Schulpflicht und Halteverbot

Asunción: Vor den Schulen der Stadt auf den Straßen zu parken, um die Kinder wohlgehütet ins Innere der Bildungseinrichtung zu bringen ist aus Sicht der Eltern sicherlich korrekt. Es herrscht ja Schulpflicht. Dabei das Halteverbot zu missachten wurde gestern erstmals teuer.

Es war Dienstagmorgen und keiner rechnete damit, als die städtische Verkehrspolizei vor dem Colegio Cristo Rey an der Avenida Ygatimí die Fahrzeuge abschleppen wird, die im Halteverbot ihre Autos parkten, um ihre Kinder in die Privatschule zu bringen. Insgesamt sechs Autos wurden abgeschleppt, da nur zwei Abschleppwagen zur Verfügung standen. Es hätten mehr als zwei Dutzend sein können. Doch ein Lerneffekt blieb vorerst aus. Schon am Nachmittag parkten die Eltern wieder davor, um ihre Kinder abzuholen. Das Abschleppen ist jedoch keine Laune des neuen Bürgermeisters, sondern eine Notwendigkeit, da in zwei Reihen vor dem Colegio gehalten wird, während ein Tross von Autos langsam versucht das Nadelöhr zu passieren und dabei zu Stoßzeiten immer für. Stau sorgt. Was am gestrigen Morgen für Bußgelder von 590.000 bzw. 1.180.000 Guaranies sorgte, abhängig davon ob in erster oder zweiter Reihe geparkt wurde, soll heute wieder an anderer Stelle geprobt werden. Auch am gestrigen Nachmittag warteten Verkehrspolizisten vor dem Colegio Salesianito um Fahrzeuge abzuschleppen. Die Eltern von schulpflichtigen Kindern sollten besser aufpassen bzw. Ihr Auto zwei Blocks entfernt abstellen und zu Fuß gehen.

Wochenblatt / PMT

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3 Kommentare zu “Schulpflicht und Halteverbot

  1. Ich frage mich, wie wir es als Kinder schafften, wohlbehalten in die Schule zu kommen!
    Wir mussten teilweise etliche Kilometer zu Fuss oder mit dem Rad zurücklegen und fanden unsere Klassenzimmer auch ohne unsere Eltern.
    Wo ist das Problem, die Kinder vor der Schule aussteigen und alleine hineingehen zu lassen?
    Ich hätte mich, zumindest ab der dritten Klasse, geniert, wenn mich meine Mutter oder mein Vater bis zum Klassenzimmer begleitet hätte.

    1. Damals waren es halt andere „Umweltfaktoren“. Hätte ich ein Luxusauto, dann würde ich auch befürchten, dass dieses irgendwann gegen meine Kinder eingetauscht werden soll. Traurig aber wahr.

  2. Ja. Aber Parkverbot heißt hierzulande nichts anderes als man da parken darf, aber den Warnblinker einzuschalten hat. Halteverbot ist ganz ähnlich, aber man muss zusätzlich noch ein gscheit Grinsen einschalten.
    Obwohl den Unterschied Parkverbot-Halteverbot gar niemand kennt. Woher auch, hierzulande haben 98,8% der freilaufenden Rindviecher auf den Rutas keine Fahrschule besuchen müssen. Und die 1,2% ist das auch egal.
    Also ich sehe das Problem dieser Polizei nicht. Die waren doch in DÖCH in Weiterbildung in Schikane.
    Dortiger Grundsatz: behindere und gefährde niemanden.
    Hiesiger Grundsatz: behindere und gefährde möglichst viele.
    Oder mal einfach ein Knöllchen dran gemacht, den man ja wieder stornieren kann, wenn jemand mit dem 2-Dollar-Schein entgegen wedelt. Ja, dauert noch bis der 17 Zahltag des Jahres eintrifft (wenn man alle 3 Monate einen zusätzlichen grati-Zahltag erhält als Motivation auch bei Regen zur Arbeit zu erscheinen, kein Witz).

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