Sieg der Hausangestellten: 100% Mindestlohn

Asunción: Die Abgeordnetenkammer genehmigte heute den Gesetzesentwurf zur Änderung des Haushaltsarbeitsgesetzes. Das Projekt sieht die Zahlung von 100% des Mindestlohns für Angestellte in dem Sektor vor.

Die Abgeordnetenkammer hatte das ursprüngliche Projekt modifiziert und eine Zahlung von 70% des gesetzlichen Mindestlohns (1.478.793 Guaranies) vorgeschlagen, sich jedoch jetzt endgültig dafür entschieden, den Text der Senatoren zu akzeptieren. Die Kommissionen für Gerechtigkeit, Gleichstellung, Gesetzgebung, Justiz, Arbeit und Soziales hatten die Ratifizierung des Projekts empfohlen.

Die auf dem Kongress anwesenden Mitglieder des Verbands der Hausangestellten feierten mit Freude die Annahme dieses Gesetzes.

Mit 33 Ja-Stimmen und 31 Nein-Stimmen wurde das Projekt genehmigt und der Exekutivgewalt zur Veröffentlichung übermittelt.

Der Abgeordnete Sebastian Villarejo seinerseits sagte, dass eine Entscheidung wie diese ohne Analyse der öffentlichen Ordnung schädlich sein würde. Er erinnerte daran, dass derzeit das Gehalt der Hausangestellten bei 60% des gesetzlichen Mindestlohns liegt. „Hier geht es nicht um eine häusliche Beschäftigung der Oberschicht. Wir wollen 100% erreichen, lass es uns tun, aber wir müssen es schrittweise umsetzen“, sagte er.

Sein Standpunkt war es, den Abgeordnetenentwurf zu ratifizieren, der 70% gefordert hatte.

Der Abgeordnete Raul Latorre brachte seine Position zum Ausdruck und sagte, dass dieses neue Gehalt den paraguayischen Familien zugutekäme. Er betonte aber, dass es Fälle geben werde, in denen einige Menschen auf so eine Dienstleistung verzichten würden, was zu Arbeitslosigkeit in diesem Sektor führen würde.

Schließlich ratifizierten die Abgeordneten die Fassung des Senats und gewährten Hausangestellten 100% des gesetzlichen Mindestlohns in Höhe von 2.112.562 Guaranies.

Wochenblatt / ABC Color

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16 Kommentare zu “Sieg der Hausangestellten: 100% Mindestlohn

    1. Wie wollen Sia als Ausländer dem Gesetz entkommen? Insbesondere wenn Sie Ihren Hausangestellten bisher nach dem Gesetz entlohnt und versichert haben?
      Für meinen Empleado bedeuted das weniger Lohn , da er einen höheren IPS-Anteil zu entrichten hat.
      Die Differenz 60% zu 100% Mindestlohn hat er bislang als versicherungsfreien Essenszuschuss erhalten.
      Mal abwarten wie viele gefeuert werden.

  1. Also wenn die Oekonomie in der Rezession ist, dann noch Mindestloehne raufsetzen? Das fuehrt anstatt zu 100% Lohnerhoehung zu 100% Arbeitslosigkeit, umgangssprachlich ausgedrueckt.
    Ich zumindest wuerde niemand mehr anstellen.
    Ein paraguayer fuerchtwt sich fuer einen Lateiner zu arbeiten weil dieser den Arbeiter staendig wie eine Hornisse auf der Pelle sitzt. Fuer den Gringo wollense dann arbeiten weil dieser immer das Mindestlohn zahlt um dann nach einem Monat den Arbeitsrythmus zu verringern, Dinge geschehen nicht, sagt es waere nicht seine Arbeit, usw. Allem in Allem hat der Lateiner am besten seine Landsleute begriffen indem nur die rohe Gewalt als Motivation funktioniert denn der Gringo behandelt die Arbeiter gut, dafuer wollense weniger arbeiten fuer mehr Lohn und nutzen die Situation sofort aus.
    Gerade arbeitnehmerintensive Unternehmen duerften in Zukunft gerade an hohen Loehnen und boeswilliger Arbeitsunethik scheitern – daher satteln die Mennoniten ueber zur Viehwirtschaft wo es nur eben geht, denn bei der sind Arbeitnehmer nicht systemwichtig. Leider ist es so. Am paraguayer Wesen wird die Welt wahrlich nicht genesen!

  2. werden sich denn auch die oberen 10 tausend daran halten? Wenn ja, wird es eh nur aus dem Staatssäckle bezahlt und nicht aus eigener Tasche. Da oben sitzen nur Hirnlose, oder solche die wenn die eine Fliege verschlucken, mehr Hirn im Magen als im Kopf haben.

    1. Genau so ist es.
      Nehme ich jetzt für meine Angestellten Miete, für das Haus in dem sie wohnen?
      Bezahlen sie jetzt Wasser und Strom selbst?
      Kaufen sie jetzt ihr Essen selbst?
      Fragen über Fragen, der Angestellte wird der Dumme sein.
      Gratulation an die Herren Senatoren!
      Sie haben wieder unter Beweis gestellt, dass sie von dem was sie entscheiden, null Ahnung haben.

      1. Nach der Logik sind die Hausangestellten ab jetzt für sich selbst verantwortlich. Sie zahlen Miete, Strom und Wasser und sind Selbstversorger. Wenn nicht, verlangen die nicht im häuslichen Bereich Beschäftigten berechtigterweise von ihrem Arbeitgeber die Bezahlung dieser Kosten.
        Sie kündigen den bestehenden Arbeitsvertrag. Sie bieten einen neuen Arbeitsvertrag zum Mindestlohn ohne Zusatzleistungen (die Sie bisher bezahlt haben).

        1. Anton, mit Kündigung des Vertrages, gehen die Probleme los. Weil dann können und werden sie Dich auf eine Abfindung verklagen, egal ob weiter beschäftigt oder nicht, egal ob sie einen anderen Vertrag erhalten, wo drin steht, das sie ab sofort, alle Unkosten die entstehen selber bezahlen müssen.

      2. Nachtrag:
        Das Arbeitsgesetz für Hausangestellte finden Sie hier: http://www.bacn.gov.py/leyes-paraguayas/4392/del-trabajo-domestico
        Falls Artikel 12 nicht gestrichen wird, werden Sie an einer Änderungskündigung nicht vorbeikommen.
        Ob Sie Miete und Nebenkosten verlangen können hängt davon ab ob Sie Ihrem Arbeiter freistellen auch
        außerhalb zu wohnen oder ob Sie von ihm verlangen die Dienstwohnung zu benutzen.
        Es ist auf jeden Fall sinnvoll in der nächsten Zeit das Gesetz auf Aktualisierung zu beobachten.

  3. NOCH freuen sie sich.
    Sobald sie ihre Tasche packen und ausziehen dürfen, wird die Begeisterung schlagartig nachlassen.
    Denn niemand wird den Hausangestellten den Mindestlohn bezahlen UND sie noch bei freier Kost und Logis bei sich wohnen lassen. Oft mit Kind, das auch noch alles frei hat.
    Die darf dann zukünftig eben nur noch halbtags oder drei Mal die Woche kommen, aber sich vom verminderten Lohn noch eine Bleibe suchen und die bezahlen.
    Ich verstehe nicht, daß die Menchen hier der Ansicht sind, daß ALLE den gleichen Lohn bekommen müssen.
    Das ist in anderen Ländern doch auch nicht so.
    Da verdient die Frau an der Kasse ja auch nicht das gleiche wie die Filialleiterin oder der Mann am Band das gleiche wie der Maschineneinrichter.

  4. REDEN mit den Angestellten würde vielleicht auch ein bisschen helfen, oder? Und gleich ist wieder ein MENSCH zufrieden!!! Ich mach das schon seit 40 Jahren so!!!! Aber alles was ich hier lese ist nix anderes, egal aus welcher Sicht, nein ich will meinen Sklaven behalten!!!! Tja , Leute , da kommen wir nicht weiter. Ihr wollt Gesetze doch nur für Euch. Sieht man ja an euren Kommentaren…… Genau so ist es.
    Nehme ich jetzt für meine Angestellten Miete, für das Haus in dem sie wohnen?
    Bezahlen sie jetzt Wasser und Strom selbst?
    Kaufen sie jetzt ihr Essen selbst?
    Fragen über Fragen, der Angestellte wird der Dumme sein.
    Gratulation an die Herren Senatoren!
    Sie haben wieder unter Beweis gestellt, dass sie von dem was sie entscheiden, null Ahnung haben.
    Hauptsache ich komm wieder gut weg…. das ist doch das wichtigste……ich bin kein Befürworter für den Mindestlohn , wenn wir alle ein bißerl nach denken würden, würden sie von uns eh den Mindestlohn bekommen….mein bekommen ihn…..ist aber nicht der vorgeschriebene aber sie sind zufrieden, und das ist doch wichtig

    1. Da haben Sie in den 40 Jahren die Sie hier leben wenig gelernt, oder Sie und Ihre Angestellten sind die absolute Ausnahme hier.
      Ich weiß nur, das der Paraguayer nimmt was er nur kriegen kann und das habe ich nicht in 40, sondern in 10 Jahren, mit manch bitterer Erfahrung lernen müssen.
      Das hat Nichts mit „wie komme ich gut weg“ zu tun, sondern, „wie wende ich Schaden von mir ab“.
      Für mich gibt es keine schlüssige Erklärung, warum ein Hausangestellter genausoviel verdient, besser bekommen soll, wie ein angestellter z.B. bei der Banco Continental. Als Zuschlag gibt es noch freies Wohnen und die anderen oben angeführten Vergünstigungen.
      Was ist bitte der Satz „meine bekommen den Mindestlohn, aber nicht den Vorgeschriebenen“.
      Haben Sie einen eignen „Mindestlohn“ festgelegt?

      1. Ich habe nicht behauptet, das ich schon 40 Jahre hier wohn??? wieso kommen sie darauf? Ich praktiziere einfach das REDEN mit den Angestellten, so einfach ist das!! Außerdem mach ich auch Unterschiede zwischen dem , was sie tun. Der eine ist halt Gärtner, der andere das oder das. Natürlich mach ich Unterschiede. Wie in Deutschland eben auch. Ich lebe jetzt 15 Jahre hier, und hab noch nie Probleme mit Arbeitern gehabt. Das sagt doch viel, oder?
        Aber ich lebe auch auf dem Land und nicht in der Großstadt. Ist natürlich ein großer Unterschied. Vor 15 Jahren hast du noch für einen Gärtner 20.000 GS täglich bezahlt…..von 7.00 bis 16.30 (also mit Mittag und zweimal Terere), heute bezahlst 80.000 GS für 8.00 bis 15.30 auch mit Mittag und zweimal Terere. Nur der Gärtner damals hatte noch Ahnung von Pflanzen. Der heute hat nur noch Ahnung von seinem Celular…..
        und noch was……ich lebe jetzt 15 Jahre hier, und musste 10 Jahre von meiner selbständigen handwerklichen Arbeit leben……und es hat auch funktioniert. Vorausgesetzt, man hat sein eigenes Haus und Werkstatt…….mit erst anmieten und so, geht da nix……und jetzt erst mal gut

  5. @Anton, das können Sie natürlich machen, den Angestellten kündigen, und eine Abfindung bezahlen.
    Die meisten Hausangestellten, müssen eh länger arbeiten, wenn möglich auch da schlafen, weil sie auf die Kinder auch Nachts aufpassen müssen.
    Daher sage immer noch, wer kein Geld hat, soll keine Angestellten haben, oder nur Teilzeit.

    1. Wenn Sie meinen Beitrag weiter oben und meine früheren Beiträge zu diesem Thema gelesen hätten, dann wüßten Sie,
      dass ich meinem Empleado seit jeher den gesetzlichen Mindestlohn bezahlt habe, indem ich ihm zu den 60% einen „freiwilligen Essenszuschuss“ von 40% bezahlt habe. Der Bemessungssatz IPS lag bei 60%, jetzt eben 100%. Arbeitszeit 42 Stundenwoche. Zusätzlich freie Unterkunft.
      Er arbeitet nach den Bedingungen des Arbeitsgesetzes und ist damit seit 8 Jahren zufrieden.
      Bin ich jetzt Ausbeuter weil ich mich an das Gesetz halte?

      1. Sicher bist du das weil du das niedrige Lohn- ud Lebensniveau hier ausnutzt. Hoffentlich hast du alles schriftlich abgesichert, sonst kann es ein böses Erwachen geben, je länger das Arbeitsverhältnis, desto böser.
        Wären die Straßen und der Umweltschutz hier besser, wäre auch das Leben teurer, da hätten die Berufsjammerer hier auch gleich in DACH bleiben können.

  6. voller schuss ins knie kann man nur sagen, die „arbeitslosenrate“ wird hochschnellen, bezahlt wird halt einfach nicht mehr, es werden dann nur noch tageslöhner eingestellt dafür gelten andere gesetze, usw. ob die konjunktur dann so der grosser erfolg war das jetzt alle jubeln den mindestlohn zu erhalten, vermutlich schon die ersten 6 monaten in cuotas ausgegeben haben um dann in 1 woche dazustehen und nichts in der tasche zu haben weil kein job mehr da ist. na dann viel spass.

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