Seit über 40 Jahren auf der Suche nach ihrem Vater

Asunción: Das letzte Mal, als Doña Cirila 1976 ihren Vater sah, war sie erst 13 Jahre alt. Zu der Zeit herrschte das Stroessner Regime.

Mehr als 40 Jahre sind vergangen, aber die Frau verliert bis heute nicht die Hoffnung, ihren Vater wiederzusehen und bittet um Gerechtigkeit.

Cirilas Zeugnis ist eines, wie das von Hunderten anderen Angehörigen der Opfer unter der Diktaturzeit von Alfredo Stroessner (1954-1989).

Cirila erzähle, dass die Polizei 1976 ihren Vater ohne einen Grund einfach mitgenommen hätte. Im Zuge dessen viel der Ernährer der Familie weg und ihre fünf Brüder entschlossen sich das Studium aufzugeben und zu arbeiten. Cirila berichtete weiter, sie erinnere sich noch gut, wie alle ihre Brüder von der damaligen Abteilung für Technische Angelegenheiten aufgegriffen und gefoltert worden seien.

Nach Angaben von Rogelio Goiburú, Leiter der Abteilung für historisches Gedächtnis und Reparation, seien im Land Tausende während der Stroessner-Diktatur verschwunden.

Gegenwärtig hat die Staatsanwaltschaft Beweise, um neun angebliche Aggressoren des damaligen Regimes anzuklagen, jedoch wurde der Oberste Gerichtshof bisher nicht aufgefordert, die Fälle zu verhandeln.

„Jeder einzelne von ihnen hat eine Verteidigungsstrategie, die verhindert, dass sich überhaupt eine Vorverhandlung oder ein mündlicher sowie öffentlicher Prozess normal entwickelt, was wir von der Anklagseite erreichen wollen“, lautete die Erklärung der Staatsanwaltschaft zu der Sachlage in den Fällen.

Des Weiteren argumentieren die Verteidiger, dass die Verbrechen verjährt seien. Die Staatsanwaltschaft wiederum behauptet, es handele sich um Verbrechen gegen die Menschlichkeit und könnten so immer noch geahndet werden.

Judith Rolón von der Wahrheit- und Gerechtigkeitskommission, sagte, dass mehr als 448 mutmaßliche Täter in der Zeit der Diktatur identifiziert seien. Sollten die Gerichtsverfahren in Paraguay nicht durchgeführt werden, sollen einige nach Argentinien ausgeliefert werden, um sie dort vor Gericht zu stellen.

Wochenblatt / Ultima Hora

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4 Kommentare zu “Seit über 40 Jahren auf der Suche nach ihrem Vater

  1. Und da gibt es doch tatsächlich Zeitgenossen unter uns, die dieses brutale Regime von Stroesser am liebsten wieder zurück haben möchten. Wer eine Art „Friedhofsruhe“ mit Freiheit und weniger Kriminalität verwechselt, der sehnt sich freilich nach „guten alten Zeiten“ zurück. Leider fallen die Menschen gerne von einem Extrem in das andere. Heute haben wir das totale Gegenteil von der Zeit unter Stroessner, zumindest oberflächlich betrachtet. Aber glaube doch niemand, daß es unter Stroessner keine Korruption, keine Geldwäsche, keine Behördenwillkür, keine Unrechtsjustiz, keine Unfähigkeit und Ignoranz gab.

  2. Ja es gibt tatsächlich noch immer viele, und es werden immer mehr, die diese Sticheleien nicht mehr lesen wollen! Also einfach nur im korrupten Land sich selbst beweihräuchern und im Selbstmitleid versinken. Wie wär’s denn mit neuem Nickname? Nur ein Vorschlag.

  3. Vielleicht kommt es aber auch nicht so gut, wenn man eine Wahrheits- und Gerechtigkeitskommission gründet. Es klingt jetzt freundlich ausgedrückt extrem überheblich, warum nicht gleich Götterrunde?
    Bedenkt man noch dazu wie subjektiv der Mensch an sich ist, befürchte ich hier einmal mehr einen Fall von Geldverbrennung vor mir zu haben.
    Ich hörte meinen Grosseltern auch immer wieder zu als sie vom Krieg sprachen. Die von väterlicher Seite sagten es war gut, die andere Partei ein Horror. Ich suche mir also einfach was aus.
    Für die Normalbevölkerung kommt es ohnehin nur auf das finanzielle an und das Quentchen Glück an der Richtigen Stelle zur richtigen Zeit zu sein. Der Rest ist politische Werbung für Existenzberechtigung des jetzigen Systems.

  4. Hier wird wie in Deutschland von Jahr zu Jahr die Zahl der Opfer nach oben multipliziert von 35 Jahre Stroessner Regierung und 365 Opfern in all den Jahren sind nur allein in diesen Artikel jetzt schon Tausende verschwunden. Dann fangen hier einige bald an zu weinen ,weil es doch Menschen gibt die gerne diesen Mann wieder hätten aber sie sind dieser Schlag von Menschen die gerne in der Vergangenheit nach etwas suchen um so zu präsentieren als wehren sie die Heilsbringer und Schützer der Demokratie in Wirklichkeit geht es ihnen nur um Beifall um ihr kleines Ego aufzuwerten mehr nicht. Oder warum gehen sie nicht nach Venezuela wo täglich Menschen ermordet,verfolg ,verschleppt werden unter dem Regime des Sozialismus und kämpfen da mit Worten oder Taten gegen Unrecht? Nein ich muss mir davon nicht erzählen lassen den ich bin und bleibe Anhänger von Alfredo Stroessner einen ehrenvollen Präsidenten. Ja und wir werden mehr und das ist gut so ,weil so wie jetzt ist es nicht richtig das Menschen ständig in Angst leben müssen das Drogen und Mafia Organisationen immer mehr werden ,das selbst die gewählte Politik drin verstrickt ist. Das die EPP ihr Terroristisches Unwesen ungestraft treibt. Weil diese Mächtigen das Heute wissen werden Lügen und Märchen ausgeschmückt damit es noch Jahre so weiter gehen kann.

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