Schwarzarbeit in Paraguay

Asunción: Nicht nur in Europa oder anderweitig ist Schwarzarbeit ein Thema. In Paraguay kommt sie genauso so vor. Eine Recherche im dunklen Milieu.

Banken, Firmen oder andere Selbstständige stellen vermehrt Angestellte ein. Aber unter ganz bestimmten Voraussetzungen. Alle folgenden Namen sind zum Schutz der Personen geändert worden.

„Ich habe mich bei einer Bank beworben. Der Leiter sagte mir kein Problem. Du schreibst uns jeden Tag eine Rechnung über deine tägliche Arbeitszeit. Sie beträgt 20.000 Guaranies pro Stunde und du musst eine Steuernummer bei der Finanzbehörde herausholen“, sagte Graciela Britez.

Im Prinzip verdient sie mehr als den Mindestlohn in Paraguay. Der Haken dabei, sie ist nicht, wie ihre Kollegen oder Kolleginnen sozialversichert.
Das ist natürlich bei jedem Landarbeiter auch nicht der Fall, der sogar noch weniger verdient. Er fällt auch in den Sektor der Schwarzarbeit.

Aber auch Restaurantbetriebe haben das neue Feld der “Schwarzarbeit“ entdeckt.

„Ich arbeite in einer Churrasqueria am Grill. Jeden Tag von 10:00 Uhr bis 14:00 Uhr und abends von 17:00 Uhr bis 21:00 Uhr. Im Monat komme ich auf mehr als 2,5 Millionen Guaranies an Einkommen. Für die Arbeitsleistung muss ich dem Inhaber des Restaurants eine Rechnung schreiben. 10% von der Summe sind Steuern und keiner, weder ich noch meine Ehefrau, ist versichert“, sagte Manuel Peralta.

Auf Anfragen über diese Vorwürfe bei zwei Banken und einem Restaurant wollte keiner der Gesprächspartner genaue Aussagen machen. Sie bestätigten aber, dass dies der Fall sein könne.

Wochenblatt

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8 Kommentare zu “Schwarzarbeit in Paraguay

    1. Bitte entschuldige, wollte nicht, dass der Eindruck entsteht, ich hätte nichts anderes zu tun als auf Wochenblatt investigative Kommentare zu schreiben. Das würde auffallen, weshalb ich mich zwischendurch auch mal um meine Karottenzucht kümmere.

  1. @rocco ganz einfach, weil es das wort schwarzarbeit garnicht gibt für den besagten Bericht, weil Schwarzarbeit wäre nur dann eine wenn keiner – also weder Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer – Beiträge, Steuern, odgl. abführen würde, was ja z.B. im Fall einer Rechnungsstellung ja klar widerlegt ist, also ganz legal steuerpflichtige Beiträge die legal abgeführt werden. Wenn ein „selbststäniger“ Arbeiter sich dann nicht privat versichert ist das sein Problem und nicht dessen Rechnungsempfänger. Die Churri-Familie könnte sich aber versichern, zu niedrigen Preisen aber besserer Versorgung als bei IPS, und unterm Strich bleibt Ihnen dann sogar mehr als der Mindestlohn. Also warum aufregen ??

    1. Bin gleicher Meinung. Bei den beiden Beispielen handelt es sich um Werkverträge, das hat mit Schwarzarbeit nichts zu tun.

  2. Was soll an „Schwarzarbeit“ so aufregend sein? Das ist doch in PY der Normalfall. Nur die ehrlichen und braven Steuerzahler sind die Dummen.

  3. Also mir stellen sie immer ganz pflichtbewusst eine Rechnung aus, wenn ich über 20.000 Guaranies einkaufe. Wie es das Gesetz vorsieht. Wenn es weniger ist, dann schreiben sie auf ein Blatt Papier und stellen Ende Monat eine Sammelfactura für die Steuerbehörden aus. Klappt doch prima. Das Geld kommt den Mitarbeitern der Sozial-, Sicherheits-, Gesundheits-, Infrastruktur- , Abfall- und Recycling- und Schulbildungsdepartamenten zugute. Dort arbeiten schließlich die richtigen Parteibücher, pardon, geschulten Mitarbeiter. Es leuchtet daher jedermann ein: Sozialabgaben und Steuern müssen sein, darum sind wir ja auch alle vom Euroland hergekommen. Hier kommen die Steuergelder wenigstens noch an die Richtigen Stellen an und werden nicht dazu aufgewendet, dass es in Afghanistan, Syrien und Irak täglich sicherer wird.

  4. Als nach dem Krieg in D Handwerker Mangelware wahren und D wieder schnell aufgebaut werden musste hat keiner von Schwarzarbeit geredet. Ganz im Gegenteil es wurde viel mehr geschaffen und D war in Rekord Zeit ganz Oben in der Welt. Den Menschen blieb viel mehr im Geldbeutel als Heute dadurch wurden weitere Investitionen getätigt.Ein Land stand auf aus Schutt und Asche. Als dann Wohlstand herrschte kamen die Ratten aus den Löchern ,Gewerkschaften,Handelskammern ,Berufsgenossenschaften,sie wollten teils ohne Leistung den Rahm abschöpfen und der Staat erhöhte auch Jahr um Jahr die Steuern Ende der 60 die Mehrwertsteuer Einführung in den 90 die Solisteuer gar nicht von den vielen Anderen Steuern und Erhöhungen zu sprechen.Die Menschen haben Heute viel weniger Geld zum Investieren Kredite müssen aufgenommen werden um Werte zu erhalten (Häuser,Grund,Autos usw) Rentner sammeln Flaschen um die Gekürzte Rente aufzubessern .Hier in PY kann der Arbeiter noch Investieren sein Haus bauen ,ein Auto oder Motorrad kaufen seine Familie ernähren trotz der viel zu hohen Preisen für Grundnahrungsmittel.. Sollte er nun auch noch erhebliche Steuern zahlen wird es abgewürgt . Hat der kleine Mann keine Möglichkeit Schwarzarbeit zu leisten ist es bald aus mit Aufschwung in PY dann sind nicht 60% Arbeitslos sondern 80% und was dann ?? Noch mehr Banditen und Kleinkriminelle aus der Not heraus. Schwarzarbeit spült in D jedes Jahr 80 Milliarden indirekte Steuern ins Erpresserische Steuersäcke.,das nur neben bei.

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