Selbstjustiz oder Selbstverteidigung?

Asunción: Nachdem der 25-jährige Sohn des Generals Lino Oviedo, Cesar am vergangenen Freitag einen kolumbianischen Räuber mit drei Schüssen in die Brust tötete ließ ihn die Staatsanwaltschaft auf freiem Fuß, da er ständig zur Zusammenarbeit mit den Behörden bereit war.

Ob das Zielen auf den Körper des Räubers und nicht auf die Beine notwendig war muss bald eine Richterjury klären.

Der Präsidentschaftskandidat Lino Oviedo jedoch zeigte sich zufrieden mit dem Verhalten seines Sohnes der Verhinderte, dass ihm 80 Millionen Guaranies in bar, etwa 15.000 Euro gestohlen werden. Er erklärte, dass dies das Resultat von einem guten Umgang mit einer Schusswaffe sei. „Damit verhinderte er seinen eigenen Tod“, so Lino Oviedo.

Cesar Oviedo Marín hätte jedoch gar nicht schießen dürfen. Das Mitführen einer Waffe ist wohl erlaubt aber die Benutzung in der Öffentlichkeit ein Straftatbestand, weswegen eine Untersuchung angeordnet wurde. Zentrales Thema dieser Ermittlung wird die Frage sein, ob er sich verteidigt hat oder er nur den unbewaffneten Räuber am Weglaufen hindern wollte und ob 80 Millionen Guaranies im Vergleich zu einem Menschenleben stehen.

Eine Auswertung der Bilder von Überwachungskameras entlang der Straßen Senador Long wird vorgenommen.

Das Opfer, der Kolumbianer Robin Mayorga Sánchez (30), wurde, wie die Interpol mitteilte, wegen schweren Raubes in Kolumbien gesucht und galt als flüchtig. Am vergangenen 14. September konnte dieser jedoch problemlos in Paraguay einreisen.

Seine beiden Komplizen und höchstwahrscheinlich Lands-Männer, die während der Tat hinter dem Geländewagen von Oviedo in einem weißen Auto saßen, flohen nachdem die Schüsse fielen.

(Wochenblatt / Abc)

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24 Kommentare zu “Selbstjustiz oder Selbstverteidigung?

  1. Mal endlich einer, der sich gegen die Banditen weigert!! All die Gauner sollten sofort erschossen werden, dann gebe es vielleicht weniger davon und das ehrliche Volk hätte weniger Sorgen.
    Selbstverteidigung oder Verhinderung das sein Geld gestohlen wurde bleibt dahingestellt. Finde es aber weltweit ungerecht, daß man immer wieder machtlos zuzusehen muß, wie skrupellose Gauner davonkommen und ehrlich schwerarbeitende Menschen dafür zahlen.

  2. In den oberen Klassen ist man schnell mit dem Revolver zur Hand zu mal hier es sich noch um den Sohnes eines Generals handelt, besonders ist auch bei anderen zivilen Zwischenfällen Vorsicht geboten. Mit den Militärs ist nicht gut Kirschen essen.
    Anmerkung man hätte auch ein Warnschuss abgeben müssen
    und dann in die Beine. Bin mir sicher der junge Generalsohn war gut an der Waffe ausgebildet. Er wusste was er tat in diesen Kreisen ist jeder Minderbemittelter,
    in diesem Falle der Gesetzesbrecher, sofort zum Abschuss freigegeben.
    Einfach Pech des Übeltäters, dass es ein Sprössling eines Militärs noch mit sehr dunkler Vergangenheit war.

    1. Der Rat: „Ziel auf die Beine“ ist ein sehr schlechter Rat. Wenn man sich entschließt die Waffe zu verwenden *IMMER* center of mass – also Körpermitte – zielen.

      Warum das so ist, würde hier zu weit führen, jedoch besteht ein Unterschied, ob ich einen Angreifer verwunde, daß er etwa in 2 Stunden verstirbt, oder ob ich ihn genau in dieser Sekunde kampfunfähig machen will.
      Wieso? Weil wenn er zB ein Messer, oder auch nur einen Stein hat und mich erreicht, dann bin ich unter Umständen tot oder behindert, bevor er in 2 Stunden an seinen Verletzungen stirbt.

      Im vorliegenden Fall *** MIT NOCH 2 WEITEREN TÄTERN IM AUTO *** hat der junge Mann meiner Ansicht nach 100%ig richtig gehandelt. Wenn er das zu Hause gelernt hat, dann hat sein Vater vieles richtig gemacht und wäre wohl ein guter Präsident für Paraguay. Zeit dazu wäre es; Paraguay war einmal eines der sichersten Länder der Welt. Gar nicht mal so lange her…

      1. Lieber @9mm…soll aber nicht heißen, dass ich nach Jesus Aussage lebe: „Halte auch die andere Wange hin, wenn man dich schlägt.
        Doch hier ist nun jemand mausetot wegen schnödem Geld. Es scheint sicherlich um vermischtes Blutgeld aus der trüben Quelle des Herrn Vaters Genaralsquelle zu handeln. Dies Quelle bringt nichts gutes mit sich. Wir werden diesbezüglich noch dunkle Geschichten hören.

        Warum soll ich leugnen ein Revolver zu haben beruhigt, weil es eben einen machtvoller macht,
        doch auch wieder ist es kalter unbarmherziger Stahl mit meistens tödlicher Wirkung. Sehr viele Menschen können nicht damit umgehen.
        Wir sollten doch mehr Gottvertrauen haben und im hier und jetzt leben immer dem Guten zugeneigt.

        „Fallen auch tausende auf meiner rechten Seite und tausende auf meiner linken so wird es mich doch nicht treffen. Nachts kann ich ruhig schlafen und Tags droht mir kein Überfall“……..hat man schon vor tausenden Jahren als Wahlspruch gehabt. Gilt auch heute noch.

  3. In einer solchen Situation sollte jeder überlegen, „der oder ich“ (tot). Da kann ich nur sagen: Richtig gehandelt. Denn bei einem Schuss nur in die Beine würde für mich immer noch Lebensgefahr bestehen.

  4. Was soll das ?
    mitführen einer Waffe ist erlaubt aber Benutzung im Notfall nicht.
    Ist in der öffentlichkeit ein Strafbestand.
    Wozu also eine Waffe mitführen?
    Mal so ein bisschen drohen oder damit sie zuhause in der
    Zwischenzeit nicht geklaut wird?

  5. Ich habe 31 Jahre lang Militärdienst geleistet und hunderttausende von Schuss abgegeben. Ob ich allerdings fähig wäre, absolut sicher NICHT zwischen den Beinen durchzuschiessen, bezweifle ich sehr. Wenn der Schuss aber nicht voll im Bein sitzt, wird es für dahinter stehende Unbeteiligte gefährlich. Zudem sind Beine rasch durchschossen, ausser wenn voll der Knochen getroffen wird, und dann kriegt das Geschoss durch seinen Drall eine leichte Schieflage und wird nach dem Austritt aus dem Bein zum Dumdum-Geschoss. Auch nicht gesund für die Dahinterstehenden.

    1. @ Hans Iseli
      Vielleicht ist es ja gerade wegen der Gefährdung Unbeteiligter verboten, eine mitgeführte Waffe zu benutzen. Deshalb jedoch sofort den finalen Todesschuss
      abzugeben ist für mich glattweg Mord, zumal wie in diesem Fall, nicht klar ist, ob der Täter überhaupt bewaffnet war. Somit ist eine Notwehrsituation nicht unbedingt gegeben.

  6. Leider ist es auf der ganzen Welt so, daß die Täter immer zu Opfern gemacht werden.
    Töten sie einen anderen Menschen, oder machen ihn zum Krüppel, um ihn einfacher berauben zu können, dann hat das Opfer eben Pech gehabt.
    Wehrt sich der Überfallene, dann steht er anschliessend als brutaler Täter da, der den armen, armen Täter verletzt oder gar getötet hat.
    Was soll das heissen : …“ob 80 Millionen Guaranies im Verhältnis zu einem Menschenleben stehen“ ?
    Hätten die drei Räuber den jungen Mann getötet und das Geld geraubt, wäre diese Frage nie und nimmer gestellt worden.
    Verkehrte Welt !

    1. Für mich ist es auch eine verkehrte Welt, wenn ich die blutrünstigen Kommentare, der ach so zivilisierten Europäer hier lese. Wir kommen aus Ländern, in denen der Besitz von Schusswaffen strengstens geregelt ist und hier wollen Alle nach Wild-West-Manier in der Gegend herumballern. Seltsam, seltsam!
      Ich bin auch für harte Strafen, kann auch nicht verstehen, dass in Europa seit Jahren eine schwere Kindheit fast zwangsläufig in die Kriminalität führen
      soll. Allerdings finde ich, wie schon geschrieben, „lebenslang“ in einem paraguayischen Gefängnis absolut angemessen.

      1. Ihren Kommentar kann ich voll zustimmen. Hier sind wirklich zu viele Wildwest-Helden unterwegs, echt krank diese Kommentare. Hoffe die sind nicht hier nach Paraguay gekommen um ihre Aggressivität loszuwerden in dem sie wie die verrückten rumballern.

      2. Dazu müßte der junge Mann

        1) überlebt haben
        2) der Täter gefaßt werden
        3) der Täter auch angeklagt werden
        4) der Täter auch verurteilt werden
        5) der Haftbefehl auch vollstreckt werden

        Nicht ein einziger dieser Punkte, kann in Paraguay als selbstverständlich angesehen werden.

        Oft ist das Hauptproblem die eigene Feigheit in Verbindung mit der Scheu Eigenverantwortung zu übernehmen.

        Von mir als „Verhaus-schweinung“ bezeichnet.

        Wer diesen Begriff versteht wird jetzt halb-traurig nicken, die anderen möchten vielleicht einmal darüber nachdenken, wie oft wir hier schon von toten Überfallsopfern gelesen haben und wie viele der Täter bisher „lebenslänglich im Gefängnis“ sind.

        1. @ 9mm
          zu 1:
          er hätte sicherlich auch ohne den Schuss überlebt. 2 Täter saßen im Auto und waren somit keine unmittelbare Gefahr. Der Angreifer selbst schien wohl unbewaffnet gewesen zu sein.
          zu 2.
          Das Ergreifen der Täter ist Sache der Polizei (übrigens besonders in Europa, wo wir herkommen).
          zu 3.
          Das ist Sache des Staatsanwaltes
          zu 4.
          Das ist Sache des Gerichtes.
          zu 5.
          Ist nach einer Verurteilung nicht erforderlich, es geht direkt weiter in die Haftanstalt.

          6. Alles Andere ist Selbstjustiz!

          Wozu gibt es Legislative, Judikative und Exekutive?
          Scheint ja auch in Paraguay halbwegs zu funktionieren oder warum sind die Gefängnisse überfüllt?

  7. Wenn JEMAND versucht, eine andere Person zu bedrohen, sie zu überfallen, ihr etwas wegzunehmen usw., weiß dieser JEMAND, dass er etwas „Ungesetzliches“ tut!

    Ungesetzliches wird bestraft, dass weiß dieser JEMAND ebenfalls!

    Es kann doch wohl nicht sein, dass die andere, bis dahin friedliche Person sich nicht wehren darf!

    Trifft JEMAND auf die falsche oder richtige (Ansichtssache 😉 ) Person, ist das sein alleiniges Risiko mit der entsprechenden Konsequenz!

  8. Keine Angst, dem jungen Sprößling vom General passiert schon nichts – dafür hat Papa zuviel Einfluß in die “ unabhängige “ und unbestechliche Judikative Paraguays ……

  9. An dieser Geschichte ist etwas faul.
    Überlegt mal Leute: Ein Mann holt Geld von der Bank.
    Er ist alleine.
    Da kommt ein Mobster und will ihn berauben. Zwei weitere, sitzen in einem Fluchtauto. Sie sind also nicht im Spiel.
    Der einzelne Räuber überfällt das Opfer. Er ist anscheinend unbewaffnet und wird vom Opfer erschossen.
    Es macht keinen Sinn , unbewaffnet einen Raubüberfall auszuführen.
    Was stimmt hier nicht ?

  10. wuerde es um unser hab und gut gehen, wuerden wir ALLE wahrscheinlich genauso reagieren. Versuchen was zu retten ist mit allem was zur Verfuegung steht…wer kann es sich schon leisten auf die schnelle mal 15.000 Euro zu verlieren ?

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