit bei 5,25%. Mora ist der Ansicht, dass die Wirtschaft “stark” sei und er keine Notwendigkeit für eine Belebung sehe.

Die Zentralbank geht davon aus, dass sich die Inflation in den ersten Monaten des Jahres 2019 auf einem niedrigen Niveau halten wird.

Wochenblatt / Ultima Hora

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2 Kommentare zu “Schlechte Nachricht: BCP erwartet ungewöhnliche Deflation für Dezember

  1. Die Umsätze gehen zurück? Kein Wunder, man kann eine Kuh nicht ewig melken. Die Gewinnspannen im paraguayischen Handel sind unverschämt hoch was zu Lasten der Verbraucher geht. Und die Kreditrahmen für viele Verbraucher sind mittlerweile wohl auch schon ziemlich ausgereizt. Vielleicht sollte der Handel endlich zur Vernunft und Anstand kommen. Das betrifft gerade auch viele mennonitischen Handelseinrichtungen im Lande die sich damit als Preistreiber Nr. 1 erweisen. In PY bezahlt man für viele Schrottartikel (auch im Lebensmittelbereich) Preise jenseits von Gut und Böse. Es ist, als ob der Handel austesten wollte, wie weit man die Zitrone Verbraucher noch ausquetschen kann.

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